Abhängen mit dem Kumpel: Bullenhaie haben eine soziale Ader

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Bern,

Keine absoluten Einzelgänger, sondern Meereslebewesen mit Freunden? Eine Studie liefert Belege dafür, dass das Sozialleben von Bullenhaien deutlich komplexer ist als bisher angenommen.

Bullenhaie suchen nicht nur Beute, sondern auch soziale Beziehungen - sie wählen offenbar gezielt aus, mit wem sie durchs Meer schwimmen. (Archivbild)
Bullenhaie suchen nicht nur Beute, sondern auch soziale Beziehungen - sie wählen offenbar gezielt aus, mit wem sie durchs Meer schwimmen. (Archivbild) - Keystone/AP LONG BEACH PRESS-TELEGRAM/KEVIN CHANG

Wie Wissenschaftler der Universitäten Exeter und Lancaster im Fachjournal «Animal Behavior»berichten, haben Bullenhaie soziale Präferenzen und suchen sich aktiv aus, mit wem sie durch die Weiten der Meere schwimmen.

«Als Menschen pflegen wir vielfältige soziale Beziehungen – von flüchtigen Bekanntschaften bis hin zu unseren besten Freunden, aber wir meiden auch aktiv bestimmte Menschen – und diese Bullenhaie tun ähnliche Dinge», erklärte Studienleiterin Natasha Marosi. Für die Studie, die im «Shark Reef Marine Reserve» in Fidschi durchgeführt wurde, untersuchten die Forscher 184 Tiere über einen Zeitraum von sechs Jahren. Das «Shark Reef Marine Reserve» ist ein Schutzgebiet, in dem sich laut Marosi das ganze Jahr über viele Haie tummeln.

Der Studie zufolge häufen sich seit einigen Jahren die Hinweise, dass die Meeresbewohner eine soziale Ader haben. Um dieser Vermutung nachzugehen, ging das Team auf Hunderte Tauchgänge und analysierte nach Alter kategorisiert das Verhalten der Bullenhaie. Dabei ging es den Experten vor allem um Muster sozialer Interaktionen: Erfasst wurde etwa paralleles Schwimmen und ein spezifisches soziales Schwimmverhalten, bei dem ein Tier ein anderes aktiv anführt und das zweite folgt (Führen-Folgen).

Die Forschenden schliessen aus ihren Daten, dass Bullenhaie tendenziell bevorzugt mit Artgenossen abhängen, die ähnlich gross sind. Erkenntnisse gab es auch in Bezug auf das Geschlecht: Männchen haben im Schnitt mehr soziale Kontakte als Weibchen. Beide Geschlechter bevorzugen die Interaktion mit Weibchen. Soziale Bindungen sind der Auswertung zufolge besonders unter erwachsenen Bullenhaien mittleren Alters weit verbreitet, während junge und alte Tiere im Allgemeinen zurückhaltender und weniger sozial vernetzt sind.

«Wir fangen gerade erst an, das Sozialleben vieler Haiarten wirklich zu verstehen», sagte Darren Croft von der Universität Exeter. Haie profitierten wahrscheinlich von sozialem Zusammenleben. «Dazu gehören beispielsweise das Erlernen neuer Fähigkeiten, die Suche nach Nahrung und nach potenziellen Partnern, während Konfrontationen vermieden werden».

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