Hantavirus bricht aus – drei Passagiere sterben auf Kreuzfahrt
Auf dem Kreuzfahrtschiff «MV Hondius» im Atlantik ist das Hantavirus ausgebrochen – drei Passagiere sind tot, ein Brite kämpft in Südafrika um sein Leben.

Das Wichtigste in Kürze
- An Bord der «MV Hondius» sind 3 Personen an einer schweren Atemwegserkrankung gestorben.
- Die WHO geht von sechs Verdachtsfällen aus, ein Hantavirus-Fall ist bereits bestätigt.
- Ein 69-jähriger Brite liegt in einer Klinik in Johannesburg auf der Intensivstation.
An Bord eines Kreuzfahrtschiffes im Atlantik ist das Hantavirus ausgebrochen. Drei Personen sind bereits gestorben, ein Brite ringt in einem Spital in Südafrika um sein Leben. Das teilten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das südafrikanische Gesundheitsministerium am Sonntag mit.
Betroffen ist die «MV Hondius», ein auf Polarreisen spezialisiertes Kreuzfahrtschiff unter niederländischer Flagge. Das Schiff hatte Argentinien vor rund drei Wochen verlassen und war via Antarktis, Falklandinseln, Südgeorgien und St. Helena auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln. Aktuell liegt es vor Praia, der Hauptstadt von Kap Verde.
Niederländisches Ehepaar und Brite betroffen
Wie die «Daily Mail» schreibt, handelt es sich bei zwei der Todesopfer um ein niederländisches Ehepaar. Das britische Boulevardblatt beruft sich dabei auf Informationen einer Quelle nahe an dem Fall.
Der 70-jährige Mann starb demnach zuerst an Bord, sein Leichnam wurde auf die Insel St. Helena gebracht. Seine 69-jährige Ehefrau erkrankte ebenfalls auf dem Schiff. Sie soll danach nach Südafrika ausgeflogen worden sein, wo sie in einer Klinik in Johannesburg verstarb.

Ein 69-jähriger Brite wurde nach Angaben des südafrikanischen Gesundheitsministeriums ebenfalls nach Johannesburg gebracht. Dort liegt er auf der Intensivstation. Erkrankt war er in der Nähe der entlegenen Atlantikinsel Ascension, nachdem das Schiff St. Helena verlassen hatte.
WHO bestätigt einen Fall von Hantavirus
Die WHO bestätigte am Sonntagabend: «Fälle einer schweren akuten Atemwegserkrankung auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik». Insgesamt würden sechs Verdachtsfälle untersucht, einer davon sei labormedizinisch als Hantavirus bestätigt.

«Von den sechs betroffenen Personen sind drei verstorben, eine befindet sich derzeit auf der Intensivstation in Südafrika», so ein Sprecher. Untersuchungen und eine koordinierte internationale Reaktion seien im Gange. Auch eine Sequenzierung des Virus laufe – damit wollen die Forscher Übertragungswege und mögliche Mutationen verstehen.
Diskussion über Isolation der Erkrankten
Laut der Quelle der «Daily Mail» wird derzeit diskutiert, ob zwei weitere erkrankte Passagiere in Kap Verde in Spitalisolation müssen. Anschliessend soll die «MV Hondius» die Reise zu den Kanarischen Inseln fortsetzen.
An Bord befanden sich zum Zeitpunkt des Ausbruchs rund 150 Touristen sowie etwa 70 Crew-Mitglieder. Das Schiff wird von der niederländischen Reiseveranstalterin Oceanwide Expeditions betrieben.

Das südafrikanische Nationale Institut für übertragbare Krankheiten führt im Raum Johannesburg eine Kontaktverfolgung durch. So soll geklärt werden, ob weitere Personen mit den vom Hantavirus infizierten Passagieren in Kontakt waren.
Übertragung durch Nagetiere
Hantaviren werden gemäss der US-Gesundheitsbehörde CDC vor allem durch Ratten und Mäuse übertragen. Die Ansteckung erfolgt typischerweise über den Kontakt mit Urin, Kot oder Speichel der Tiere. Erste Symptome sind Müdigkeit, Fieber, Muskelschmerzen und starke Kopfschmerzen.

Die Krankheit kann von einem grippeähnlichen Verlauf bis zu schweren Atemwegserkrankungen oder hämorrhagischem Fieber reichen. Eine spezifische Behandlung gibt es nicht – frühzeitige medizinische Hilfe erhöht jedoch die Überlebenschance.












