Coronavirus: Uganda lässt Heilkräuter als Medikament zu

    Laura Del Favero
    Laura Del Favero

    Uganda,

    Das Coronavirus hat Afrika fest im Griff. Gerade in Uganda ist die Lage prekär. Die Regierung hat deshalb ein Heilkraut als Medikament zugelassen.

    Coronavirus Afrika
    Das Coronavirus hat auch Afrika inzwischen fest im Griff. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Afrika kommen immer öfters auch Heilkräuter im Kampf gegen das Coronavirus zum Einsatz.
    • Die ugandische Regierung hat inzwischen sogar eine Mixtur als Medikament anerkannt.
    • Experten sind alarmiert und raten von solchen Heilkräutermixturen ab.

    Lange Zeit schien Afrika von der Corona-Pandemie verschont zu bleiben. Doch mit Beginn des neuen Jahres verbreitete sich auch dort das tödliche Virus. Inzwischen zählt der Kontinent die dritte Welle. Zuletzt getrieben von der hochansteckenden Delta-Variante.

    «Afrika hat gerade die bitterste Woche seit Beginn der Pandemie erlebt. Aber das schlimmste kommt noch», fasste die WHO-Regionaldirektorin Matshidiso Moeti die Lage Ende vergangener Woche zusammen.

    Matshidiso Moeti
    Matshidiso Moeti, Regionaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO). - Keystone

    Umso erstaunlicher sind die offiziell gemeldeten Todeszahlen in vielen afrikanischen Ländern. Der Grund: Sie sind überraschend niedrig. In Uganda wurden bislang 2200 Todesopfer gemeldet, in Kamerun 1300 und Niger 194.

    Corona-Todeszahlen in Afrika wohl weit höher

    Expertinnen und Experten zweifeln an der Richtigkeit dieser Zahlen. «Wenn das Gesundheitsministerium 25 Tote pro Tag gemeldet hat, kam von Einwohnern die Reaktion: Ich kenne doch selbst zehn Menschen, die an Covid gestorben sind. Wie können es dann nur 25 im ganzen Land sein?», sagt Catherine Kyobutungi, Leiterin des African Population and Health Research Centers gegenüber dem «Spiegel».

    Coronavirus Afrika
    Die Zahl der an Corona verstorbenen Personen ist in Afrika vergleichsweise niedrig. Expertinnen und Experten vermuten aber eine falsche Statistik. - Keystone

    Der Grund für diese Diskrepanz: Gezählt werden oft nur Menschen, die auf den Covid-Stationen der grossen Spitäler dem Virus erlegen sind. Doch bis dahin schaffen es viele Afrikanerinnen und Afrikaner nicht. Sie bleiben zu Hause, gepflegt von ihren Angehörigen, bis sie letztlich sterben.

    Afrikaner nehmen Heilkräuter gegen das Coronavirus ein

    Das grosse Problem der Selbstpflege: mangelnde Erfahrung. In vielen afrikanischen Ländern kommen statt anerkannten Medikamenten Heilkräuter zum Einsatz.

    Gerade in Uganda hat ein regelrechter Boom eingesetzt. Dort inhalieren und trinken Corona-Infizierte Kräutermixturen in der Hoffnung, sich so vor dem Virus zu schützen.

    Heilkräuter
    In Afrika kommen vermehrt Heilkräuter im Kampf gegen das Coronavirus zum Einsatz. - Pixabay

    Befeuert wird diese Behandlung durch die Regierung selbst. Erst vor kurzem hat sie eines der vermeintlichen Kräuterheilmittel als Covid-Medikament zugelassen. «Es ist ein Schlamassel», sagt Kyobutungi. «Wenn die Menschen glauben, dass es Corona heilen kann, dann denken sie, Massnahmen seien nicht mehr so wichtig.»

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