Nach einem Bombenattentat mit fünf Toten verhängt Ecuaors Präsident den Ausnahmezustand in Guayaquil, um gegen das organisierte Verbrechen vorzugehen.
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Der Anschlagsort in Guayaquil. - AFP
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Das Wichtigste in Kürze

  • Im ecuadorianischen Guayaquil hat Präsident Guillermo Lasso den Ausnahmezustand verhängt.
  • Grund ist ein Sprengstoffanschlag mit fünf Toten.
  • Die Regierung macht organisiertes Verbrechen verantwortlich und will dagegen vorgehen.

Nach dem Sprengstoffanschlag in Ecuador mit fünf Toten hat Präsident Guillermo Lasso den Ausnahmezustand für die westliche Grossstadt Guayaquil verhängt.

Die Regierung werde «nicht zulassen, dass das organisierte Verbrechen versucht, das Land zu regieren». Dies erklärte der Präsident am Sonntag (Ortszeit) auf Twitter. «Alle Einsatzkräfte werden sich bereithalten, um die Kontrolle über die Stadt wiederherzustellen.» Der Ausnahmezustand in Guayaquil gelte zunächst für 30 Tage, erläuterte der Staatssekretär für nationale Sicherheit, Diego Ordóñez, auf einer Pressekonferenz.

Sprengstoffanschlag tötet fünf Menschen

Bei dem Sprengstoffanschlag in der Küstenstadt waren am Sonntag fünf Menschen getötet und 17 weitere verletzt worden. Die Behörden hatten die Zahl der Verletzten zunächst mit 20 angegeben, später korrigierte Innenminister Patricio Carrillo sie nach unten.

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Ecuadors Staatschef Guillermo Lasso. - Ecuadorian Presidency/AFP/Archiv

Auch Carrillo machte «Söldner des organisierten Verbrechens» für die Tat verantwortlich. Die fünf Toten hätten alle keinen kriminellen Hintergrund gehabt, sagte der Minister. Durch die Explosion wurden nach Angaben der Rettungsdienste acht Häuser sowie zwei Autos zerstört.

Kurz vor der Explosion hatten zwei Unbekannte auf einem Motorrad eine Tasche in der Nähe eines Restaurants am Tatort abgestellt. Laut Behördenangaben enthielt sie aller Wahrscheinlichkeit nach einen Sprengsatz.

Organisierte Kriminalität sorgt für Anstieg der Gewalt.

Ecuador grenzt an Kolumbien und Peru, die beiden grössten Kokain-Produzenten der Welt. Mittlerweile hat sich Ecuador zu einem zentralen Umschlagplatz für Drogenlieferungen nach Europa und in die USA entwickelt. Verschiedene Banden kämpfen um die Vorherrschaft. Ausserdem nutzen mexikanische Drogenbanden Ecuador, um die Gewinne aus ihren illegalen Geschäften zu waschen.

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In Ecuador kam es erneut zu Toten bei einer Gefägnis-Meuterei. (Symbolbild) - Keystone

Mit den Aktivitäten der Drogenbanden hat auch die Gewalt in Ecuador zugenommen. Die Mordrate in dem südamerikanischen Land stieg von 2018 bis heute von sechs auf 14 Morde pro 100'000 Einwohner. Die Gewalt greift häufig auch auf Ecuadors Gefängnisse über. Seit Februar 2021 wurden mehr als 350 Insassen ecuadorianischer Haftanstalten getötet.

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