Ex-Gewerkschafter steht vor Zürcher Obergericht
Ein ehemaliger Gewerkschaftsfunktionär steht heute Mittwoch vor dem Zürcher Obergericht. Der Mann soll als einstiges Vorstandsmitglied der Kabinenpersonal-Gewerkschaft Kapers über eine halbe Million Franken für sich abgezweigt haben.

Der 45-Jährige war im Kapers-Vorstand für Finanzen und Mitgliederbetreuung zuständig. Mit gefälschten Rechnungen soll er dabei 542'000 Franken vom Gewerkschaftskonto auf sein Privatkonto abgezweigt haben.
Der Beschuldigte habe die Kolleginnen und Kollegen bei der Gewerkschaft arglistig getäuscht und das Vertrauensverhältnis ausgenutzt, heisst es im Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom Oktober 2024. Er habe damit rechnen können, dass die Überweisungen ungenügend überprüft würden.
Das Gericht verurteilte den Deutschen deshalb zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Es sprach zudem eine Landesverweisung von fünf Jahren aus.
Die Staatsanwältin verlangt hingegen eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Neun Monate soll er absitzen. Der Beschuldigte habe eine «ausgeprägte kriminelle Energie» an den Tag gelegt. Es könne keine positive Prognose gestellt werden.
Der Verteidiger wiederum fordert eine bedingte Freiheitsstrafe von nur 20 Monaten. Beide Seiten zogen den Fall ans Obergericht weiter. Mittlerweile arbeitet der Beschuldigte nicht mehr in der Flugbranche.






