Weltweit haben sich rund 263,2 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Vielerorts ist eine weitere Welle ausgebrochen. Hier gibts die Übersicht.
Coronavirus - Impfung in Hausarztpraxis
06.04.2021, Hessen, Wiesbaden: Ein Arzt impft in einer Hausarztpraxis. In Hessen werden ab dem 6. April die niedergelassenen Ärzte in die Impfstrategie einbezogen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Weltweit haben sich rund 263,2 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert.
  • Rund 20,25 Millionen Fälle davon sind aktiv.
  • Hier finden Sie den Überblick über die relevantesten Brandherde weltweit.

Nachdem die weltweiten Corona-Infektionszahlen zu Beginn des Jahres gesunken waren, vermeldete die WHO anfangs März die ernüchternde Trendwende. Die gemeldeten Fälle mit dem Coronavirus steigen gemäss der Weltgesundheitsorganisation wieder an. Gründe dafür sind gemäss WHO Corona-Lockerungen, ansteckendere Varianten oder die verbreitete Corona-Müdigkeit der Bevölkerung.

Ende November verbreitete sich das Gerücht einer neuen Variante des Coronavirus, welche noch ansteckender als die Delta-Variante sein könnte. Die WHO sprach bei «Omikron» von einer «besorgniserregenden» Variante.

Laut «worldometers» wurden weltweit insgesamt 263,2 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Aktive Fälle sind es zurzeit 20,25 Millionen, die Todesfälle belaufen sich auf über 5,2 Millionen.

Hier finden Sie die Übersicht und Entwicklung der grössten Brandherde Europas und auf der ganzen Welt.

Deutschland: Bundeseinheitliche Notbremse

In Deutschland (Platz 4 in Europa, rund 5,9 Millionen Infizierte) steigt die Zahl der Neuansteckungen. Das Nachbarland der Schweiz beklagt rund 102'100 Todesopfer im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Angela Merkel
Angela Merkel entschuldigt sich für den ursprünglich geplanten verschärften Lockdown an Ostern. - Youtube Livestream Bundestag

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist in Deutschland zum zweiten Mal in Folge gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 442,9 an.

Am Montag war ein Höchstwert von 452,4 erreicht worden. Vor einer Woche hatte der Wert bei 399,8 gelegen (Vormonat: 153,7). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 45'753 Corona-Neuinfektionen.

Alltagsmasken im öffentlichen Verkehr und Geschäften sind in Deutschland nicht ausreichend. Nötig sind wegen des Coronavirus sogenannte OP-Masken der Standards KN95/N95 oder FFP2. Erste Bundesländer setzten ausserdem auf 2G im Alltag.

Italien: Diskussion über 2G

Nachbar Italien (Platz 6 in Europa, rund 5 Mio. Infizierte) ging Mitte März in den dritten Lockdown. Seit Mitte Mai wurden die Massnahmen schrittweise gelockert. Rund 133'800 Menschen starben bislang im Zuge der Pandemie.

Anfangs Februar hatte die Regierung die meisten Regionen des Landes auf Stufe Gelb heruntergestuft und Lockerungen zugelassen. Doch die Fallzahlen des Coronavirus stiegen drastisch an, Italien meldete täglich rund 10'000 Neuinfektionen. Nach relativ niedrigen Zahlen ab Mai wird seit November teilweise die 10'000er-Marke wieder überstiegen.

Mario Draghi
Mario Draghi, der Ministerpräsident von Italien. - sda - Keystone/ANSA Pool/AP/Ettore Ferrari

Ursprünglich bis zum 6. April galt im ganzen Land die höchste, rote Alarmstufe. Das bedeutet, dass Schulen, Hochschulen, Cafés und Restaurants geschlossen wurden.

Österreich zieht Reissleine und führt 2G ein

Österreich (Platz 15 in Europa, rund 1,17 Millionen Infizierte) zählt mittlerweile etwas mehr Infizierte und Todesopfer als die Schweiz. Rund 12'550 Personen sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Bis am 7. Februar befand sich Österreich unter Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz im kompletten Lockdown. Danach leitete Kurz «behutsame Öffnungsschritte» ein.

So wurden zum Beispiel wieder alle Geschäfte geöffnet. Mit der FFP2-Maskenpflicht bei Kundenkontakt sollen Ausbrüche des Coronavirus verhindert werden.

Coronavirus - Österreich
Sebastian Kurz (ÖVP) während einer Pressekonferenz zur Corona-Situation. - dpa

Auf vielfachen Wunsch von Eltern sind die Schulen in den Präsenzunterricht übergegangen. Auch dort wird ein negatives Ergebnis verlangt. Museen können wieder besucht werden. Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen bleiben bestehen.

Ab Mitte Mai war in der Alpenrepublik die Gastronomie wieder ganz offen. Auch Sport- und Kulturveranstaltungen mit bis zu 3000 Teilnehmern waren wieder erlaubt. Voraussetzung war, dass man getestet, genesen oder geimpft ist.

Seit dem 22. November befindet sich das Land nun in einem mindestens zehntägigen Lockdown. Bereits eine Woche zuvor wurde der Lockdown für Ungeimpfte ausgesprochen. Anders als für Geimpfte und Genesene soll der Lockdown nach den voraussichtlich maximal zwanzig Tagen für Ungeimpfte nicht aufgehoben werden.

Seit dem 1. November gilt für Arbeitnehmende zudem ein Nachweis, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind.

Coronavirus: Frankreich führt Impfpflicht ein

Frankreich (Platz 3 in Europa, rund 7,7 Mio. Infizierte) beklagt seit Beginn der Pandemie rund 119'100 Todesopfer. Das Land kehrt immer wieder in harte Lockdowns zurück.

Die Zahl der Intensivpatienten hatte im Mai den Höchststand der zweiten Corona-Welle (4903 Patienten) im letzten Herbst überboten. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden wurden am 10. Mai 4971 Corona-Patienten auf den Intensivstationen behandelt. Im Frühjahr war die Situation mit 7000 Intensiv-Patienten aber noch einmal höher.

Coronavirus - Frankreich
Die Besitzerin eines Cafes in Paris, das einen Take-Away-Service anbietet, trägt einen riesigen Teddybären nach draussen, während weitere Teddybären im Innenraum stehen. - dpa

Ungeachtet der hohen Coronainfektionszahlen hat die französische Regierung eine deutliche Lockerung mit Auflagen gewagt. Seit Mittwoch, 19. Mai sind im ganzen Land wieder die Aussenbereiche der Restaurants sowie Geschäfte und Kultureinrichtungen offen. Die Ausgangssperre ist ebenfalls aufgehoben worden.

Allerdings hat das Land eine Impfpflicht für das Gesundheitspersonal eingeführt. Bis Mitte September müssen sich alle Angestellten im Gesundheitsbereich impfen lassen.

Das Land ist kein Risikogebiet mehr. Für die Einreise genügt derzeit ein Antigen-Schnelltest.

Grossbritannien bangt um die Früchte seines Impfwunders

Die Zahlen in Grossbritannien (Platz 1 in Europa, rund 10,2 Mio. Infektionen) stagnieren nach einem Peak im Juli auf relativ hohem Niveau. Gestorben sind über 144'900 Menschen – die höchste Anzahl an Todesopfern in ganz Europa (ohne Russland).

Wegen der raschen Ausbreitung der Corona-Mutation schickte Premier Boris Johnson das ganze Land wieder in den Shutdown. Erste Lockerungen wurden am 8. März mit der Wiedereröffnung der Schulen eingeführt.

Grossbritanniens Premierminister Johnson
Boris Johnson, Premierminister von Grossbritannien, interagiert mit der einjährigen Sanveer während eines Besuchs der Monkey Puzzle Nursery in Greenford. - dpa

Am 29. März traten weitere Lockerungen in Kraft: Zwei Haushalte oder bis zu sechs Menschen dürfen sich nun wieder in Parks und Gärten treffen. Die «Stay at home»-Anordnung wird aufgehoben, allerdings bittet die Regierung die Bevölkerung, weiterhin auf nicht notwendige Fahrten zu verzichten. Nicht überdachte Sportanlagen und Schwimmbäder dürfen wieder öffnen.

Seit dem 17. Mai dürfen sich die Menschen wieder in Innenräumen mit bis zu 30 Personen treffen. Auch die Bewirtung in Restaurants und Pubs ist wieder erlaubt. Die Regierung erlaubt «vertraute Kontakte» wie Umarmungen und Küsse bei Begrüssungen und Abschieden wieder.

Coronavirus England
Staatsminister Michael Gove kündigte am Sonntag die Lockerungsschritte an. - Keystone

Auch Kinos, Hotels und Hallensport sind wieder auf. Auslandsreisen ohne Quarantänepflicht sind ebenfalls wieder gestattet, wenn auch vorerst nur in wenige Länder, darunter Israel und Portugal.

Die britische Regierung wollte ursprünglich am 21. Juni alle Corona-Massnahmen aufheben. Danach hat sie entschieden, die noch geltenden Einschränkungen bis zum 19. Juli zu verlängern.

Zum «Freedom Day» wurden weitere Massnahmen gelockert und dies trotz steigenden Fallzahlen. Die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus hat die Infektionszahlen im Land wieder in die Höhe schnellen lassen. Kurz nach den Lockerungen begannen die Fallzahlen zu sinken.

Im Herbst begannen die Fallzahlen wieder zu steigen, als Grund gilt eine neue Unterart der Delta-Variante.

Indien: Corona-Infektionen explodieren

Indien (Platz 2 weltweit, rund 34,6 Mio. Infizierte) kam noch relativ unbeschadet durch die erste Welle. Doch Anfang März verzeichnete das südasiatische Land praktisch täglich neue Rekorde bei den Corona-Infektionen.

Schuld daran dürfte eine verbreitete Sorglosigkeit sein. Es gab lange Massenveranstaltungen für anstehende Regionalwahlen und religiöse Feste, bei denen Menschen weder Masken trugen noch Abstand hielten. Auch Virusmutationen dürften eine Rolle spielen.

Coronavirus - Indien
12.04.2021, Indien, Haridwar: Gläubige nehmen anlässlich des Kumbh Mela, dem grössten religiösen Fests des Hinduismus, ein traditionelles Bad im Ganges. - dpa

Dem Gesundheitswesen des Landes drohte der Kollaps. In vielen Spitälern fehlte es an Sauerstoff und Intensivbetten. Patienten mussten abgewiesen werden. Die Zahl der Todesopfer im Land beträgt laut «worldometers» rund 469'200.

Schweden hebt Corona-Massnahmen auf

Mit seinem Sonderweg war bisher auch die Entwicklung in Schweden (Platz 14 in Europa, rund 1,2 Mio. Infizierte) hochbrisant.

Das Land zählt mehr Gesamtinfizierte als die Schweiz. Doch besonders hoch ist in Schweden die Sterberate. Über 15'100 Todesopfer zählt das skandinavische Land.

Wie seine Nachbarn Dänemark und Norwegen hat auch Schweden die Pandemie wortwörtlich hinter sich gelassen. Als Grund für die aufgehobenen Massnahmen wird die hohe Impfrate von über 80 Prozent genannt.

USA: Neuinfektionen gehen zurück

Die USA (über 49,4 Mio. Infizierte) sind in absoluten Zahlen weiterhin auf Platz 1 der gezählten Fälle mit dem Coronavirus. Todesfälle zählen die Staaten bereits rund 803'000.

Nach einem Höhepunkt im Januar sind die Neuinfektionen danach deutlich zurückgegangen. Einer der Gründe dafür war die rasch fortschreitende Impfkampagne. Die USA haben bereits Mitte Dezember den Impfstoff von Biontech/Pfizer per Notfallzulassung zugelassen. Kurz darauf erhielt auch die Moderna-Impfung gegen das Coronavirus die Zulassung.

Donald Trump Joe Biden
Joe Biden erhielt seine erste Impfung gegen das Coronavirus im Live-TV. - Keystone

Seit dem 28. Februar ist auch das Vakzin von Johnson & Johnson zugelassen.

Ab Juli sind die Fallzahlen auch in den USA wieder angestiegen.

Südamerikas Spitzenreiter Brasilien

In Brasilien (Platz 3, rund 22 Mio. Infizierte) sind seit Beginn der Pandemie über 614'750 Menschen am Coronavirus gestorben. Die Impfkampagne kommt nur schleppend voran, rund 63 Prozent der Bevölkerung sind zweimal geimpft. Gleichzeitig weist Brasilien eine der höchsten Sterberaten weltweit auf.

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