Stucki Walter AG: Was alles im Abfluss landet
Wenn das Abwasser nicht mehr abfliesst, ist schnelle Hilfe gefragt – das erlebt Christian Ueltschi, Geschäftsführer der Stucki Walter AG, im Alltag.

Wenn Leitungen verstopfen, wird es schnell unangenehm. Die Stucki Walter AG kennt die häufigsten Ursachen – und die überraschendsten Funde.
Neulich hätten sie eine ganze Parfümflasche mitsamt Plastikverpackung aus einer Abwasserleitung geholt, erzählt Christian Ueltschi. Er ist Geschäftsführer der Stucki Walter AG.
Der Betrieb aus Urtenen-Schönbühl ist auf den Unterhalt der Entwässerung von Ein- und Mehrfamilienhäusern spezialisiert. Ueltschi und sein Team werden gerufen, wenn es ernst wird – oder besser gesagt: wenn es blubbert.
Denn ist eine Leitung verstopft, drückt das Abwasser zurück. Oft tritt es in der untersten Wohnung aus, etwa aus Dusche oder WC. «Den Untersten beissen die Hunde», sagt Ueltschi. Im Erdgeschoss ist die Gefahr für Abwasserschäden am grössten.
Alltag zwischen Fett und Feuchttüchern
Die Parfümflasche war eine Ausnahme. Sie stammte aus dem Zimmer eines verwirrten Seniors in einem Altersheim. Meist sind die Ursachen viel banaler: Fett und Öl aus der Küche lagern sich über Jahre in den Leitungen ab.
Dazu kommen Feuchttücher, Hygieneartikel, Katzenstreu oder Aquariumsand im WC. «Manche glauben, das löse sich auf – das stimmt nicht», sagt Ueltschi. Wer selbst eingreifen will, soll auf einfache Mittel setzen.
INFO
Tipps vom Profi: Damit deine Leitungen nicht verstopfen
• Möglichst wenig Fett oder Öl in den Abfluss giessen – es bilden sich Ablagerungen
• Feuchttücher, Katzenstreu oder Hygieneartikel nie ins WC
• Siphon regelmässig reinigen (Haare, Speisereste)
• Ab und zu mit viel heissem Wasser nachspülen
• Leitungen alle 5 bis 10 Jahre professionell reinigen lassen
So lassen sich viele Verstopfungen vermeiden – und teure Notfälle verhindern
Heisses Wasser helfe gegen Fettablagerungen. Von chemischen Reinigern rät Ueltschi ab: «Die schaden den Leitungen oft mehr, als dass sie nützen.» Sein Team arbeitet mit mechanischen Werkzeugen, kontrolliert mit Kameras und setzt einen neuen Sauglastwagen mit integriertem Wasser-Recycling ein.
Immer wieder stossen die Fachleute auch auf Tiere in den Leitungen: Spinnen, Frösche oder Salamander – und vor allem Ratten. Diese finden sich praktisch überall im System. Angelockt von Speiseresten können sie sich sogar durch ältere Zementrohre nagen.
Wenn Wartung fehlt, kann es stinkig werden
Rund 90 Prozent der Arbeit der Stucki Walter AG entfällt auf die Rohrreinigung, viel im Auftrag von Verwaltungen. Ueltschi empfiehlt, Leitungen alle fünf bis zehn Jahre zu warten. «Oft wird aber erst gehandelt, wenn es zu spät ist.»

Daneben gehören auch Boilerentkalkungen und Tankrevisionen zum Angebot. Letztere nehmen jedoch ab, weil viele Öltanks beim Wechsel der Heizsysteme hinfällig werden.
Das Geschäft verschiebt sich entsprechend. Wachstum ist für den Betrieb derzeit kein Thema. «So passt es für uns», sagt Ueltschi.








