Boris Johnson nahm während des Lockdowns an illegalen Partys teil. Zurücktreten will der britische Premier allerdings nicht.
Premierminister Boris Johnson zu Beginn seines zweitägigen Besuchs in Indien auf dem internationalen Flughafen Sarda Vallabhbhai Patel. Foto: Stefan Rousseau/PA Wire/dpa
Premierminister Boris Johnson zu Beginn seines zweitägigen Besuchs in Indien auf dem internationalen Flughafen Sarda Vallabhbhai Patel. Foto: Stefan Rousseau/PA Wire/dpa - sda - Keystone/PA Wire/Stefan Rousseau

Das Wichtigste in Kürze

  • Boris Johnson will nicht wegen Partygate zurücktreten.
  • Mehrere Abgeordnete seiner Partei hatten ihn zum Rücktritt aufgefordert.
  • Der britische Premier sagt aber, er glaube nicht, «dass es das richtige ist».

Der britische Premierminister Boris Johnson hat Rücktrittsforderungen wegen seiner Rolle bei illegalen Lockdown-Partys im Regierungssitz zurückgewiesen.

«Ich glaube nicht, dass es das richtige ist», sagte der Premier am Donnerstag während einer Indien-Reise dem Nachrichtensender Sky News. Zuvor hatten mehrere Abgeordnete von Johnsons Tory-Partei dessen Rücktritt gefordert.

Boris Johnson musste Busse bezahlen

Noch am Donnerstag will das Unterhaus in London darüber abstimmen, ob es eine parlamentarische Untersuchung zu der Frage geben soll: nämlich, ob Johnson die Abgeordneten im Zusammenhang mit der Affäre belogen hat.

Ein Versuch der Regierung, die Abstimmung kurzfristig zu verschieben, scheiterte offenbar am Widerstand in Johnsons eigener Partei. Es gilt daher nicht als unwahrscheinlich, dass der Premier die für den Abend vorgesehene Abstimmung verliert.

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Boris Johnson, Premierminister von Grossbritannien, entschuldigte sich nach der Veröffentlichung eines Untersuchungsberichts zu den Lockdown-Partys. Foto: Jonathan Brady/PA Wire/dpa - sda - Keystone/PA Wire/Jonathan Brady

Johnson hatte im Parlament mehrfach beteuert, die Regeln seien stets befolgt worden. Dies nach Berichten über Partys in der Londoner Downing Street während verschiedener Corona-Lockdowns. Später stellte sich heraus, dass der Premier selbst an mehreren der fraglichen Zusammenkünfte teilgenommen hatte.

Inzwischen musste er dafür sogar eine von der Polizei verhängte Strafe zahlen. Weitere könnten folgen. Johnson stellt sich nun auf den Standpunkt, er habe nicht gemerkt, dass es sich um Partys handelte.

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