Iranische Menschenrechtlerin Sotudeh mit Coronavirus infiziert

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Iran,

    Die iranische Menschenrechtlerin Nasrin Sotudeh ist nach Angaben ihres Ehemannes positiv auf das Coronavirus getestet worden.

    Die iranische Frauenrechtlerin Nasrin Sotudeh 2013
    Die iranische Frauenrechtlerin Nasrin Sotudeh 2013 - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die iranische Menschenrechtlerin Nasrin Sotudeh ist am Coronavirus erkrankt.
    • In den vergangenen Wochen sind die Corona-Fallzahlen im Iran drastisch gestiegen.

    Die iranische Menschenrechtlerin Nasrin Sotudeh ist nach Angaben ihres Ehemannes positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie habe sich in der Frauenanstalt Gharchak angesteckt, wohin sie vergangenen Monat verlegt worden war, schrieb Resa Chandan am Mittwoch auf Facebook. In dem Gefängnis südlich der Hauptstadt Teheran seien die hygienischen Zustände katastrophal, so der Ehemann.

    Am Dienstag gab es erneut binnen eines Tages über 450 Tote und mehr als 10 000 Neuinfektionen. Seit dem Ausbruch der Pandemie Ende Februar registrierte das Gesundheitsministerium insgesamt fast 40 000 Corona-Tote und über 700 000 Infizierte.

    Die Regierung musste in mehreren Grossstädten wieder drastische Einschränkungen des öffentlichen Lebens einführen, in der Millionenmetropole Teheran ist gar eine nächtliche Ausgangssperre geplant.

    Sotudeh durfte erstmals in Hafturlaub

    Sotudeh durfte vorige Woche nach über zwei Jahren erstmals in den Hafturlaub. Laut Chandan war der Gesundheitszustand seiner Frau in den vergangenen Wochen besorgniserregend, besonders nach ihrem fast 50-tägigen Hungerstreik.

    Unter anderem leidet die 57-Jährige an einer Herzschwäche, wegen der sie im September auch fünf Tage in einem Krankenhaus in Teheran behandelt werden musste. Mit dem Hungerstreik wollte die Anwältin und Frauenrechtlerin gegen die Haftbedingungen politischer Gefangener während der Corona-Pandemie protestieren.

    Nasrin Sotudeh
    Nasrin Sotudeh. - AFP/Archiv

    Sotudeh wird «staatsfeindliche Propaganda» vorgeworfen. Sie wurde 2018 von einem Revolutionsgericht zu einer Haftstrafe von 33 Jahren und sechs Monaten sowie zu 148 Peitschenhieben verurteilt.

    Von der Haft muss sie mindestens zwölf Jahre absitzen. Sotudeh hatte vor Gericht alle Vorwürfe gegen sie zurückgewiesen. Sie engagiere sich lediglich friedlich für Frauenrechte und gegen die Todesstrafe im Iran. Sie und ihr Mann gehören zu den renommiertesten Menschenrechtsaktivisten des Landes.

    Kommentare

    Weiterlesen

    10 Interaktionen
    Grund unklar

    MEHR IN NEWS

    San Diego
    1 Interaktionen
    San Francisco
    wadephul
    4 Interaktionen
    New York

    MEHR CORONAVIRUS

    Sportler
    40 Interaktionen
    Xhaka-Hammer
    Impfung Covid
    50 Interaktionen
    Covid-19
    Luftfahrt
    9 Interaktionen
    Passagierzahlen
    Long Covid
    4 Interaktionen
    Obwalden

    MEHR AUS IRAN

    Iran.
    5 Interaktionen
    Teheran
    trump
    9 Interaktionen
    US-Sanktionen
    8 Interaktionen
    Bank Melli
    Strasse von Hormus
    3 Interaktionen
    Teheran