Das Coronavirus wütet in Indien. Zusätzlich zur Delta-Variante kommt nun noch Delta plus. Die Behörden sollen gar Millionen von Toten verschwiegen haben.
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Indische Ärzte und Rettungskräfte in einem Spital stehen um das Bett eines Patienten mit dem Coronavirus. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut offiziellen Angaben starben in Indien am Coronavirus rund 395'000 Personen.
  • Experten befürchten nun, bei dieser Zahl könnte geschummelt worden sein.
  • Sie gehen davon auf, dass die effektive Todesopfer-Zahl bei zwei Millionen Menschen liegt.

Seit Monaten gibt die prekäre Situation um das Coronavirus in Indien zu reden. Die Delta-Variante, die ursprünglich in Indien ausgebrochen war, ist mittlerweile in vielen Ländern vorherrschend. Teilweise wurden deshalb gar die Corona-Massnahmen wieder verschärft.

Doch was erstaunt: Die offizielle Zahl der Todesopfer liegt bei 395'000. Experten der Londoner University of Middlesex gehen nun aber davon aus, dass bei dieser Zahl bewusst getrickst wurde. Laut ihnen würden nämlich – wegen des geringen Testvolumens – nur drei bis fünf Prozent der Fälle erkannt. Also würde die tatsächliche Zahl an Todesopfern wohl bei rund zwei Millionen liegen.

Coronavirus Indien
Medizinische Hilfskräfte behandeln einen Patienten mit Coronavirus im Spital in Mumbai.
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Ein Inder lässt sich gegen das Coronavirus impfen.
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Leute stehen in Kolkata, Indien, an, um Gratis-Nahrung zu erhalten.

Schon die «New York Times» hatte vor kurzem über eine ähnliche Studie berichtet. Deren Forschungen legten eine effektive Zahl von etwa 1,6 Millionen Toten nahe.

Todesfälle mit Coronavirus oft Zuhause, nicht im Spital

Wie die «Daily Mail» schreibt, sterben viele Corona-Opfer in Indien zu Hause. So würden die Opfer von den Behörden oft gar nicht bei der Zählung berücksichtigt.

Hat die indische Regierung bei der Zahl der Todesfälle geschummelt?

Zusätzlich sei das System der Sterberegister ebenfalls nicht zuverlässig genug. Nur vier von fünf Todesfällen im Zusammenhang mit der Pandemie würden medizinisch untersucht.

Ein indischer Arzt präzisiert gegenüber der «Hindu Times»: «Viele der Schätzungen basieren auf Daten für 2020. Es ist noch zu früh, um zu wissen, ob die Untererfassung während dieser Welle höher war. Aber je mehr Daten eingehen, desto klarer wird dies.»

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