Iran-Krieg: Iran warnt USA vor weiterem Angriff auf Ölinsel
Vor bald zwei Wochen griffen die USA und Israel den Iran an, der grossflächig zurückschlug. Die für den Öl-Handel wichtige Strasse von Hormus ist blockiert.

Das Wichtigste in Kürze
- Die USA und Israel greifen weiterhin Ziele im Iran und Libanon an.
- Der Iran schlägt zurück und bombardiert auch die Golfstaaten.
- Wegen der Eskalation im Nahen Osten sind die Benzin-Preise stark angestiegen.
Die Lage im Nahen Osten spitzt sich weiter zu: Nach Angriffen Israels und der USA auf Ziele im Iran reagiert Teheran mit Gegenschlägen und Drohungen gegen Schifffahrt und Militärbasen in der Region. Besonders die Seeschlacht um die wichtige Handelsroute, die «Strasse von Hormus», verschärft sich.
Weltweit machen sich Regierungen derweil vor allem besonders um den weiterhin hohen Ölpreis grosse Sorgen. US-Präsident Donald Trump hat schon mehrfach versucht, einen Einfluss darauf zu nehmen und ein baldiges Kriegsende erwähnt, doch konkrete politische Ziele der USA bleiben unklar.
Gleichzeitig verstärken die Vereinigten Staaten ihre militärische Präsenz in der Region: Das Pentagon hat zusätzliche Kriegsschiffe sowie rund 5000 Marineinfanteristen in den Nahen Osten entsandt.
Im Ticker von Nau.ch verpasst du keine neue Entwicklung:
VAE schliessen vorübergehend den Luftraum
01.51: Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihren Luftraum vorübergehend vollständig geschlossen. Die Luftfahrtbehörde General Civil Aviation Authority erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Emirates News Agency, die Massnahme sei eine «aussergewöhnliche Vorsichtsmassnahme» angesichts der sich rasch entwickelnden Sicherheitslage in der Region.
Zuvor hatte das Verteidigungsministerium mitgeteilt, die Luftabwehr reagiere auf Raketen und Drohnen aus dem Iran. Passagiere wurden aufgefordert, sich bei ihren Fluggesellschaften über aktuelle Flugpläne zu informieren. Bereits am Montag war der Betrieb am Dubai International Airport nach einem Drohnenvorfall kurzzeitig ausgesetzt worden.
Irans Aussenminister dementiert Kontakt mit US-Sondergesandten
23.45: Irans Aussenminister Abbas Araghtschi hat Berichte über Kontakte zum US-Sondergesandten Steve Witkoff zurückgewiesen. Araghtschi erklärte auf X: «Mein letzter Kontakt mit Herrn Witkoff fand statt, bevor sein Arbeitgeber (US-Präsident Donald Trump) beschloss, die diplomatischen Bemühungen durch einen weiteren illegalen Militärschlag gegen den Iran zunichte zu machen.»

Die nun kursierenden Behauptungen seien darauf angelegt, Ölmarktakteure und die Öffentlichkeit zu täuschen. Zuvor hatte das Portal «Axios» unter Berufung auf einen US-Beamten und eine informierte Quelle berichtet, dass zwischen beiden Seiten in den vergangenen Tagen ein direkter Kommunikationskanal reaktiviert worden sei. Araghtschi soll demnach Textnachrichten geschickt haben, in denen es um Wege zur Beendigung des Kriegs ging.
Länder warnen vor Bodenoffensive im Libanon
22.50: Mehrere Staaten, darunter Deutschland, haben Israel davor gewarnt, im Konflikt mit der proiranischen Hisbollah-Miliz eine grossangelegte Bodenoffensive im Libanon zu starten. «Eine signifikante israelische Bodenoffensive hätte verheerende humanitäre Folgen und könnte zu einem langwierigen Konflikt führen.»
Die Erklärung wurde von den Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Kanadas und des Vereinigten Königreichs unterschrieben.
«Dies gilt es abzuwenden. Die humanitäre Lage in Libanon einschliesslich der anhaltenden Massenvertreibung ist bereits äusserst alarmierend.» Die Staats- und Regierungschefs verurteilten in der Erklärung die Entscheidung der Hisbollah, sich Irans Angriffen auf Israel anzuschliessen.
Trump: Israel würde niemals Atomwaffen gegen Iran einsetzen
22.45: Israel ist seit langem als regionale Atommacht bekannt – hat den Besitz von Nuklearwaffen aber nie offiziell zugegeben. Nun hat US-Präsident Donald Trump auf eine Reporterfrage eine Antwort gegeben, die aufhorchen lässt.
Könnte Israel den Einsatz einer Atomwaffe in Erwägung ziehen? «Israel würde so etwas niemals tun», sagte Trump in Washington auf eine Frage eines Journalisten. Der hatte den Präsidenten mit einer Äusserung von Trumps KI-Beauftragten David Sacks konfrontiert.

Sacks hatte in einem Podcast vor dem Szenario gewarnt, dass Israel im Krieg erheblich zerstört werden könnte. Zudem sagte Sacks: «Man muss befürchten, dass Israel den Krieg eskalieren lässt, indem es den Einsatz einer Atomwaffe in Erwägung zieht.» Der Reporter fragte Trump, ob Sacks diese Einschätzung mit ihm geteilt habe. Daraufhin gab Trump seine Antwort.
Iran warnt USA vor weiterem Angriff auf Ölinsel Charg
22.27: Der Sprecher der iranischen Streitkräfte, Abolfasl Schekartschi, droht den USA für den Fall weiterer Angriffe auf die Ölinsel Charg mit Vergeltung. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim sagte er, dass der Iran sämtliche Öl‐ und Gasanlagen von Staaten zerstören werde, die an möglichen Angriffen beteiligt seien.
Irans Parlamentssprecher: Sind auf langen Krieg vorbereitet
21.34: Der Iran sieht sich nach Angaben von Parlamentssprecher Mohammed Bagher Ghalibaf auf einen langen Krieg vorbereitet. Ghalibaf sagte der arabischen Tageszeitung «al-Arabi al-Dschadid», aus Erfahrung früherer Kriege seien die notwendigen Massnahmen getroffen worden.

«Wir verfügen über ausreichende Bestände an Raketen und Drohnen, und da diese Technologie im Inland entwickelt wurde, sind wir in der Lage, sie mit höherer Geschwindigkeit und zu wesentlich geringeren Kosten zu produzieren als der Feind seine Abfangraketen», sagte Ghalibaf.
Ein Waffenstillstand müsse garantieren, dass der Krieg nicht wieder aufflamme, so der Parlamentssprecher. Der Iran werde weiterkämpfen, «bis der Feind seine Aggression bereut» und stabile politische und sicherheitspolitische Bedingungen geschaffen seien.
















