Crans-Montana: Anwalt fordert bessere Erklärung von Fahrlässigkeit
Der Walliser Anwaltsverband fordert vor dem Crans-Montana-Prozess Aufklärung darüber, was eine Verurteilung wegen Fahrlässigkeit überhaupt bedeutet.

Das Wichtigste in Kürze
- Vor dem Crans-Montana-Prozess fordert der Anwaltsverband Aufklärung zur Fahrlässigkeit.
- Verurteilungen wegen Fahrlässigkeit entsprechen selten den Erwartungen der Opfer.
- Die Anklageschrift liegt noch nicht vor – derzeit ist alles offen.
Laut dem Präsidenten des Walliser Anwaltsverbands müssen Justiz und Medien im Fall von Crans-Montana erklären, was eine Verurteilung wegen Fahrlässigkeit nach Schweizer Recht konkret bedeutet. Eine solche könnte im Prozess zur Brandkatastrophe ausgesprochen werden.
«Es ist sehr schwierig, Opfern, die grosses und berechtigtes Leid erfahren haben, zu erklären, wie die Justiz ein Fehlverhalten beurteilt, das sie als Fahrlässigkeit einstuft», sagt Gonzague Vouilloz im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Verurteilungen entsprächen" nur selten den Erwartungen der Betroffenen. Das ist vollkommen nachvollziehbar.«
Im Fall Crans-Montana werde es deshalb wichtig sein, die Öffentlichkeit bereits vor dem Prozess darüber zu informieren, was es bedeutet, wegen fahrlässigen Handelns vor Gericht zu stehen – sofern Fahrlässigkeit überhaupt Bestandteil der Anklageschrift sei. Derzeit sei noch alles offen.
Es sei grundlegend, dass auch die Medien diese Aufgabe einer objektiven Information der Öffentlichkeit wahrnähmen, betont Vouilloz.











