Wladimir Putin

    Wladimir Putin: Jetzt warnt Expertin schon vor Nachfolge

    Riccardo Schmidlin
    Riccardo Schmidlin

    Russland,

    Ein allfälliger Machtwechsel in Russland macht noch lange keinen Neuanfang. Eine Expertin warnt: Nach Wladimir Putin könnte es sogar schlimmer kommen.

    Wladimir Putin
    Im Visier einer Lifestyle-Bloggerin: Wladimir Putin. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine Politologin stellt verschiedene Szenarien nach dem Ende von Putin auf.
    • Eine Demokratisierung in Russland sei unwahrscheinlich nach Putin, sagt die Expertin.
    • Sie warnt: Es könnte in Russland gar noch schlimmer werden.

    Wird nach einem Ende der Herrschaft von Wladimir Putin (73) alles besser? Nein, betont die russische Politologin Irina Busygina – im Gegenteil.

    Sie warnt vor Illusionen über einen baldigen Machtwechsel in Russland und vor zu grossen Hoffnungen auf die Zeit nach Putin.

    Laut Verfassung kann er bis maximal 2036 im Amt bleiben – in diesem Jahr würde er 84 Jahre alt.

    Wladimir Putin
    Sitzt fest im Sattel: Russlands Präsident Wladimir Putin. - keystone

    «Es gibt leider keine wissenschaftlichen Indikatoren dafür, dass Putins Position gefährdet ist», sagte Busygina in einem Interview mit «T-Online».

    Zustimmung für Wladimir Putin weiterhin hoch

    Die Wirtschaft laufe «einigermassen», die Zustimmung bleibe hoch – auch in der urbanen Mittelschicht in Moskau und St. Petersburg.

    Umfragen zeigten zwar eine Ablehnung des Krieges, aber keine Ablehnung Putins.

    Anzeichen für eine schwindende Loyalität in den Regionen sieht Busygina nicht.

    Wahlen wären «nicht fair und nicht frei»

    Zur Nachfolge Putins skizziert die russische Politologin gegenüber «T-Online» zwei Szenarien.

    Bei einem plötzlichen Tod Putins und verfassungsgemässem Ablauf würde Premierminister Michail Mischustin übernehmen. Innerhalb von drei Monaten käme es zu Wahlen, doch diese wären wahrscheinlich «nicht fair und nicht frei».

    Eliten könnten sich rasch hinter Mischustin scharen. Ob er als Präsident moderater agiere, sei offen: «Wir kennen Mischustin nur als Premierminister.»

    Ein zweites Szenario sei ein Machtkampf innerhalb der Eliten. Herausforderer könnten aus Militär oder Geheimdiensten kommen.

    Genannt werden der Generalstabschef Waleri Gerassimow sowie FSB-Chef Alexander Bortnikow und Auslandsgeheimdienstchef Sergej Naryschkin.

    «Russland wird in absehbarer Zeit keine Demokratie»

    Nach der Herrschaft von Wladimir Putin könnte es in Russland «auf jeden Fall» noch schlimmer werden, mahnt die Expertin.

    Sie warnt vor der Gefahr, dass ein instabiles Russland radikalen Kräften Auftrieb gebe. Das sei «sehr riskant», da das Land über Atomwaffen verfüge.

    Ihre Befürchtung: «Das kann in einer riesigen Katastrophe für ganz Eurasien enden.»

    Busygina dämpft Erwartungen an eine Demokratisierung nach Putin. «Russland wird in absehbarer Zeit keine Demokratie.» Eher möglich sei «eine besser regierte Autokratie».

    Ukraine-Krieg dauert an

    Derweil ist auch ein Ende des von Wladimir Putin geführten Kriegs gegen die Ukraine nicht in Sicht. Zwar verhandeln Delegationen aus Kiew und Moskau seit Mitte Februar in Genf über ein mögliches Ende des andauernden Ukraine-Kriegs.

    Wird bald eine Lösung im Ukraine-Krieg gefunden?

    Auf der Agenda stehen vor allem Fragen über Sicherheit und Humanitäres. Von einem Durchbruch ist bislang aber nichts bekannt geworden.

    Russland beharrt darauf, über strittige Gebietsfragen zu sprechen und will den Krieg nur zu seinen eigenen Bedingungen beenden. Die Ukraine lehnt jedoch jeden Verzicht auf von Moskau geforderte Territorien strikt ab.

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    Kommentare

    User #2705 (nicht angemeldet)

    Das wäre doch Genial

    User #1453 (nicht angemeldet)

    Als ob Demokratie die beste Regierungsform wäre. Die Geschichte hat gezeigt, dass es kein Allerheilsmittel ist.

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