Die US-Gesundheitsbehörde NIAID hat Zweifel an der Aussagekraft von Daten einer neuen Untersuchung des Pharmakonzerns AstraZeneca zu dessen Impfstoff geäussert.
AstraZeneca
Corona-Impfstoff von AstraZeneca. Eine neue Untersuchung hat nach Angaben von AstraZeneca kein erhöhtes Thromboserisiko durch den Impfstoff ergeben. Foto: Soeren Stache/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die US-Gesundheitsbehörde zweifelt an den Untersuchungsdaten zum AstraZeneca Impfstoff.
  • Sie sind besorgt, dass veraltete Informationen in die Studie mitaufgenommen wurden.
  • Laut AstraZeneca hat der Impfstoff eine Wirksamkeit von 78 Prozent.

Dabei geht es um Ergebnisse einer sogenannten Phase-III-Studie mit etwa 32'500 Probanden. Diese zeigt laut Hersteller eine hohe Wirksamkeit des Vakzins. Frühere Untersuchungen, die ebenfalls für eine gute Wirksamkeit des Präparats sprechen, zweifelt die NIAID in ihrem Statement nicht an.

Veraltete Informationen

«Der DSMB hat sich besorgt gezeigt, dass AstraZeneca möglicherweise veraltete Informationen aus dieser Studie aufgenommen hat. Diese könnten eine unvollständige Ansicht der Wirksamkeitsdaten geliefert haben.» Dies teilte das Nationale Institut für Infektionskrankheiten (NIAID) am Montag unter Berufung auf den Datenüberwachungsausschuss DSMB mit.

Das Unternehmen müsse die Daten überprüfen und sicherstellen, dass die genauesten und aktuellsten Wirksamkeitsdaten so schnell wie möglich veröffentlicht werden.

Hohe Wirksamkeit

AstraZeneca hatte am Montag mitgeteilt: Eine Phase-III-Studie mit etwa 32 500 Probanden in den USA, Chile und Peru habe die hohe Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs bestätigt. So schütze das Vakzin mit einer Wirksamkeit von 79 Prozent vor Covid-19, bei über 65-Jährigen betrage dieser Wert 80 Prozent.

Das bedeutet, dass unter den älteren Probanden einer geimpften Gruppe 80 Prozent weniger Erkrankungen auftraten als unter denen einer Kontrollgruppe. Die Wirksamkeit über alle Altersgruppen hinweg in Bezug auf schwere Krankheitsverläufe liege sogar bei 100 Prozent. Auch zuvor hatten Studien dem Impfstoff unabhängig voneinander eine hohe Effektivität bescheinigt.

Fälle von Thrombosen

Das britisch-schwedische Unternehmen hat den Impfstoff namens AZD1222 zusammen mit der Universität Oxford entwickelt. Er wird seit Januar in Grossbritannien in grossem Stil eingesetzt.

Mehrere Staaten hatten die Impfung mit dem AstraZeneca-Stoff vorerst ausgesetzt. Weil mehrere Fälle mit Thrombosen (Blutgerinnseln) in den Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zur Impfung gemeldet wurden. Mittlerweile wird das Vakzin wieder eingesetzt.

Mehr zum Thema:

Coronavirus Daten Studie