Experte: Todeskampf des Wals könnte tagelang dauern

Ist es seine letzte Chance? Deutsche Behörden und Umweltaktivisten versuchen händeringend, einen Buckelwal in Küstennähe zu retten. Die Zeit wird knapp.

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Für Wal Timmy gibt es nun kaum noch Hoffnung. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Buckelwal Timmy ist am Dienstag wieder gestrandet.
  • Jetzt sitzt er vor der Insel Poel fest.
  • Die Gesamtprognose für das Tier ist nicht gut.

Timmy ist wieder gestrandet. Jetzt sitzt er vor der Insel Poel fest. Experten betonen, dass der Wal sich aber selbst wieder freischwimmen könne.

Über Nacht sollte Timmy noch einmal Kraft sammeln. Die Prognose für den angeschlagenen Wal steht allerdings nicht gut.

Im Ticker von Nau.ch bleibst du zu den neusten Entwicklungen rund um den Wal in der Ostsee auf dem Laufenden.

Vorbereitungen für Tod des Wals laufen schon

16.47: Während der Wal im Wasser noch immer um sein Leben kämpft, werden an Land schon Vorkehrungen für sein Ableben getroffen.

Wal Ostsee
Nach seinem möglichen Tod soll der Wal untersucht werden. - keystone

Laut «Bild» soll der Wal-Kadaver nach dem Tod des Meeressäugers untersucht werden. So wolle man feststellen, woran der Wal gestorben ist.

Denn: Dass das Tier gleich mehrfach gestrandet ist, werten Experten für ein Zeichen dafür, dass der Wal erkrankt war. Das könne der Grund dafür sein, dass der Buckelwal so geschwächt sei.

Todeskampf des Wals könnte tagelang dauern

16.14: Gegenüber der «Bild»-Zeitung hat sich Wal-Experte Thilo Maack von Greenpeace zum Todeskampf des gestrandeten Wals geäussert.

Dieser könne sich noch tagelang hinziehen. «Es kann einige Tage, aber es kann auch noch länger dauern.»

Wal Ostsee
Bis der gestrandete Wal in der Ostsee verstorben ist, könnten noch Tage vergehen. - keystone

Maack erklärt: «Der Wal hat Schmerzen.» Wie es weitergehe, sei jedoch «ganz, ganz schwer abzuschätzen».

Trotz allem schliesst der Wal-Experte aus, dass der Meeressäuger erlöst wird. «Wir haben das diskutiert und kategorisch ausgeschlossen.»

Schaulustige ziehen sich nach Hiobsbotschaft zurück

15.45: Nachdem die Walretter bekannt gegeben haben, dass der gestrandete Buckelwal wohl sterben wird, ziehen sich etliche Schaulustige zurück.

Wal Ostsee
Wird wohl sterben: Der gestrandete Wal in der deutschen Ostsee. - keystone

Mittlerweile halte sich nur noch eine kleine Gruppe von Menschen hinter der Polizeiabsperrung auf, um den Wal zu beobachten. Das berichtet «Focus».

«Geben auf»: Experte verkündet, dass Wal wohl sterben wird

13.25: An einer Pressekonferenz geben Experten den neuesten Stand zum Wal durch.

Der Gesundheitszustand des Tieres rückt in den Fokus. Es habe sich kaum bewegt und auch auf den jüngsten Besuch der Experten kaum reagiert.

Wal timmy
Der Wal Timmy steckt vor der Insel Poel fest. - Keystone

«Wir geben die Hoffnung hier eigentlich auf», sagt Prof. Dr. Bachek vom Meeresmuseum, wie Focus berichtet. Zuvor hatte er erklärt, dass heute früh um 6 Uhr «seine letzte Chance» bestanden habe, sich aus eigener Kraft zu befreien.

Die Rettungsversuche für den vor der deutschen Ostseeküste erneut gestrandeten Buckelwal werden eingestellt.

Das Tier solle an seinem jetzigen Liegeplatz in Ruhe gelassen werden, sagte der Umweltminister des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, der von einem sehr emotionalen Tag sprach.

Ausflugsschiff fährt zu Wal – trotz Sperrzone

12.20: Eigentlich bräuchte der erneut gestrandete Buckelwal Ruhe, um sich von den Strapazen der letzten Tage zu erholen.

Deshalb wurde rund um den Meeressäuger eine Sperrzone errichtet. Sie soll garantieren, dass niemand dem Wal zu nahe kommt.

Wal Ostsee
Der gestrandete Wal braucht Ruhe, um wieder zu Kräften zu kommen. Das wird aber nicht von allen respektiert. - keystone

Doch: Ein Ausflugsschiff kümmert dies offenbar wenig, wie «Focus» berichtet. Es soll trotz der Sperrung durch die Bucht gefahren und dem Wal nahe gekommen sein.

Danach greifen die Behörden beherzter durch. Sowohl an Land als auch auf dem Wasser wird nun vermehrt für Ruhe für den Wal gesorgt.

Polizei überwacht Timmy

11.30: Die Polizei überwacht den Wal weiterhin rund um die Uhr, wie die «Bild»-Zeitung schreibt. Auch ein Boot von Greenpeace war am Vormittag bei Timmy.

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Ein Greenpeace Boot nähert sich dem Buckelwal, der am Vormittag immer noch vor der Insel Poel festsitzt. - keystone

Die Einsatzkräfte sorgen dafür, dass Timmy ungestört bleibt und Schaulustige Abstand halten, damit das Tier Kräfte sammeln kann.

Sinkender Pegel schmälert Timmys Chancen

09.41: Die Lage bleibt angespannt: Prognosen des deutschen Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie zufolge fällt der Wasserstand in der Ostseebucht, wie die «Bild»-Zeitung berichtet.

«Mit sinkendem Wasserstand verringern sich auch die Chancen, dass sich der Wal selbst befreien kann», sagte Claus Tantzen vom Landwirtschaftsministerium auf Anfrage der Zeitung.

Ob nun rasch gehandelt werden muss, ist noch offen. «Die Experten beraten rund um die Uhr und bewerten die Situation fortlaufend neu», so Tantzen weiter.

Buckelwal Timmy liegt weiter vor der Ostseeküste

09.20: Der Buckelwal Timmy liegt noch immer vor der deutschen in flachem Wasser. Das sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei.

Zwei Polizisten waren demnach am Morgen zum Wal gefahren, um zu überprüfen, wie es ihm geht. Das Tier liege derzeit in der Kirchsee, einem Teil der Bucht der Stadt Wismar (Mecklenburg-Vorpommern). In der Nacht ist der Wal laut dem Sprecher «sehr aktiv» gewesen. Einzelheiten konnte er dazu nicht nennen.

Der Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack sagte, man wolle sich mit weiteren Fachleuten einen Überblick verschaffen, wie es dem Wal gehe. Um 8.00 Uhr war eine Fahrt zum Tier geplant. Der Wal solle nicht animiert werden, in tieferes Wasser zu schwimmen. Greenpeace werde über das Ergebnis am Vormittag informieren.

Timmy zeigt Lebenszeichen

08.47: «Die Wasserschutzpolizei war bereits vor Ort – das Tier atmet und bewegt sich», sagt Claus Tantzen vom Landwirtschaftsministerium gegenüber der «Bild»-Zeitung.

Die Situation bleibt jedoch kritisch, da der Wal weiterhin ungünstig liegt. Laut Tantzen bereitet sich auch Greenpeace darauf vor, hinauszufahren, um nach Timmy zu sehen.

Timmy hängt vor Insel Poel fest

06.00: Auch heute dreht sich in Deutschland wieder alles um Buckelwal Timmy. Laut der «Bild»-Zeitung liegt der Wal auch am frühen Mittwochmorgen weiter in der Bucht vor der Insel Poel. Experten betonten am Dienstagabend, dass der Wal sich dort selbst wieder freischwimmen könne.

Über Nacht wurde Timmy Ruhe gegönnt, das liessen die Retter in einer gemeinsamen Mitteilung verlauten. «Es hat sich gezeigt, dass es sich lohnen kann, dem Tier Ruhe zu gönnen. Diese Ruhe werden wir ihm nun geben.»

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Der Buckelwal sitzt am Vormittag des 1. Aprils noch immer vor der Insel Poel fest. - keystone

Die Prognose für den angeschlagenen Wal steht laut den Experten allerdings nicht gut. «Die Liegeposition des Wals ist ungünstig, da das Wasser in der Umgebung sehr flach ist.» Auch sei die Bucht sehr verwinkelt. «Die Gesamtprognose für das Tier ist nicht gut.» Man gebe die Hoffnung aber nicht auf, das Tier retten zu können.

Am Mittwochmorgen soll entschieden werden, wie es mit ihm weitergeht. Ausserdem will ein Team den Gesundheitszustand des angeschlagenen Wals überprüfen.

Appell an Bevölkerung: Wal nicht mit Fahrzeugen nähern

00.22: Die Walretter um Umweltminister Till Backhaus appellieren an Bevölkerung und Helfer, Abstand zu halten. Der gestrandete Wal solle sich möglichst selbst wieder in Bewegung setzen.

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Braucht Ruhe und Erholung: der feststeckende Wal in der deutschen Ostsee. - keystone

«Wichtig ist dabei, ihn ungestört zu lassen und sich nicht unbefugt mit Wasserfahrzeugen zu nähern», teilte das Ministerium mit.

Sollte sich der Wal am nächsten Tag noch am selben Ort befinden, wollen Fachleute ihn im Verlauf des Tages genauer untersuchen.

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Kommentare

User #2281 (nicht angemeldet)

Problem „Wal von Qualen erlösen“: Experten wie die vom Deutschen Meeresmuseum oder Organisationen wie Greenpeace sehen eine „Erlösung“ durch Einschläfern kaum als realisierbar an. Alternativ wird in extremen Notfällen manchmal über andere Methoden der „Erlösung“ nachgedacht (z. B. Sprengung oder gezielte Schüsse), was jedoch ethisch und rechtlich hoch umstritten ist.

User #1773 (nicht angemeldet)

Es ist nur ein Wal. Als ob nicht genug anderes auf der Welt passiert.

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