Augenzeugen: Proteste im Iran weiten sich auf weitere Städte aus

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Iran,

Die Proteste in der iranischen Hauptstadt Teheran gegen die Wirtschaftsmisere richten sich Berichten zufolge zunehmend auch gegen die politische Führung des Landes. Zugleich weiten sie sich auf andere Städte des Landes aus, wie Augenzeugen erzählten.

Iran Proteste Tote
Bei landesweiten Protesten im Iran sind mindestens 29 Tote zu beklagen. - keystone

Demnach kam es etwa bereits in Grossstädten wie Isfahan und Kerman sowie auf der Insel Gheschm zu Kundgebungen. Auch Studentengemeinschaften haben angekündigt, sich den Protesten anzuschliessen. Dabei gehe es ihnen nicht nur um die desolate Wirtschaftslage, sondern um «grundsätzliche politische Fragen», hiess es.

In der südöstlichen Stadt Kerman riefen Demonstrierende am Montag nach Angaben von Augenzeugen heftige Parolen gegen das islamische System und forderten grundlegende politische Veränderungen. Die Behörden setzten demnach verstärkt Polizei- und Sicherheitseinheiten ein. Mit dem Slogan «Habt keine Angst, wir sind alle zusammen» ermutigten sich die Protestierenden den Angaben nach gegenseitig.

Die Angaben der Augenzeugen lassen sich bislang nicht unabhängig überprüfen. Lokale Medien berichteten zwar über die Proteste in den Basaren seit Sonntag, von politischen Parolen war allerdings nichts zu lesen. In sozialen Medien wiederum werden seit Beginn der Demonstrationen fortlaufend Berichte und Videos über Demonstrationen in vielen Städten mit harschen politischen Parolen gegen das islamische System geteilt. Diese Videos konnten zunächst nicht verifiziert werden.

Die Proteste begannen, nachdem der Kurs der nationalen Währung Rial am Sonntag innerhalb weniger Stunden auf ein neues Rekordtief gefallen war. Die Regierung reagierte bislang lediglich mit einer kurzen Botschaft von Präsident Massud Peseschkian darauf. Darin versprach er wirtschaftliche Reformen und zeigte sich dialogbereit. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass der Dialogaufruf von den Demonstrierenden höchstwahrscheinlich abgelehnt wird, da sie Peseschkians Politik als Ursache der Misere betrachten.

Mehr zum Thema:

Kommentare

User #2806 (nicht angemeldet)

Zeit für ein Regierungswechsel im Iran. Religion und Politik müssen getrennt werden. Die Iraner sind ein intelligentes Volk. Ihr Potenzial und insbesondere das der Frauen, wird von den Ayatollahs unterdrückt.

User #6428 (nicht angemeldet)

Raketen statt Wasser. Diese Parolen kennen wir aus der Geschichte.

Weiterlesen

SRG
341 Interaktionen
Serafe-Gebühren
Fasnachtswagen
64 Interaktionen
Luzern

MEHR IN NEWS

peter mandelson
Epstein-Affäre
USS Gerald R. Ford
10 Interaktionen
Athen/Tel Aviv

MEHR AUS IRAN

demonstrant
3 Interaktionen
Im Iran
Teheran
7 Interaktionen
Teheran
Marine
6 Interaktionen
Teheran