Hostpoint hat am Dienstag drei Webseiten von Corona-Skeptikern gesperrt. Auf einer ist es zu Gewaltaufrufen gegen Politiker gekommen.
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Ein Mann vor einem Bildschirm. (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Hostpoint hat drei Internetseiten wegen Gewaltaufrufen gegen Politiker gesperrt.
  • Laut dem Schweizer Webservice-Provider verstösst nur eine Seite gegen die AGBs.
  • Jedoch gehören die Webseiten dem gleichen Nutzer, weshalb alle gesperrt wurden.

Am Dienstagmittag laufen einige Telegram-Gruppen heiss: Hostpoint soll drei Internetseiten, welche von Corona-Skeptikern und Massnahmen-Gegner frequentiert werden, gesperrt haben. Genannt werden die Webseiten «wirbestimmen.ch», «fbschweiz.ch» sowie «unwählbar.ch».

Und tatsächlich: versucht man die Seite «unwählbar.ch» zu erreichen, erscheint die Meldung «Der Zugriff auf diese Seite wurde deaktiviert».

Telegram
Eine Telegram-Gruppe weist auf die Sperrung hin. - Screenshot/Telegram/Wir machen auf Schweiz

Die anderen beiden Seiten sind am Dienstagnachmittag erreichbar. Jedoch lässt die Freiheitliche Bewegung Schweiz verlauten, dass die Seite zeitweise gesperrt wurde.

Freiheitlichen Bewegung Schweiz
Die Webseite der Freiheitlichen Bewegung Schweiz weisst auf die Sperrung hin. - Screenshot/fbschweiz.ch

Hostpoint bestätigt Sperrung

Auf Anfrage von Nau.ch bestätigt Hostpoint die Sperrung der drei Seiten. Mauro Landolt, Sprecher des grössten Schweizer Webhosting-Providers, nennt als Grund «Gewaltaufrufe gegen Politiker».

«Nach einem Hinweis auf Twitter vom Montag, wurde eine interne Untersuchung gestartet. Diese hat ergeben, dass eine Webseite gegen unsere AGBs sowie den Code of Conduct verstossen», so Landolt. Dies sei ein branchenübliches Vorgehen.

Hostpoint
Hostpoint hat die Seite «unwählbar.ch» deaktiviert. - Screenshot/unwählbar.ch

Da die drei Seiten dem gleichen Benutzerkonto gehören, ist es zu einer Sperrung aller Auftritte gekommen. Da es im Fall von «wirbestimmen.ch» und «fbschweiz.ch» aber zu keinen strafrechtlichen Überschreitungen gekommen sei, wurden diese wieder aufgeschaltet.

Im Falle von «unwählbar.ch» bestehe die Sperrung jedoch vorerst weiterhin, erklärt Landolt.

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