Krebs

Neuer Test: Drittel der Shein-Produkte enthalten Krebs-Chemikalien

Vivian Balsiger
Vivian Balsiger

China,

Alarmierende Test-Ergebnisse: Bei jedem dritten Produkt des Billighändlers Shein wurden krebserregende Chemikalien nachgewiesen – selbst in Kinderkleidung.

Shein
Ein neuer Test zeigt: 32 Prozent der Shein-Kleidung enthält krebserregende Inhaltsstoffe. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein neuer Test zeigt: 32 Prozent der Shein-Kleidung enthält krebserregende Chemikalien.
  • Die Kleider des Billig-Modehändlers beinhalten unter anderem PFAS.
  • Aktivisten fordern Gesetze gegen Fast Fashion und mehr Kreislaufwirtschaft.

32 Prozent der Produkte des Billigmode-Riesen Shein enthalten krebserregende Chemikalien. Das zeigt ein aktueller Test der Umweltorganisation Greenpeace.

18 von 56 der getesteten Kleidungsstücke der chinesischen Fast-Fashion-Marke enthalten gefährliche Chemikalien. Teils weit über den Grenzwerten der europäischen Chemikalienverordnung. Und sogar bei Kinderkleidung.

Zu den gefährlichen Inhaltsstoffen gehören Weichmacher (Phthalate) und die sogenannte «Ewigkeitschemikalie» PFAS.

Diese Chemikalien gelten als potenziell giftig. Und stehen im Verdacht, Krebs, Fortpflanzungsstörungen, Wachstumsstörungen bei Kindern sowie eine Schwächung des Immunsystems zu verursachen.

Ein besonders auffälliges Beispiel beim Greenpeace-Test: Damen-Regenstiefel, die in die Schweiz geliefert wurden, wiesen einen Phthalatgehalt auf, der 71 -mal über dem zulässigen Grenzwert liegt.

Nicht nur Konsumenten sind betroffen

Konsumenten kommen üblicherweise über Hautkontakt, Schweis oder eingeatmete Fasern mit den Chemikalien in Berührung. Doch nebst den Konsumenten sind besonders die Arbeiter sowie die Umwelt von der Chemikalienbelastung betroffen.

Beim Tragen, Waschen oder Entsorgen gelangen die Stoffe in Hautkontakt, Flüsse, Boden und Nahrungskette.

Soll Fast Fashion künftig besteuert werden?

Trotz früherer Rückrufe bleiben viele Produkte chemisch belastet. Greenpeace hatte bereits 2022 erhöhte Schadstoffwerte in Shein-Produkten festgestellt.

Und viele problematische Artikel tauchen immer wieder unverändert auf, so Greenpeace.

Auch Kinderspielzeuge sind gefährlich

Ganze 80 Prozent des Spielzeugs, das von Shein und Temu vertrieben wird, bekäme in der Schweiz keine Zulassung. Wegen gefährlichen Giftstoffen, aber auch wegen zu kleinen und leicht verschluckbaren Teilen.

Shein boom weltweit

Mit 363 Millionen Besuchern pro Monat ist Shein.com die meistbesuchte Mode-Website der Welt. Das entspricht mehr als Nike, Myntra und H&M zusammen. Über 500'000 Modelle sind gleichzeitig verfügbar, zwanzigmal so viele wie bei H&M.

werbung
Greenpeace verlangt, dass die Vorschriften auch für internationale Online-Shops gelten und Fast-Fashion-Werbung in sozialen Medien begrenzt wird. (Symbolbild) - keystone

Der Umsatz stieg von 23 Milliarden Dollar im Jahr 2022 auf 38 Milliarden Dollar 2024.

Greenpeace fordert Anti-Fast-Fashion-Gesetz

Greenpeace fordert ein umfassendes Anti-Fast-Fashion-Gesetz, um Verbraucher, Arbeiter und die Umwelt wirksam zu schützen. Die Organisation fordert, dass solche Regelungen für alle in die Schweiz verkauften Produkte gelten.

Auch für ausländische Online-Plattformen – und dass Werbung für Fast Fashion, etwa in sozialen Medien, eingeschränkt wird.

Zugleich sollen Reparaturen, Tauschmöglichkeiten und Second-Hand-Optionen gestärkt werden, um die Kreislaufwirtschaft zu fördern. Ergänzend schlägt Greenpeace eine Steuer auf Fast-Fashion-Textilien vor, um umweltfreundlichere Alternativen attraktiver zu machen.

Kommentare

User #5150 (nicht angemeldet)

Nur weil ich teurere Ware kaufe, erhalte ich nicht automatisch bessere Ware, das ist ein Trugschluss.

User #4138 (nicht angemeldet)

Am Ende der Warenkette stehen wir Verbraucher/Konsumenten. Somit liegt es in unserer Verantwortung, ob wir in Zukunft weiterhin Billigprodukte kaufen, oder ob wir künftig qualitativ hochwertigere Produkte kaufen, die der Umwelt deutlich weniger schaden. Es müsste doch mittlerweile jedem Konsumenten klar sein, dass billige Produkte nicht lange halten und deren Produktion auf dem tiefsten Niveau mit den billigsten Materialien hergestellt wurde.

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