EU-Agentur: Erneut deutlicher Rückgang von Asylanträgen
Die Zahl der in Europa gestellten Asylanträge sinkt deutlich. Die Schweiz war europaweit das Land mit den siebtmeisten Anträgen.

Die Zahl der Asylanträge in der EU sowie in Norwegen und in der Schweiz ist im vergangenen Jahr erneut deutlich zurückgegangen: Insgesamt wurden in den 27 EU-Staaten und den beiden Partnerländern rund 822'000 Anträge registriert, was einem Rückgang um etwa ein Fünftel im Vergleich zu 2024 (minus 19 Prozent) entspricht. Dies geht aus dem neuen Jahresbericht der EU-Asylagentur EUAA mit Sitz in Malta hervor.
Grund für den deutlichen Rückgang ist dem Bericht zufolge vor allem, dass es weniger Asylanträge von Menschen aus Syrien (42'000, 2024 waren es 151'000), aber auch aus Bangladesch (37'000) und der Türkei (33'000) gab. In Syrien gibt es seit dem Sturz von Langzeitherrscher Baschar al-Assad Ende 2024 bei den Menschen Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Dafür stieg dem Bericht zufolge die Zahl der Anträge auf internationalen Schutz von Menschen aus Afghanistan (117'000) sowie Venezuela (91'000). Gründe für die Zunahme bei den Anträgen von Venezolanern sind demnach unter anderem restriktivere Einwanderungsregeln der US-Regierung sowie verschärfte Visabestimmungen für Venezolaner in lateinamerikanischen Nachbarstaaten.
In der Schweiz wurden 25'781 Anträge gestellt. Dies entspricht drei Prozent der europaweiten Gesamtzahl, wie den Zahlen der Agentur zu entnehmen war. Die Top drei Herkunftsländer waren Afghanistan, Eritrea und die Türkei.
Im internationalen Vergleich zählte die Schweiz gemessen an der Bevölkerungsgrösse mit 2849 Asylanträgen pro einer Million Einwohnerinnen und Einwohner überdurchschnittlich viele Anträge. Einzig Griechenland, Zypern, Spanien und Belgien lagen bei dieser Statistik vor.
Die meisten Asylanträge registrierte im Jahr 2025 Deutschland (163'000). Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl um knapp ein Drittel (minus 31 Prozent).
Es folgten Spanien (143'000), Italien (134'000) und Griechenland (62'000), die Antragsrückgänge von etwa 15 Prozent aufwiesen. Stabil blieben hingegen die Zahlen in Frankreich (152'000). Zusammengenommen entfielen 80 Prozent aller Asylanträge auf diese fünf Länder.














