Kanaren wollen Hantavirus-Schiff nicht anlegen lassen

    Das Hantavirus-Schiff Hondius darf nun doch nicht in Spanien anlegen. Der Regierungschef der Kanaren will das Einlaufen verweigern.

    hondius hantavirus
    Die MV Hondius darf in Spanien nun doch nicht anlegen. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die MV Hondius darf in Spanien nun doch nicht anlegen.
    • Das Schiff, auf dem es mehrere Hantavirus-Fälle gab, wollte in Richtung Kanaren fahren.
    • Der Regierungschef will dem Kreuzfahrtschiff das Einlaufen verweigern.

    Der geplante Anlauf eines von Hantavirus-Fällen betroffenen Kreuzfahrtschiffs auf den Kanarischen Inseln sorgt in Spanien für Aufregung und politischen Streit. Der Präsident der Kanaren, Fernando Clavijo, wehrt sich gegen das Vorhaben der spanischen Zentralregierung und der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

    Er beklagt «fehlende Transparenz» und fordert ein «dringendes Treffen» mit Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez.

    «Wir haben (von der Zentralregierung) bislang keinerlei Informationen erhalten, und auch keinen offiziellen Antrag für das Anlaufen auf den Kanaren», sagte Clavijo im Interview des staatlichen TV-Senders RTVE. Er habe Sánchez und Gesundheitsministerin Mónica García per Whatsapp um Gespräche gebeten. Bisher stütze sich seine Regierung ausschliesslich auf Medienberichte.

    Spanien hatte zuvor dem von Hantavirus-Fällen betroffenen Kreuzfahrtschiff «Hondius» das Anlaufen eines Hafens auf den Kanarischen Inseln erlaubt.

    Diese Entscheidung sei in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU gemäss internationalem Recht und humanitären Prinzipien getroffen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Das betroffene Kreuzfahrtschiff mit knapp 150 Menschen an Bord war vom Süden Argentiniens aufgebrochen und ankert derzeit vor Kap Verde.

    MV Hondius
    Die MV Hondius liegt vor Kap Verde und darf nirgends anlegen. - keystone

    Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) untersuche das Schiff eingehend, um festzustellen, welche Personen dringend von Kap Verde aus evakuiert werden müssten, teilte das Ministerium weiter mit. Die übrigen Passagiere werden mit dem Kreuzfahrtschiff demnach zu den Kanarischen Inseln fahren. Dort werden sie voraussichtlich innerhalb von drei bis vier Tagen eintreffen.

    Kap Verde kann Einsatz nicht selbst durchführen

    Die Weltgesundheitsorganisation habe erklärt, dass Kap Verde – ein kleiner Inselstaat vor Westafrika – diesen Einsatz nicht selbst durchführen könne, betonte das spanische Ministerium. Die Kanarischen Inseln seien deshalb der nächstgelegene Ort mit den notwendigen Kapazitäten. Spanien habe eine moralische und rechtliche Verpflichtung, diesen Menschen zu helfen; darunter seien auch mehrere spanische Staatsbürger.

    Deshalb habe die Regierung in Madrid auch zugestimmt, dass der Arzt der «Hondius», der sich in kritischem Zustand befinde, noch in den kommenden Stunden mit einem Lazarettflugzeug auf die Kanarischen Inseln geflogen werde, teilte das Gesundheitsministerium weiter mit.

    Die unter niederländischer Flagge fahrende MV Hondius liegt in Kap Verde. Foto: Qasem Elhato/AP/dpa
    Die unter niederländischer Flagge fahrende MV Hondius liegt in Kap Verde. Foto: Qasem Elhato/AP/dpa - Keystone/AP/Qasem Elhato

    Der genaue Hafen auf den Kanaren vor der Westküste Nordafrikas, den das Kreuzfahrtschiff anlaufen werde, stehe indes noch nicht fest. Dort angekommen sollen Besatzung und Passagiere untersucht, gegebenenfalls medizinisch versorgt und in ihre jeweiligen Heimatländer zurückgebracht werden, wie es in der Mitteilung des Ministeriums weiter hiess.

    Bislang sind drei Passagiere der unter niederländischer Flagge fahrenden «Hondius» gestorben, ein älteres niederländisches Ehepaar und eine Person aus Deutschland, bei der es sich nach Angaben des Schiffsbetreibers Oceanwide Expeditions um eine Frau handelt. Die WHO geht derzeit von insgesamt sieben Erkrankungsfällen aus.

    WHO geht von Übertragung von Mensch zu Mensch aus

    Das niederländische Aussenministerium hatte zuvor mitgeteilt, drei Erkrankte sollten von Bord der «Hondius» geholt und in die Niederlande ausgeflogen werden. Zu ihnen gehöre ein Niederländer. Dies solle «so schnell wie möglich geschehen», teilte das Ministerium mit.

    Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem mittlerweile verstorbenen niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien noch an Land angesteckt haben könnte.

    Kommentare

    User #2468 (nicht angemeldet)

    Nicht alle kuschen vor der EU.

    Pancho07-1

    Schon wieder ein Virus!?!? Wann ist der Weltuntergang? Waldsterben, Ozonloch, Borkenkäfer, Corona, PFAS, CO2, Kriege, Klimakriese, u.s.w. ,was kommt noch? Und die Menschheit existiert immer noch!

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