Iran: «Verlängerung der Waffenruhe bedeutet nichts»

Simon Binz
Simon Binz, Keystone-SDA

Iran,

Überraschende Kehrtwende: US-Präsident Donald Trump hat die Waffenruhe mit dem Iran auf unbestimmte Zeit verlängert – Iran

Donald Trump
Hat Donald Trump die Lage im Nahen Osten noch unter Kontrolle? - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Trump verlängert die Feuerpause mit dem Iran auf unbestimmte Zeit – ohne neue Frist.
  • Teheran dementiert, eine Verlängerung erbeten zu haben, und droht mit der «Hölle».
  • Die US-Blockade der Strasse von Hormus bleibt ein zentraler Streitpunkt.

Kehrtwende kurz vor Ablauf der Frist: US-Präsident Donald Trump hat die Waffenruhe mit dem Iran überraschend auf unbestimmte Zeit verlängert. Die Waffen sollen schweigen, bis die Führung in Teheran mit einem geeinten Vorschlag an den Verhandlungstisch kommt – einen neuen Termin nannte Trump nicht.

Noch am Vortag hatte er eine Verlängerung als «sehr unwahrscheinlich» bezeichnet und mit schweren Angriffen auf den iranischen Energiesektor gedroht.

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Ob sich Iran und Israel an die Feuerpause gebunden fühlen, ist offen. Aus Teheran kommen widersprüchliche Signale: Die Nachrichtenagentur Tasnim meldete, der Iran habe keine Verlängerung erbeten und werde nicht zu weiteren Gesprächen nach Pakistan reisen.

Gleichzeitig drohen die Revolutionsgarden mit der «Hölle» für Amerikaner und Israelis, sollte der Krieg wieder aufflammen. Die Strasse von Hormus bleibt derweil blockiert – ein zentraler Streitpunkt, an dem Trump festhalten will.

Die neuesten Entwicklungen im Nau.ch-Ticker:

Berater von Irans Parlamentspräsident: Verlängerung ist «Finte» für Überraschungsschlag

23.15: Scharfe Töne aus Teheran: Mahdi Mohammadi, Berater des iranischen Parlamentspräsidenten, hält Trumps Verlängerung der Waffenruhe für wertlos. «Die Verliererseite kann keine Bedingungen diktieren.

Die Fortsetzung der Belagerung unterscheidet sich nicht von einem Bombardement und muss militärisch beantwortet werden», schrieb Mohammadi laut übersetzten Auszügen in den sozialen Medien.

Die Verlängerung sei «mit Sicherheit ein Manöver, um Zeit für einen Überraschungsschlag zu gewinnen». Jetzt sei der Moment gekommen, in dem der Iran die Initiative ergreifen müsse.

Iran: Haben keine Verlängerung erbeten

23.05: Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtet kurz nach Trumps Ankündigung, eine offizielle Position Irans werde zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben. Die Agentur habe aus Quellen erfahren, dass Teheran keine Verlängerung der Waffenruhe erbeten habe.

Das Sprachrohr der mächtigen Revolutionsgarden berichtete weiter, der Iran werde die für den Welthandel wichtige Strasse von Hormus nicht freigeben, solange die US-Seeblockade anhalte. Nötigenfalls werde die Blockade mit Gewalt durchbrochen.

Trump will Waffenruhe verlängern

22.50: Trump will die Waffenruhe im Krieg mit dem Iran verlängern. Auf Bitten Pakistans werde er von Angriffen absehen, bis die Führung im Iran einen geeinten Vorschlag unterbreite, teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit.

Wenig überraschend sei die Führung im Iran tief gespalten, schrieb Trump. Deshalb sollten die Waffen ruhen, bis es zu einem geeinten Vorschlag kommen werde und die Gespräche zu einem Ende kämen, «auf die eine oder die andere Art und Weise». Es war zunächst unklar, ob sich auch Israel wie zuletzt an die Waffenruhe gebunden fühlt. Auch aus dem Iran lag zunächst keine Reaktion vor.

Donald Trump
Donald Trump will die Waffenruhe bis auf Weiteres verlängern. - X/@realDonaldTrump

Trump teilte zudem mit, er habe dem US-Militär befohlen, die Strasse von Hormus weiter für Schiffe zu blockieren, die von iranischen Häfen kommen oder diese ansteuern. Teheran hatte die Blockade zuvor als Hindernis für weitere Verhandlungen dargestellt.

USA verhängen Sanktionen gegen Irans Waffen-Netzwerk

23.12: Die USA haben ein internationales Netzwerk zur Beschaffung von Waffen und Komponenten für den Iran mit Sanktionen belegt. Das Finanzministerium setzte nach eigenen Angaben 14 Personen, Firmen und Flugzeuge auf die Sanktionsliste.

Betroffen sind den Angaben zufolge Akteure im Iran, in der Türkei und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie sollen an der Beschaffung oder dem Transport von Material für Irans Raketen- und Drohnenprogramme beteiligt gewesen sein. Im Fokus stehen unter anderem Bauteile für Drohnen sowie Vorprodukte für Raketentreibstoff.

Kommentare

User #2161 (nicht angemeldet)

Man kommt nicht umhin, der Realität klar ins Auge zu sehen: Trump ist ein Psychopath. Und Putin ein Kriegsverbrecher. Und Netanjahus Reisemöglichkeiten sind stark eingeschränkt. UInsere Welt wird von Kriegsgurgeln beherrscht.

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