Fehlende Trump-Unterstützung: Briten legen Chagos-Deal auf Eis
Grossbritannien hat die geplante Rückgabe der Chagos-Inseln an Mauritius wegen fehlender Unterstützung aus den USA Medienberichten zufolge auf Eis gelegt.

US-Präsident Donald Trump hatte die Vereinbarung vor allem mit Blick auf die strategisch wichtige Insel Diego Garcia, auf der eine von den Briten und den USA genutzte Militärbasis liegt, immer wieder kritisiert. «Wir glauben weiterhin, dass das Abkommen der beste Weg ist, die langfristige Zukunft des Stützpunkts zu sichern, aber wir haben immer betont, dass wir das Abkommen nur mit Unterstützung der USA abschliessen werden», teilte ein Regierungssprecher britischen Medien zufolge mit. London stehe weiter im Austausch mit den USA und Mauritius.
Aufgeben wollen Vertreter der britischen Regierung den Deal den Berichten zufolge nicht, die dafür nötige Gesetzgebung kann demnach aber nicht mehr vor der bald anstehenden Parlamentspause verabschiedet werden. Die USA hätten ihre Zustimmung formell nicht bestätigt, berichtete etwa die BBC. Mit einem neuen Gesetzesentwurf werde nicht gerechnet, schreibt die Zeitung «The Times» unter Berufung auf Regierungsvertreter.
Der nun auf Eis gelegte Deal sieht vor, dass die grösste und strategisch wichtige Insel Diego Garcia trotz der Souveränität Mauritius' noch mindestens 99 Jahre unter britischer Kontrolle bleiben soll. Dafür zahlen die Briten eine Milliardensumme. Trump hatte den Deal nach anfänglicher Unterstützung mehrfach kritisiert und während des Konflikts mit den Nato-Staaten um Grönland als «Akt grosser Dummheit» bezeichnet.
Die Beziehungen zwischen Trump und dem britischen Premierminister Keir Starmer verschlechterten sich zuletzt. Trump wirft Grossbritannien und anderen Nato-Staaten vor, die USA im Iran-Krieg zu wenig unterstützt zu haben. Der Iran feuerte zuletzt zwei ballistische Raketen auf Diego Garcia ab, die Militärbasis wurde jedoch nicht getroffen.










