Netanjahu nach Trump-Gesprächen: Angriffe werden fortgesetzt
Der Iran-Krieg läuft seit drei Wochen. Nun soll es offenbar eine Kriegs-Pause geben. Oder doch nicht? Das Neuste im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze
- Am 28. Februar griffen Israel und die USA den Iran an und starteten den Krieg.
- Der Iran schlägt grossflächig zurück und attackiert auch Ziele in den Golfstaaten.
- Trump spricht nun von einer angeblichen Kriegs-Pause – der Iran widerspricht.
- Im Ticker von Nau.ch verpasst du keine Entwicklung im Nahen Osten.
Am 28. Februar griffen die USA und Israel den Iran an. Seither wurden mehrere hochrangige Militärs und Politiker, darunter der Oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei, getötet. Zudem greift Israel wieder Stellungen der Hisbollah im Libanon an.
Der Iran schlägt grossflächig zurück und attackiert auch die Golfstaaten sowie deren Energieinfrastruktur. Zudem blockiert das Land die für den Ölhandel wichtige Strasse von Hormus, was zu starken Preisanstiegen und grossen Unsicherheiten führt.
Wie lange der Krieg noch dauern wird, ist unklar. Donald Trump sagte am Freitag, er erwäge, die Angriffe zurückzufahren, man stehe kurz davor, die Ziele zu erreichen. Gleichzeitig sind aber Tausende weitere US-Soldaten auf dem Weg in den Nahen Osten.
Netanjahu: Trump sieht Chance für ein Abkommen mit dem Iran
20.59: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich erstmals zu von den USA verkündeten Gesprächen mit dem Iran über eine mögliche Vereinbarung im Iran-Krieg geäussert.
«Präsident (Donald) Trump ist überzeugt, dass es eine Chance gibt, die enormen Erfolge, die wir mit dem US-Militär erzielt haben, zu nutzen, um die Kriegsziele durch ein Abkommen zu verwirklichen – ein Abkommen, das unsere vitalen Interessen schützt», sagte er in einer Videobotschaft.

«Vorhin habe ich mit unserem Freund Präsident Trump telefoniert», erklärte Netanjahu darin weiter. Israels Regierungschef sagte zugleich, dass die Angriffe auf den Iran fortgesetzt würden. «Wir zerschlagen das Raketenprogramm und das Atomprogramm».
Den Angaben nach will Israel auch weiterhin gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon militärisch vorgehen. Trump hatte zuvor von «detaillierten und konstruktiven Gesprächen» mit der Islamischen Republik gesprochen, die demnach in dieser Woche fortgesetzt werden sollen.
Der israelische TV-Sender N12 berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass das Land Sorge vor einem Abkommen habe, in dem Irans hochangereichertes Uran nicht berücksichtigt werde.
Israel will verhindern, dass Teheran Atomwaffen entwickelt. Die iranische Regierung bestreitet solche Absichten. Laut dem Sender arbeitet Israel daran, sicherzustellen, dass ein möglicher Deal Israels Bedingungen entspricht.
Israels Bodentruppen holen Hisbollah-Mitglieder nach Israel
20.43: Israels Armee setzt eigenen Angaben zufolge ihre «gezielten Bodeneinsätze im Südlibanon» fort.
Dabei hätten Soldaten am Sonntag auch mehrere bewaffnete Mitglieder der Hisbollah-Miliz gefangen genommen und «zur weiteren Befragung» nach Israel gebracht, teilte das israelische Militär am Abend mit.

Die Hisbollah-Mitglieder wollten den Angaben zufolge eine Rakete auf israelische Soldaten feuern. Zudem hätten sie geplant, eine Stellung für Raketenangriffe auf Israel zu errichten. Die Hisbollah-Mitglieder hätten sich ergeben, hiess es in einer Armee-Mitteilung weiter.
Sie hätten eine grosse Menge Waffen und Ausrüstung bei sich gehabt. Nach ersten Erkenntnissen sollen sie zu Beginn des Iran-Kriegs aus dem Osten des Libanons in den Süden gekommen sein.
Israels Armee warf der libanesischen Armee, die die Miliz im Rahmen eines Abkommens entwaffnen und ihre militärische Präsenz im Südlibanon verhindern soll, Versagen vor. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Israels Armee hat bereits mehrfach in Nachbarländern Personen gefangen genommen und nach Israel geholt, denen sie Terroraktivitäten vorwirft.
Israels Militär beendet weitere Angriffswelle im Iran
19.48: Ungeachtet der von den USA verkündeten Gespräche mit dem Iran über eine mögliche Vereinbarung zum Ende des Kriegs hat Israels Luftwaffe laut Militärangaben wieder Stellungen der iranischen Führung ins Visier genommen.
Eine weitere Angriffswelle auf Ziele in Irans Hauptstadt Teheran sei beendet worden, teilte die israelische Armee am Abend mit. Zuvor hatte sie am Nachmittag neue Angriffe dort gemeldet.

Ins Visier genommen habe das Militär dabei ein Hauptquartier der iranischen Revolutionsgarden, hiess es nun. Dieses soll sich den Angaben zufolge inmitten ziviler Infrastruktur befunden haben.
Unter anderem sei präzise Munition eingesetzt worden, um Unbeteiligte zu schonen, teilte die Armee weiter mit. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
In dem Hauptquartier haben die iranischen Revolutionsgarden laut Israels Militär unter anderem Lagebeurteilungen ausgeführt. Zudem seien die Basidsch-Einheiten von dort aus befehligt worden. Die paramilitärische Basidsch-Miliz ist für ihr hartes Vorgehen gegen die Proteste im eigenen Land bekannt.
Israels Armee teilte am Abend weiterhin mit, sie habe in der Nacht zuvor unter anderem auf ein Hauptquartier der Revolutionsgarden zur Luftverteidigung sowie auf wichtige Waffenproduktionsstätten gezielt.
Der Iran hatte am Morgen und Vormittag auch wieder Raketen auf Israel abgefeuert. Viele Menschen im Land mussten sich deshalb zeitweise in Schutzräume begeben. Berichte über Verletzte bei dem Beschuss aus dem Iran gab es zunächst nicht.
Der Iran sagt derweil, dass es keine Gespräche oder Verhandlungen mit den USA gegeben habe. Bislang hatte es nur indirekte Gespräche gegeben wie zuletzt im Oman.
Swiss verlängert Flugstopp nach Dubai und Tel Aviv
18.34: Swiss verlängert aus Sicherheitsgründen ihren Flugstopp für einzelne Ziele im Nahen Osten. Die Airline wird die Flüge sowohl nach Dubai als auch nach Tel Aviv bis und mit 31. Mai aussetzten, wie sie am Montag mitteilte.

Der Grund für die Flugplanänderungen ist die angespannte Lage in und um den Iran nach den israelisch-US-amerikanischen Angriffen auf das Land und die iranischen Gegenangriffe auf die Golfstaaten, darunter die Emirate, und auf Israel.
Betroffene Fluggäste können laut Swiss kostenfrei auf ein späteres Reisedatum umbuchen oder erhalten alternativ den vollständigen Ticketpreis zurück.
Trump: Sind uns mit Iran in 15 Punkten einig
16.50: Die USA und der Iran sind sich nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump bei rund 15 Punkten einer möglichen Vereinbarung einig geworden. «Sie werden nie Atomwaffen haben. Sie haben dem zugestimmt», sagte der Republikaner vor Reportern in Florida.
Es gebe wesentliche Übereinstimmungen in den meisten Punkten. Iran wolle unbedingt einen Deal zur Beendigung des Kriegs machen und die USA auch, sagte Trump. Man werde am heutigen Montag voraussichtlich miteinander telefonieren.
Trump sagte auch, man verhandle mit einer Person, von der er nach eigenen Angaben glaubt, dass sie die Angesehenste sei. Es handele sich nicht um den obersten Führer Modschtaba Chamenei.
Laut Trump ist die Strasse von Hormus «sehr bald» wieder geöffnet
15.59: In einem Interview mit «CNN» lässt Donald Trump verlauten, dass ein Wendepunkt im Iran-Krieg kurz bevorstehen könnte. So soll laut dem US-Präsident die Strasse von Hormus «sehr bald» wieder offen sein.

Die Voraussetzung dafür sei, dass die Verhandlungen mit dem Iran zügig verlaufen würden. Die USA unter Trump wolle die wichtige Meeresenge in Zukunft gemeinsam mit dem Iran kontrollieren.
Einen genauen Zeitpunkt, wann die Handelsstrasse geöffnet werden kann, nennt Trump nicht.
Trump: Führen Gespräche mit «Top-Person» im Iran
15.16: Donald Trump erklärte am Montag, die Vereinigten Staaten stünden mit einer «führenden Persönlichkeit» des iranischen Regimes im Gespräch. Es handelt sich dabei nicht um den neuen Obersten Führer Modschtaba Chamenei. Das berichtet «CNN».
Er sagte weiter: «Vergessen Sie nicht: Wir haben die Führung in Phase eins, Phase zwei und grösstenteils auch in Phase drei ausgeschaltet. Aber wir haben es mit einem Mann zu tun, den ich für den angesehensten Anführer halte. Eine Top-Person. Wissen Sie, es ist ein bisschen schwierig, wir haben sie ausgeschaltet – wir haben alle ausgeschaltet.»
Trump ergänzte: «Wir haben nichts von dem Sohn gehört. Hin und wieder gibt es eine Erklärung – aber wir wissen nicht, ob er noch lebt. Ich betrachte ihn nicht wirklich als den Führer.»
Während der Iran Gespräche bestritt, sagt Trump, man habe «wichtige Übereinstimmungspunkte» gefunden. Die USA seien «perfekt vorgegangen».
«Wir lassen das fünf Tage laufen, mal sehen, wie es läuft. Wenn alles gut läuft, werden wir die Sache beilegen. Ansonsten bomben wir einfach weiter, bis wir nicht mehr können.»
Iran dementiert Gespräche mit Trump
13:11: Der Iran hat Aussagen von US-Präsident Donald Trump dementiert, wonach Verhandlungen zwischen Teheran und Washington laufen.
Es gebe «keine direkte Kontakte zu Trump», auch nicht über Vermittler, hiess es in Berichten der Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim, die Irans mächtigen Revolutionswächtern nahestehen.
Trump hatte zuvor auf seiner Plattform Truth Social mitgeteilt, in den kommenden fünf Tagen auf Angriffe gegen iranische Energieanlagen zu verzichten und verwies dabei auf «produktive Gespräche» über ein Ende der gegenseitigen Angriffe. Ursprünglich hatte er Teheran ein Ultimatum gesetzt, bis zur Nacht auf Dienstag (MEZ) die Strasse von Hormus zu öffnen – andernfalls wollte er Irans Kraftwerke zerstören lassen.
Die Agentur Fars zitierte eine anonyme Quelle im iranischen Machtapparat, wonach Trump zurückgerudert sei, nachdem er gehört habe, dass alle Kraftwerke in Westasien Ziele iranischer Angriffe sein würden. Tasnim schrieb, Trump habe sich «vom Druck der Finanzmärkte» überzeugen lassen. Der Iran werde die Verteidigung fortsetzen, «bis die notwendige Abschreckung erreicht ist».
SMI verzeichnet Plus nach Trumps Ankündigung
12.43: Europas Börsen haben sich nach Trumps Ankündigung heute Mittag rasch erholt.
Der Schweizer Leitindex SMI beispielsweise gewann innerhalb von 10 Minuten 450 Punkte bis auf über 12'500 Zähler.

Aktuell notiert der SMI noch 0,8 Prozent höher auf rund 12'430 Punkten. Gleichzeit fiel der Ölpreis (Brent) von über 110 US-Dollar kurzfristig deutlich unter 100 Dollar. Aktuell sind es wieder knapp 102 US-Dollar, was einem Tagesminus von knapp 10 Prozent entspricht.
Die massiven Verluste von Gold und Silber verkleinerten sich auf noch rund minus zwei Prozent.
Donald Trump kündigt Kriegspause an
12.17: US-Präsident Donald Trump verzichtet nach eigenen Worten angesichts produktiver Gespräche mit dem Iran über ein Ende der Kämpfe in den kommenden fünf Tagen auf Angriffe gegen iranische Energieanlagen.
Er habe das Verteidigungsministerium angewiesen, alle Attacken auf Kraftwerke und die Energieinfrastruktur auszusetzen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Ursprünglich hatte er Teheran ein Ultimatum gesetzt, bis zur Nacht auf Dienstag (MEZ) die Strasse von Hormus zu öffnen – andernfalls wollte er Irans Kraftwerke zerstören lassen.
Teheran von neuen Explosionen erschüttert
12.05: Die iranische Hauptstadt Teheran ist von neuen Explosionen erschüttert worden. Im Nordosten der Millionenmetropole wurde die Flugabwehr aktiviert, wie Augenzeugen berichteten.
Iran droht mit Seeminen «im gesamten Persischen Golf»
11.15: Der Iran, Israel und die USA bekriegen sich nicht nur mit Bomben, Raketen und Drohnen. Auch rhetorisch fliegen die Fetzen.
Jetzt wächst im Iran die Sorge vor einer Invasion. Der Verteidigungsrat drohte am Montag damit, im Falle einer Landinvasion Seeminen im «gesamten Persischen Golf» auszulegen.

«Jeder Versuch des Feindes, Irans Küsten oder Inseln anzugreifen, wird – ganz natürlich und gemäss gängiger militärischer Praxis – zur Verminung aller Zugangswege … im Persischen Golf und entlang der Küsten führen», erklärte der Rat laut Informationen der Nachrichtenagentur «AP».

Die USA versuchen seit einiger Zeit, die Strasse von Hormus, die enge Mündung des Persischen Golfs, wieder für Energietransporte zu öffnen. Die Marines könnten an Land gehen, um entweder Inseln oder Gebiete im Iran zu besetzen, um diese Mission zu unterstützen. Auch Israel hat angedeutet, dass eine Bodenoperation Teil des Krieges sein könnte.
Hisbollah beansprucht mehr als 60 Angriffe in Israel für sich
10.43: Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon hat innerhalb von 24 Stunden mehr als 60 Angriffe auf Israel für sich beansprucht. Hisbollah-Kämpfer hätten mit Raketen, Drohnen und Artillerie unter anderem israelische Soldaten und Fahrzeuge im Grenzgebiet angegriffen, teilte die Miliz mit.
Die ausgeweiteten Angriffe auf den erklärten Erzfeind Israel seien auch eine Antwort auf dessen «systematische Angriffe auf wichtige Strassen und Brücken» im Libanon.
SMI startet im Minus
09.10: Nach der neuerlichen Eskalation im Nahen Osten hat die Schweizer Börse am Montag im tiefroten Bereich eröffnet. Der Leitindex Swiss Market Index gibt im frühen Handel um 1,8 Prozent nach.
Neue Explosionen in Teheran nach israelischen Luftangriffen
05.10: Aus der iranischen Hauptstadt Teheran wird eine neue Welle israelischer Luftangriffe mit heftigen Explosionen in mehreren Bezirken der Millionenmetropole gemeldet. Zuvor hatte das israelische Militär auf der Plattform Telegram den Beginn einer weiteren Serie umfangreicher Attacken auf Regierungseinrichtungen der Islamischen Republik verkündet.
In Teheran stationierte Reporter des arabischen Senders Al Jazeera berichteten kurz darauf von «beispiellosen» Explosionen, vor allem in den östlichen Vierteln der Stadt. Die Luftabwehr sei im Dauereinsatz.
Asiens Märkte nach Trump-Ultimatum im Minus
04.00: Asiens Börsen haben die Handelswoche nach dem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump an die iranische Führung im Minus begonnen. Japans Leitindex Nikkei 225 rutschte nach der feiertagsbedingten Handelspause am Freitag zur Eröffnung zeitweise um knapp fünf Prozent ab.
Südkoreas Leitindex Kospi begann die Woche ebenfalls mit rund fünf Prozent im Minus. In der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong sank der Index Hang Seng um etwa 2,8 Prozent, während in China der CSI-300-Index, der die wichtigsten Aktien auf dem Festland abbildet, zum Start zeitweise 1,4 Prozent nachgab.
















