Das Parlament in Pakistan hat ein neues Gesetz verabschiedet: Dieses soll Gerichten erlauben, die chemische Kastration bestimmter Sexualstraftäter anzuordnen.
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Imran Khan, Premierminister von Pakistan, spricht mit der Presse. (Archiv) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Pakistans Parlament billigt die chemische Kastration für bestimmte Sexualstraftäter.
  • Das Gesetz wird von Menschenrechtlern und Rechtsexperten kritisiert.
  • Die Regelung gilt als Reaktion auf mehrere Sexualverbrechen im Land.

Das pakistanische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das es Gerichten erlaubt, die chemische Kastration bestimmter Sexualstraftäter anzuordnen. Demnach können Wiederholungstäter, Gruppenvergewaltiger und Pädophile Medikamente erhalten, die den Sexualtrieb hemmen.

Das Gesetz sieht zudem die Einrichtung von Sondertribunalen für schnellere Verfahren vor. Das in Pakistan von Menschenrechtlern und Rechtsexperten kritisierte Gesetz war im vorigen Dezember per Anordnung des Präsidenten eingeführt worden.

Reaktion auf mehrere Sexualverbrechen

Die Regierung konnte aber nicht die innerhalb von vier Monaten obligatorische parlamentarische Zustimmung einholen. Am Mittwoch billigte das Parlament in Islamabad nun die Bestimmungen. Die Regelung gilt als Reaktion auf mehrere Sexualverbrechen, die in dem südasiatischen Land zu einem Aufschrei des Entsetzens geführt hatten.

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