Wladimir Putin erklärt Atomwaffen zur «absoluten Priorität»
Russland will mit Atomwaffen abschrecken. Wladimir Putin erzählt in einer Fernsehansprache von seinen Absichten.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Entwicklung der atomaren Kampfstärke hat in Russland «absolute Priorität», sagt Putin.
- Mit einem Arsenal an Land, auf See und in der Luft will der Kreml-Chef abschrecken.
- Anfang Februar lief der New-Start-Vertrag mit den USA aus.
Kreml-Chef Wladimir Putin erklärt in einer Fernsehansprache am Tag des Verteidigers des Vaterlandes: Die atomare Kampfstärke hat in Russland «absolute Priorität».
Die Rede erfolgte Wochen nach dem Auslaufen des letzten Atomwaffenkontrollvertrags zwischen den USA und Russland.

«Die Entwicklung der atomaren Triade, die Russlands Sicherheit garantiert und für eine wirksame strategische Abschreckung sowie ein Kräftegleichgewicht in der Welt sorgt, bleibt eine absolute Priorität», sagte Putin in der Fernsehansprache.
Mit der atomaren Triade meint der Kreml-Chef Russlands Arsenal an Nuklearwaffen für Land-, See- und Lufteinsätze.
Wladimir Putin kündigte zudem eine umfassende Modernisierung der russischen Streitkräfte an. Dabei sollen auch Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg einfliessen.
Alle Teile der Armee würden verbessert, einschliesslich ihrer Gefechtsbereitschaft und Beweglichkeit, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.
New-Start-Vertrag nach 15 Jahren ausgelaufen
Am 5. Februar endete – nach 15 Jahren Laufzeit – der Rüstungskontrollvertrag New Start. Das Abkommen hatten die damaligen Staatschefs Barack Obama und Dmitri Medwedew im April 2010 unterzeichnet. Es begrenzte die strategischen Atomsprengköpfe beider Länder auf maximal 1550 Stück.
Erstmals seit Jahrzehnten existieren nun praktisch keine verbindlichen Obergrenzen mehr für die grössten Atomarsenale der Welt. Sicherheitsexperten warnen bereits vor einer neuen Ära des nuklearen Wettrüstens.
Die USA und Russland signalisierten Interesse an einem neuen Vertrag, doch die Amerikaner wollen auch China einbeziehen. Chinas wachsendes Atomwaffenarsenal bereitet Washington Sorgen.
Peking soll seine nuklearen Kapazitäten demnach in den letzten Jahren erheblich ausgebaut haben. Die USA fordern deshalb eine Dreierverhandlung zwischen Washington, Moskau und Peking.
Wladimir Putin setzt auf nukleare Abschreckung
Putins Ankündigung im TV erfolgte nun zu einem brisanten Zeitpunkt. Am 24. Februar jährt sich der russische Angriff auf die Ukraine zum vierten Mal. Gleichzeitig laufen diplomatische Bemühungen um Friedensverhandlungen.
Moskau scheint seine Strategie zu ändern. Statt auf konventionelle Streitkräfte setzt der Kreml verstärkt auf nukleare Abschreckung. Die Botschaft an den Westen ist eindeutig: Russland fühlt sich nuklear unverwundbar.
Putin hatte nach dem Vertragsende erklärt, sein Land wolle «verantwortungsbewusst und umsichtig» mit seinen Atomfähigkeiten umgehen. Russland werde die bisherigen Begrenzungen respektieren, auch ohne bindenden Vertrag.





















