Kanton Bern soll Wildtierschäden genauer unter die Lupe nehmen
Das Berner Kantonsparlament will die Schätzung von Wildtierschäden auslagern. Was heute der kantonale Wildhüter macht, sollen künftig «ausgewiesene Fachpersonen mit entsprechender Ausbildung» erledigen, verlangt ein am Montag überwiesenes Postulat.

Qualität und Nachvollziehbarkeit der Schadenbeurteilungen seien häufig Gegenstand von Kritik, machten die Initiantinnen und Initianten von SVP, EDU, FDP, EVP und Mitte geltend. «Die Wildhut ist keine agronomische Fachstelle», sagte Beat Bösiger (SVP).
Beim Regierungsrat rannte das Begehren mit Blick auf die Arbeitsbelastung des Jagdinspektorats «offene Türen ein», wie es Umweltdirektor Christoph Ammann (SP) formulierte. Die Auslagerung sei in Vergangenheit als mögliche Entlastung identifiziert worden. Die Regierung beantragte allerdings Annahme in abgeschwächter Form eines Postulats, um das Vorhaben vertieft prüfen zu können.
Diesem Antrag folgte das Parlament und überwies den Vorstoss mit 109 zu 38 Stimmen bei vier Enthaltungen. SP/Juso und Grüne hielten dagegen, unter anderem aus Kostengründen.
Laut dem Regierungsrat gehen beim Jagdinspektorat jährlich zwischen 480 und 550 Gesuche um Entschädigung wegen Wildtierschäden ein. Aktuell betrage die Schadenssumme rund eine halbe Million Franken pro Jahr, mit steigender Tendenz aufgrund der Teuerung und der Zunahme von Tieren.






