In Paris sind zwei Musliminnen mit einem Messer angegriffen worden. Die Justiz wirft den Verdächtigen Körperverletzung und rassistische Äusserungen vor.
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Der Eiffelturm in Paris. - AFP/Archiv
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Das Wichtigste in Kürze

  • In Paris ist es am Sonntag zu einem Messerangriff gegen zwei Musliminnen gekommen.
  • Die beiden Frauen hatten sich über den Hund der mutmasslichen Täterinnen beschwert.
  • Daraufhin sollen die Verdächtigen das Messer gezückt haben.

Nach einem Messerangriff auf zwei muslimische Frauen in Paris ist gegen die beiden mutmasslichen Täterinnen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Den beiden Verdächtigen werden unter anderem Körperverletzung und rassistische Äusserungen vorgeworfen, wie es am Donnerstag aus Gerichtskreisen hiess. Die Hauptverdächtige wurde demnach in Untersuchungshaft genommen, während die zweite Frau gegen Kaution freigelassen wurde.

Streit wegen Hund der Angreiferinnen

Die beiden Verdächtigen sollen am Sonntag in der Nähe des Eiffelturms zwei muslimische Frauen mit einem Messer angegriffen und versucht haben, ihnen die Kopfbedeckung herunterzureissen.

Zwischen den Frauen war den Angaben zufolge ein Streit ausgebrochen, weil die beiden Opfer, die mehrere Kinder bei sich hatten, sich über den Hund der mutmasslichen Täterinnen beschwert hatten.

Frauen als «dreckige Araberinnen» beschimpft

Die Verdächtigen waren den Agaben zufolge alkoholisiert. Eine von ihnen zückte ein Messer und stach auf die beiden muslimischen Frauen ein. Dabei sollen die beiden mutmasslichen Angreiferinnen ihre Opfer mit den Worten «Dreckige Araberinnen» und «Ihr seid hier nicht zuhause» beschimpft haben.

Die 19 und 40 Jahre alten Opfer erlitten mehrere Stichwunden und wurden ins Krankenhaus gebracht. In den Online-Netzwerken löste der Vorfall heftige Diskussionen aus. Mehrere Nutzer warfen der französischen Presse vor, nicht ausreichend über den Fall berichtet zu haben.

Der Anwalt der beiden Opfer, Arié Alimi, warf den französischen Behörden eine «Hexenjagd» vor. Infolge des islamistischen Anschlags auf den Geschichtslehrer Samuel Paty hatte Präsident Emmanuel Macron angekündigt, verstärkt gegen den «radikalen Islam» vorzugehen. Alimi argumentierte, dies führe zu einer allgemeinen Stigmatisierung von Muslimen, die wiederum die Radikalisierung von Einzelnen nach sich ziehen könnte.

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