Die Bundesregierung bemüht sich um die rasche Beschaffung des Corona-Medikaments Paxlovid, das in den USA am Mittwoch im Schnellverfahren zur Behandlung von Erkrankten zugelassen wurde.
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Paxlovid - Pfizer/AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Ministerium verhandelt bereits mit Pharmaherstellern.

Das Bundesgesundheitsministerium steht nach Angaben eines Sprechers vom Donnerstag bereits mit Herstellern «in Verhandlung, um Kontingente für Deutschland zu sichern und zeitnah für die Versorgung zur Verfügung zu stellen».

Dies gelte neben dem Präparat Paxlovid des US-Konzerns Pfizer auch für das Mittel Lagevrio, das vom US-Unternehmen MSD hergestellt wird, sagte der Sprecher zu AFP. Beides sind antivirale Mittel, die das Virus dabei hindern, sich zu reproduzieren.

Die Präparate sind in der EU noch nicht zugelassen. Die Mittel sollten in Deutschland nach der Zulassung vor allem für Risikopatienten eingesetzt werden - etwa Patienten über 60 Jahre und Menschen mit Leiden wie Adipositas und Diabetes, sagte der Ministeriumssprecher.

Das Bundesforschungsministerium wertete die Zulassung von Paxlovid durch die US-Arzneimittelbehörde FDA als «eine gute Nachricht für die Bekämpfung der Pandemie und damit für uns alle». Das Ministerium verwies gegenüber AFP auf Befunde aus den USA, wonach Paxlovid bei Risikopatienten die Gefahr einer Krankenhauseinweisung oder eines Todes um 88 Prozent reduziere.

Das Gesundheitsministerium verwies darauf, dass die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) bereits mit «Bewertungsverfahren mit dem Ziel der Zulassung» begonnen habe.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte der Corona-Pille Paxlovid am Mittwoch eine Notfallzulassung für Risikopatienten ab zwölf Jahren erteilt. Die Behörde erklärte dazu: «Diese Zulassung bringt zu einem mit dem Auftreten neuer Varianten entscheidenden Zeitpunkt in der Pandemie ein neues Werkzeug, um Covid-19 zu bekämpfen.» US-Präsident Joe Biden versprach Pfizer staatliche Unterstützung, um die Produktion des Medikaments schnell hochzufahren.

Paxlovid kombiniert den neuen Wirkstoff Nirmatrelvir mit dem Medikament Ritonavir, das bereits zur Behandlung von HIV-Patienten eingesetzt wird.

Patienten nehmen über einen Zeitraum von fünf Tagen zwei Mal täglich zwei Tabletten Nirmatrelvir und eine Tablette Ritonavir zu sich. Die US-Regierung hat bereits für einen Preis von 5,3 Milliarden Dollar (knapp 4,7 Milliarden Euro) zehn Millionen Packungen bestellt. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA unterstützte in der vergangenen Woche den Einsatz von Paxlovid für Notfälle.

Das Bundesforschungsministerium wies darauf hin, dass es die Entwicklung von Medikamenten gegen Corona in Deutschland mit Nachdruck fördere. Am Donnerstag gab es bekannt, dass es 24,3 Millionen Euro für drei neue Forschungsvorhaben für die Medikamentenforschung gegen Covid-19 bereitstelle. Die Mittel gingen an die Unternehmen Proteo Biotech AG, Rnatics GmbH und Evotec International GmbH.

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