In einem Interview wird Wladimir Putin von Donald Trump als «genial» bezeichnet. Eine USA-Expertin ordnet die Äusserungen des Ex-US-Präsidenten ein.
Ukraine Krieg
US-Präsident Donald Trump verstand sich während seiner Amtszeit sehr gut mit Kremlchef Wladimir Putin. (Archivbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Wladimir Putin stösst angesichts des Ukraine-Konflikts international auf Kritik.
  • Demgegenüber wird er vom Ex-US-Präsidenten Donald Trump als «genial» gerühmt.
  • Eine USA-Expertin erklärt die Absicht hinter Trumps Äusserungen.

Das Verhalten des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Ukraine-Krieg sorgt international für Empörung. Einer aber steht hinter den Entscheidungen Putins: der ehemalige US-Präsident Donald Trump. Als «genial» und «smart» rühmte Trump den russischen Machthaber in einem neuen Radiointerview.

Besonders Putins Ankündigung, dass russische Soldaten in der Ostukraine für den «Friedenserhalt» sorgen sollten, scheint dem Politiker zu gefallen: «Das ist die stärkste Friedenstruppe, die ich jemals gesehen habe. Da gab es mehr Panzer, als ich jemals gesehen habe.»

Republikaner bewundern Wladimir Putin

Doch was ist die Absicht hinter Trumps Lobeshymne auf Wladimir Putin?

USA-Expertin Claudia Franziska Brühwiler von der Universität St. Gallen erklärt gegenüber Nau.ch: «Donald Trump platziert seine Bemerkungen in einer Zeit, in der sich die Republikanische Partei uneins ist.»

Uneinigkeit bestehe bezüglich des Verhaltens von Putin und einer angemessenen amerikanischen Reaktion darauf.

Wladimir Putin
Im Interview mit den Radio- und Podcast-Moderatoren Buck Sexton und Clay Travis sagt Donald Trump über Wladimir Putin: «Ich kenne ihn sehr gut. Sehr, sehr gut.» - keystone

Während Vertreter einer traditionellen republikanischen Aussenpolitik für hartes Durchgreifen votierten, gebe es durchaus auch Sympathiebekundungen für Putin. «Auch hat eine Umfrage jüngst gezeigt, dass unter Republikanern eine gewisse Bewunderung für Putin existiert.»

Brühwiler ist sich sicher: «Nun möchte Trump diese Ausgangslage nutzen, um sich als Politiker zu positionieren, der das Spiel Putins versteht und der es selbst zu verhindern gewusst hätte.»

Donald Trumps Lob auf Wladimir Putin wird wohl ohne Konsequenzen bleiben

Einen Gefallen hat sich Trump mit seinem Interview jedoch nicht getan: «Bei demokratischen Wählern wird Trump – wie immer – keine Punkte holen. Auch in der eigenen Partei wird sein Lob für Putin für Kopfschütteln sorgen, allerdings vor allem bei Traditionalisten.»

Und obwohl Trump bei den Republikanern weiterhin beliebt ist, stellt die Expertin klar: «Die jüngste Umfrage der CNN hat gezeigt, dass nur die Hälfte der Republikaner eine erneute Kandidatur Trumps unterstützen würden.»

Was halten Sie von Donald Trumps Interview?

Trotz Empörung über seine Äusserung werden diese wohl wirkungslos bleiben: «Trump wird mit seiner Aussage keinen Einfluss auf die Entscheidung Bidens haben – das ist aber auch nicht sein Ziel. Trump geht es um die Kommunikation mit seinen Wählern und seiner Partei; gegenüber beiden will er sich als Machtpolitiker positionieren.»

Wird sich der amtierende US-Präsident Joe Biden zum Eklat seines Amtsvorgängers äussern? Die Expertin ist überzeugt: «Es wäre ein Zeichen der Schwäche». Sie erklärt: «Joe Biden dürfte seine Prioritäten richtig setzen und sich auf die relevanten Entscheidungsträger konzentrieren.»

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