Österreichische Ärzte, die gegen Corona impfen, werden immer häufiger angepöbelt und beschimpft. Im Tirol kommt deshalb die Polizei täglich in die Impfzentren.
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Wegen der baldigen Impfpflicht holen sich auch immer mehr kritische Personen den Pieks. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Mitarbeiter österreichischer Impfzentren werden immer häufiger beschimpft.
  • Einige fordern deshalb Polizeipräsenz, andere quittieren den Dienst.
  • In Wien haben Corona-Demonstranten sogar versucht, eine Impfstelle anzuzünden.

Noch eineinhalb Monate, dann gilt in Österreich die Impfpflicht gegen das Coronavirus. Während die Regierung die Details des Gesetzes und der Umsetzung ausdiskutieren, strömen viele Bürger zu den Impfzentren. Viele, die erst jetzt den ersten Pieks holen, tun dies eher widerwillig und stehen der Impfung kritisch gegenüber. Und dies bekommen die Ärzte zu spüren.

Die Aggressionen steigen, sie würden häufiger beschimpft, sagt ein Arzt eines Impfzentrums in Wien gegenüber dem «Mittagsjournal» von Ö1. Er merke, dass viele Leute nicht freiwillig hier seien. Eine Ärztin berichtet, dass die Situation zeitweise bedrohlich sei. Nach gewissen Impfungen gegen Corona würden ihr die Knie zittern, und sie sei froh, dass die Person wieder draussen sei.

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Der Andrang auf Impfungen gegen das Coronavirus ist in Österreich hoch. - Keystone

Sie sei sich am Überlegen, ob sie weiterhin im Impfzentrum arbeiten werde. Der Arzt hingegen hat die Entscheidung schon getroffen; er wird dort nicht mehr impfen. Er fordert besseren Schutz für das Personal und wünscht sich Polizeipräsenz.

Im Tirol gibt es bei Impfzentren eine gewisse Polizeipräsenz: Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtet, komme täglich eine Streife vorbei. In der Steiermark habe es bereits mehrere Polizeieinsätze in Impfzentren gegeben. Der zuständige Leiter berichtet von Beschimpfungen und Pöbeleien gegen das Personal. Zu Tätlichkeiten sei es aber noch nie gekommen.

Sind Sie gegen Corona geimpft?

Auch gemäss dem Roten Kreuz Oberösterreich ist die Stimmung in Impfzentren aggressiver geworden. Das Klima sei nicht immer freundlich, die Leute ungeduldiger, von Übergriffen wisse man aber nichts. Ganz anders ist dies in der Hauptstadt Österreichs der Fall. Laut der Wiener Ärztekammer hätten Teilnehmer einer Corona-Demo versucht, eine Impfstelle anzuzünden.

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