Kaum haben am Samstag Tausende in Liestal BL gegen die Massnahmen wegen des Coronavirus demonstriert, weibeln sie schon für die nächste Kundgebung.
Coronavirus Demo
Anhänger des Vereins «Stiller Protest» bei einer Demonstration gegen die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Liestal, am Samstag, 20. März 2021. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In Liestal BL demonstrierten am Samstag rund 6000 Personen gegen die Corona-Massnahmen.
  • Der Verein «Stiller Protest» wird in Basel-Land keine zweite Bewilligung mehr erhalten.
  • Massnahmen-Gegner planen jedoch bereits die nächste Demo am 10. April in Altdorf UR.

Nach der Demo ist vor der Demo: Rund 6000 Menschen marschierten gemäss Angaben der Polizei am Samstag durch Liestal BL. Der Grund: Die Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Obwohl zahlreiche Teilnehmer die Maskenpflicht ignorierten, liess die Polizei die Demonstranten gewähren.

Dies werten die Gegner der Massnahmen wegen des Coronavirus offensichtlich als Erfolg. Sowohl in den Telegram-Chats der «Corona-Rebellen» als auch auf den sozialen Netzwerken feiern sie die «starke Anwesenheit»: «Liestal war grossartig».

Impressionen der Demonstration. - Drone Air Media

Denn wie die Verantwortlichen der Behörden einstimmig zugeben: Es waren schlicht zu viele Menschen, um einzuschreiten oder haufenweise Bussen zu verteilen.

Eine Luftaufnahme der Demonstration in Liestal BL. - Drone Air Media

In Bern hatte die Polizei am selben Tag eine Corona-Demo rasch im Keim erstickt und 600 Anzeigen verteilt. Diese Demonstration von Massnahmen-Gegnern war jedoch im Vergleich zu Liestal BL nicht bewilligt.

Nächste Demo gegen Massnahmen wegen Coronavirus in Altdorf UR

Doch Anzeigen oder Bewilligungs-Entzug hin oder her: Die Corona-Rebellen planen bereits ihre nächsten Kundgebungen. Denn gemäss ihren Schätzungen hätten gar 10'000 Personen in Liestal BL gegen die Massnahmen rebelliert.

«In Altdorf hat es Platz für 15'000 Menschen», behaupten die Rebellen in einem Telegram-Chat. Dort soll bereits am 10. April, also in weniger als drei Wochen, die nächste Kundgebung stattfinden.

Organisiert wird diese jedoch nicht vom Verein «Stiller Protest», sondern vom «Aktionsbündnis Urkantone». Diese fordern auf ihrer Webseite: «Schluss mit dem Corona-Notrecht». Das Aktionsbündnis hingegen kündet an, man habe Platz für 10'000 Besucher.

Anders als in Liestal wollen die Veranstalter jedoch eine Maskenpflicht durchsetzen. Da die Kundgebung auf Privatgelände stattfindet, gelte eine Maskenpflicht. «Wir sind gezwungen, auf Einhaltung der Maskenpflicht zu bestehen.»

Auf Anfrage von Nau.ch teilt die Standeskanzlei Uri mit, die Vorbereitungen für die Kundgebung in Altdorf würden laufen. «Die Organisatorinnen und Organisatoren sind im Austausch mit dem Kanton Uri.»

Wichtig sei, dass die Anreise und Abreise der Teilnehmenden mit Auto oder öV geregelt erfolge. Das Aktionsbündnis muss ein entsprechendes Konzept vorlegen, erst dann wird wohl über eine Bewilligung entschieden.

Sollen die Behörden Corona-Demonstrationen weiterhin erlauben?

Ob die Teilnahme von 15'000 Demonstranten in der 8500-Seelen-Gemeinde realistisch ist, kommentieren die Behörden nicht.

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