Kerzers FR: Zeuge von Postauto-Brand trauert um die Opfer
Nau.ch hat mit einem Augenzeugen der Postauto-Brand-Tragödie in Kerzers FR gesprochen. Der Mann sagt: «Der Gedanke an die Opfer lässt mich nicht mehr los.»

Das Wichtigste in Kürze
- Bei einem Busbrand in Kerzers FR sind am frühen Dienstagabend sechs Personen gestorben.
- Die Polizei geht bei der Tragödie von einer mutwilligen Tat aus – die Ermittlungen laufen.
- Ein Augenzeuge sagt gegenüber Nau.ch: «Der Gedanke an die Opfer lässt mich nicht los.»
Kerzers FR befindet sich seit dem frühen Dienstagabend in einer Schockstarre. Mitten im Zentrum der Gemeinde steht plötzlich ein Postauto in Flammen. Stunden später gibt die Polizei eine Medienkonferenz und teilt mit: Sechs Menschen haben bei der Tragödie ihr Leben verloren. Drei weitere befinden sich mit lebensgefährlichen Verletzungen im Spital.
Nau.ch ist am späten Dienstag in Kerzers – der Tatort ist abgesperrt. Vom völlig ausgebrannten Bus ist nur noch das Chassis übrig. Die Sicht darauf ist verdeckt. Mittlerweile werden die Schächte wegen der Giftstoffe im Löschwasser abgepumpt.

Auf der Strasse treffen wir einen Anwohner, der die Tragödie mitansehen musste. Er hat den Brand mit dem Handy gefilmt. Der Mann zeigt einzelne Screenshots des Videos auf seinem Telefon. Die Bilder zeigen den Bus in Flammen, dichter Rauch steigt über der Murtenstrasse auf.
Sinngemäss erklärt der Mann auf portugiesisch, dass es nicht einfach sei, solche Aufnahmen anzusehen, wenn man wisse, dass sich Menschen im Innern befanden. «Der Gedanke an die Opfer lässt mich nicht los. Es tut mir unglaublich weh zu wissen, dass Menschen in dem Fahrzeug gestorben seien.»
Aus Respekt vor ihnen habe er sich entschieden, das Video nicht weiterzugeben, betont er.
Polizei geht in Kerzers von mutwilliger Tat aus
Nach ersten Erkenntnissen gehen die Ermittler von einer mutwilligen Tat aus. Zeugenaussagen deuteten darauf hin, dass eine Person vorsätzlich mit einem Brandsatz hantiert habe, erklärte Polizeisprecher Frédéric Papaux vor den Medien.
Zudem geht die Polizei Hinweisen nach, wonach sich eine Person im Bus mit Benzin übergossen und angezündet haben könnte. Bestätigt ist diese Version bislang nicht. Auch zu einem möglichen Terroranschlag wollten sich die Behörden zum aktuellen Zeitpunkt nicht äussern.
Als die Einsatzkräfte eintrafen, stand der Bus vollständig in Flammen
Der Bus war auf der Strecke von Düdingen nach Kerzers unterwegs, als es zur Tragödie kam. Gegen 18.25 Uhr wurde die Einsatz- und Alarmzentrale über den Brand an der Murtenstrasse informiert.
Als die Rettungskräfte eintrafen, stand das Fahrzeug bereits vollständig in Flammen. Verletzte Passagiere seien selbstständig aus dem brennenden Bus gestiegen, sagte Polizeisprecher Frédéric Papaux am Abend vor den Medien.

Von vier verletzten Passagieren sowie einen verletzten Rettungssanitäter ist die Rede. Drei der Verletzten befinden sich laut Polizeiangaben in einem kritischen Zustand, eine Person wurde mit dem Helikopter ins Spital geflogen.
Im Inneren fanden Einsatzkräfte später die sechs Toten. Die Identität der Verletzten ist bereits geklärt. Die Identifizierung der sechs Todesopfer läuft noch. Für Angehörige hat die Polizei eine Hotline unter der Nummer 0800 261 700 eingerichtet.















