Bauern

«Zerstörer» plündert Bauern-Kässeli und zertrümmert Eier

Eine unbekannte Person macht mutwillig Lebensmittel aus einem Bauern-Kühlschrank im Berner Oberland kaputt. Jetzt zieht die Bergbäuerin Konsequenzen.

Kässeli
Eine unbekannte Person hat das Kässeli beim Bauern-Kühlschrank in Aeschi bei Spiez BE aufgebrochen. - zvg

Das Wichtigste in Kürze

  • Unbekannte haben einen Hofkühlschrank in Aeschi bei Spiez BE geplündert.
  • Dabei stahlen sie Geld und zerstörten Eier.
  • Die Bergbäuerin ist traurig. Jetzt installiert sie eine Überwachungskamera.

Hoch über dem Thunersee, eingebettet in die Bergwelt der Berner Alpen, liegt das idyllische Dorf Aeschi bei Spiez. Mit dem markanten Niesen als majestätischer Kulisse eröffnen sich hier weite Blicke auf das Bergpanorama und den See.

Anfang Februar wird die Idylle aber durch einen Zwischenfall getrübt. Unbekannte haben den Hof-Kühlschrank neben dem Dorfbeck leergeräumt – und Geld aus dem Kässeli geklaut. Doch nicht nur das.

«Danke dem Zerstörer», heisst es bitter auf einem Aushang neben dem inzwischen wieder gefüllten Kühlschrank.

«Melde dich doch bitte, damit wir dein Problem gemeinsam lösen können und ich von einer Anzeige absehen kann.»

Und: «Es wäre doch schade, wenn die ehrlichen Leute nicht mehr von den guten Produkten profitieren können.»

«Zerstörer» macht Kässeli und Eier kaputt

Doch: Auch über einen Monat nach dem Vorfall hat sich niemand bei Bergbäuerin Manuela Wüthrich (46) gemeldet und die Tat gestanden.

«Das wird auch leider nicht mehr passieren», sagt sie im Gespräch mit Nau.ch.

Mit dem Aushang will sie vor allem auf die Situation aufmerksam machen und betonen, wie wichtig Ehrlichkeit sei.

Manuela Wüthrich
Manuela Wüthrich mit ihrem Partner: Die Bergbäuerin schmerzt es sehr, dass Lebensmittel mutwillig kaputt gemacht wurden. - zvg

Was ist passiert?

«In der Nacht von Donnerstag auf Freitag, 6. Februar, brach jemand das Kässeli auf und nahm das Geld darin mit. Zudem nahm er alle Eier aus dem Kühlschrank und schmiss sie auf den Boden», berichtet sie.

Bergbäuerin: «Das schmerzt mich sehr»

Ihre Vermutung: «Am Vortag hatte ich den Kühlschrank neu aufgefüllt und dabei auch das Kässeli geleert. Wohl aus Frust darüber, dass die Person kaum Geld stehlen konnte, zerstörte sie dann die Eier.»

Über den Vorfall wurde die Bergbäuerin per Telefon benachrichtigt. Als sie vor Ort eintraf, waren die Spuren der zerschlagenen Eier bereits weggewischt worden.

«Das tut mir weh, das macht mich traurig», sagt Wüthrich. Den finanziellen Schaden könne sie nicht genau beziffern, da sie nicht wisse, wie viel Geld im Kässeli gewesen sei.

«Aber der emotionale Wert ist sehr gross», fügt sie hinzu. «Insbesondere, dass Lebensmittel mutwillig kaputt gemacht wurden, schmerzt mich sehr. Ich stecke jeden Tag viel Energie in meine Arbeit. Ich bin Bergbäuerin mit Leib und Seele!»

«Mehrheit ist sehr ehrlich»

Den Kühlschrank in Aeschi befüllt die 46-Jährige seit Dezember. Seit mehreren Jahren hat sie zudem ein Selbstbedienungs-Lädeli in Erlenbach im Simmental.

«In all dieser Zeit hatte ich nie Probleme», sagt sie. «Im Gegenteil: Die Leute sind immer sehr ehrlich. Haben sie kein Münz dabei und keinen Empfang, twinten sie mir den Betrag, wenn sie wieder unten im Dorf sind.»

Kässeli
Wie viel Geld im Kässeli war, weiss die Bergbäuerin nicht. - zvg

Auch würden einige die Beträge aufrunden, was die Bergbäuerin freut.

Denn Manuela Wüthrich betont: «Ein sehr grosser Teil des Käses und der Eier verkaufe ich im Lädeli und im Kühlschrank. Deshalb hoffe ich sehr, dass dieser Vorfall nicht nur der erste, sondern auch der letzte war.»

Bergbäuerin installiert jetzt Kamera

Wer der «Zerstörer» war, weiss sie nicht. Auf eine Anzeige verzichtet sie – wegen der verschwindend kleinen Erfolgsaussichten.

Die Bergbäuerin zieht deshalb nun anderweitig Konsequenzen. «Ich werde jetzt eine Kamera installieren und mit einem Schild darauf hinweisen», kündigt sie an.

Sollte der «Zerstörer» doch noch angezeigt werden?

Gleichzeitig hofft Wüthrich: «Das Vertrauen und der Respekt dürfen nicht verloren gehen. Das beginnt schon bei der Erziehung», ist die Mutter überzeugt.

Kommentare

User #2959 (nicht angemeldet)

In den 79 zigern war ich auch d an mit meiner Mutter in München. Dort standen orang farbene Zeitungsständer überall in der Stadt. Man könnte ein paar Pfennig, vvlt. 80 damals einwerfen und sich selbst eine Zeitung aus der Metallbox nehmen. Werde ich nie Verstehen , wegen des Diebstahls. Hier im Badischen wo ich Aufgewachsen bin musste man alles Anschrauben.

User #3962 (nicht angemeldet)

Mir fehlen die Worte😢

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