Belarus hat eine erste Infektion des Coronavirus in der Migranten-Notunterkunft nahe der polnischen Grenze gemeldet.
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Flüchtlinge in Belarus - BELTA/AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Flüchtlingslager an der Grenze zu Polen ist ein Coronafall gemeldet worden.
  • Die infizierte Person befinde sich jetzt in einem Krankenhaus.
  • Nun soll eine Impfstelle organisiert werden.

In der zum Schlaflager umfunktionierten Logistikhalle ist ein Mensch am Coronavirus erkrankt. Dies meldete die belarussische Staatsagentur Belta am Donnerstag unter Berufung auf einen Behördenvertreter aus der Region Grodno. Der Erkrankte sei in ein Spital gebracht worden.

Das Lager wurde am Dienstag eröffnet. In der Unterkunft schliefen in den vergangenen beiden Nächten rund tausend Menschen auf engstem Raum auf dem Boden. Weil Regen droht, sollen nun in der oberen Etage noch weitere Migranten untergebracht werden.

Immer mehr Menschen verlassen mittlerweile das Waldstück direkt an der Grenze zu Polen. Das berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa vor Ort.

Eine Impfstelle gegen das Coronavirus soll ins Leben gerufen werden

In der Logistikhalle werde eine Impfstelle eröffnet, an der ein chinesisches Vakzin verabreicht werden solle, hiess es von belarussischer Seite. Belarus hat erst vor einigen Tagen rund 1,5 Millionen Dosen des chinesischen Herstellers Sinopharm geliefert bekommen.

An der belarussisch-polnischen Grenze harren seit Tagen Tausende Migranten aus. Alexander Lukaschenko wird von Europa beschuldigt. Er soll Flüchtlinge aus Krisenregionen in organisierter Form an die polnische Aussengrenze gebracht zu haben. Dies, um die Europäische Union unter Druck zu setzen und sich für Sanktionen zu rächen.

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