EU

EU-Kommission will grösseren Puffer im Emissionshandel

Keystone-SDA
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Belgien,

Iran-Krieg, Zölle, Konkurrenz: Die europäische Industrie ist unter Druck. Die Europäische Kommission will nun das System für den europäischen Treibhausgashandel und so den CO2-Preis langfristig stabilisieren.

EU-Parlament
Das EU-Parlament in Strassbourg. - keystone

Damit soll grundsätzlich das sogenannte EU-Emissionshandelssystem (ETS) beibehalten werden. Brüssel will aber dafür sorgen, dass besser auf künftige Marktentwicklungen reagiert werden kann, «einschliesslich möglicher Versorgungsengpässe in den kommenden Jahrzehnten».

Teile der Industrie kritisieren das bisherige System unter anderem wegen steigender Produktionskosten, die den Wettbewerb mit Firmen ausserhalb der EU erschwerten.

Der EU-Kommissar für Klima, Wopke Hoekstra, warb für die Anpassungen: Damit werde die «Widerstandsfähigkeit des EU-Emissionshandelssystems gegenüber Schwankungen» erhöht und gleichzeitig sichergestellt, dass weiter Treibhausgasemissionen gesenkt werden und in saubere Technologien investiert wird.

Eine grössere Reform des ETS soll im Sommer kommen, nun hat die Behörde einen ersten Vorschlag zu Emissionszertifikaten vorgelegt.

Das EU-Emissionshandelssystem wurde 2005 eingerichtet, um Treibhausgase zu verringern. Bestimmte Unternehmen müssen Zertifikate für den Ausstoss klimaschädlicher Gase wie Kohlendioxid (CO2) vorweisen und können nach Bedarf auch damit handeln. Das soll besonders in energieintensiven Sektoren als Anreiz dienen, Treibhausgase einzusparen. Allerdings waren in den vergangenen Jahren mehr Emissionszertifikate verfügbar geworden als von Unternehmen genutzt wurden.

Sie werden in der sogenannten Marktstabilitätsreserve (MSR) gehalten, um das Angebot auf dem Markt zu verringern, wenn viele im Umlauf sind. Gibt es eine Verknappung auf dem Markt, werden Emissionszertifikate auf den Markt gebracht. Das kann die Preise senken und so Unternehmen, die Emissionszertifikate brauchen, entlasten.

Bisher werden in der Reserve maximal 400 Millionen Zertifikate gehalten, darüber hinausgehende werden für ungültig erklärt. Die Kommission schlägt nun vor, die Obergrenze aufzuheben. So könnten mehr Zertifikate als Puffer gehalten werden, um bei Bedarf den Markt zu stabilisieren.

Die Behörde verweist darauf, dass andernfalls für die Zukunft mit einer allgemeinen Knappheit auf dem Markt und steigenden Preisen gerechnet werde.

Hintergrund des ETS ist der Klimawandel und die Anpassung der europäischen Wirtschaft daran. Bis 2030 müssen die Treibhausgas-Emissionen in der EU um 55 Prozent gegenüber 1990 sinken.

Bis 2050 will die EU dann klimaneutral sein, also nicht mehr Treibhausgase ausstossen als wieder gebunden werden können. Das EU-Emissionshandelssystem sieht die Kommission dabei weiter als wichtiges Instrument.

Den Vorschlägen müssen nun auch das Europäische Parlament und die 27 EU-Mitgliedstaaten zustimmen. Für den Sommer ist eine umfassende Revision des Handelssystems vorgesehen, die Kommission will im Juli ihre Vorschläge vorstellen.

Um das System hatte es zuletzt auch angesichts gestiegener Energiepreise einige Diskussionen gegeben. Italien etwa forderte eine Art der Aussetzung des Systems zur Abfederung der hohen Preise, andere EU-Staaten wollen eine Abschwächung. Länder wie Spanien dringen darauf, am System festzuhalten.

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