Personalmangel: Kapo Bern kippt Französisch aus Aufnahmeprüfung
Wer Polizist werden will, soll sich bei der Berner Kapo bald jederzeit bewerben können. Zudem streicht sie fixe Fristen und das Prüfungsfach Französisch.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Berner Kantonspolizei lässt Bewerbungen für die Polizeischule bald ganzjährig zu.
- Neu gibt es zehn Auswahlverfahren pro Jahr statt weniger Zeitfenster.
- Allgemeinwissen und Französisch fallen als Prüfungsfächer künftig weg.
Die Kantonspolizei Bern stellt ihr Bewerbungsverfahren für Polizeiberufe um. Ab April 2027 können sich angehende Polizisten für die Ausbildung an der Polizeischule in Hitzkirch das ganze Jahr über bewerben.
Damit fallen fixe Bewerbungsfristen weg und die Wartezeiten im Auswahlverfahren sollen kürzer werden, schreibt die Kapo in einem Blog-Eintrag.
Auch für weitere Polizeiberufe, etwa beim Verkehrsdienst oder Botschaftsschutz, ist laut Kantonspolizei ab 1. Juli 2026 ein angepasstes Verfahren vorgesehen. Details dazu sollen später veröffentlicht werden.
Zehn Auswahlverfahren pro Jahr
Neu will die Kantonspolizei Bern für die Polizeischule in Hitzkirch zehn Auswahlverfahren pro Jahr anbieten. Bisher gab es deutlich weniger feste Zeitfenster.
Rekrutierungsleiter Marco Blaser sagt im Blog der Kantonspolizei, das bisherige System habe immer wieder zu starken Spitzen geführt. «An einzelnen Tagen mussten wir 80 bis 100 Personen prüfen, alles auswerten und weiterbearbeiten. Das war jedes Mal ein grosser Aufwand», so Blaser.
Zudem wird das Auswahlverfahren verkürzt. Künftig folgen die Assessments nach der Aufnahmeprüfung. Bewerbende sollen dadurch rascher einen provisorischen Bescheid erhalten.
Laut Blaser ist rund einen Monat nach dem Prüfungstermin mit einer provisorischen Zusage zu rechnen. Spätestens nach zwei Monaten mit dem definitiven Entscheid.
Bern streicht Allgemeinwissen und Französisch
Auch bei den Prüfungsfächern gibt es Änderungen. Für die Voll- und Teilzeitausbildung werden die bisherigen Fächer Allgemeinwissen und Französisch gestrichen.
Die Kantonspolizei will das Verfahren damit attraktiver, effizienter und ressourcenschonender machen – ohne die Anforderungen an künftige Polizisten zu senken.
Blaser sagt, gerade das mündliche Prüfungsfach Französisch sei für viele Interessierte eine Hürde gewesen.
Zugleich betont er: Die Zweisprachigkeit solle weiterhin in der späteren Ausbildung innerhalb des Korps gefördert werden, etwa durch französischsprachige Ausbildende oder gemeinsame Anlässe.
Hintergrund der Anpassung ist laut Kantonspolizei auch die Rekrutierungslage der vergangenen Jahre. Im zweiten Pandemiejahr sei die Zahl der Bewerbungen deutlich gesunken. Gleichzeitig seien wegen zusätzlicher politisch bewilligter Stellen die Rekrutierungsziele gestiegen.











