USA und Europa beschwören neue transatlantische Zusammenarbeit

    Keystone-SDA
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    Deutschland,

    Lange litten die Beziehungen zwischen den USA und EU unter Donald Trump stark. Jetzt soll jedoch ein neues Zeitalter anbrechen.

    Joe Biden Angela Merkel
    Angela Merkel und Joe Biden. (Archivbild, 2015) - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Donald Trump zog die Beziehungen zwischen USA und Europa in Mitleidenschaft.
    • Mit der Ära-Biden soll wieder verstärkt mit der EU zusammengearbeitet werden.

    Die USA und Europa wollen ihre transatlantische Zusammenarbeit neu beleben und stärker werdenden Rivalen wie Russland und China entschiedener entgegentreten. US-Präsident Joe Biden wertete die Partnerschaft der Vereinigten Staaten mit Europa als «Grundpfeiler» der amerikanischen Aussenpolitik.

    «Ich weiss, die vergangenen Jahre haben unser transatlantisches Bündnis belastet und auf die Probe gestellt. Aber die Vereinigten Staaten sind entschlossen, wieder mit Europa zusammenzuarbeiten», sagte er am Freitag bei der digitalen Münchner Sicherheitskonferenz. «Amerika ist zurück. Die transatlantische Allianz ist zurück.»

    Interesse an erneuter Zusammenarbeit kommt von beiden Seiten

    Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte: «Es gibt sehr viel zu tun. Deutschland steht für ein neues Kapitel der transatlantischen Partnerschaft bereit.» EU-Ratspräsident Charles Michel sagte, nach dem Machtwechsel in Washington stelle das Bündnis aus EU, USA und gleichgesinnten Partnern wieder «eine gewaltige und einflussreiche Macht» dar.

    charles michel ukraine krieg
    EU-Ratspräsident Charles Michel in Brüssel an einem EU-Gipfel (Archivbild). - Keystone

    Gemeinsam sei man stärker, die regelbasierte internationale Ordnung vor den Angriffen autokratischer Regime zu verteidigen – egal ob diese aus Russland, China oder dem Iran kämen.

    Zuvor hatten bereits die Staats- und Regierungschefs der sieben grossen Wirtschaftsmächte (G7) erklärt, das Jahr 2021 zu einem «Wendepunkt für den Multilateralismus» machen zu wollen. Es war der erste G7-Gipfel mit Biden.

    Gemeinsamer Kampf gegen Corona-Pandemie

    Eine wichtige Bewährungsprobe soll der gemeinsame Kampf gegen die Corona-Pandemie sein. Auf dem Gipfel erhöhten die G7 ihre Zusagen für die Impfkampagne in ärmeren Ländern nach eigenen Angaben um mehr als vier Milliarden US-Dollar.

    Darin sind zwei Milliarden Dollar enthalten, die die USA sofort zur Verfügung stellen. Die EU verdoppelte ihre Hilfe um 500 Millionen Euro. Die Bundesregierung stellt zusätzliche Mittel von 1,5 Milliarden Euro bereit. Weitere zwei Milliarden US-Dollar wollen die USA über zwei Jahre freigeben, wenn andere Staaten ihre Zusagen erfüllt haben.

    Coronavirus
    Geimpfte sind viel besser vor dem Coronavirus geschützt als Ungeimpfte. - dpa

    Merkel zeigte sich bereit, ärmeren Ländern etwas vom deutschen Impfstoffkontingent abzugeben. «Wichtig ist, dass Impfstoff ankommt und nicht nur Geldzusagen da sind», sagte sie nach der Videokonferenz der G7-Staaten. «Und da kann die Frage, was können wir von unseren Dosen abgeben, eine Rolle spielen.»

    Bei der Sicherheitskonferenz bot Merkel Biden mehr Engagement an – auch in militärischen Fragen. Sie bekannte sich klar zu dem Nato-Ziel, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. In diesem Jahr wird Deutschland trotz einer deutlichen Steigerung vermutlich bei 1,5 Prozent liegen.

    Mit Blick auf den Afghanistan-Einsatz sagte die Kanzlerin: «Deutschland ist bereit, auch länger in Afghanistan zu bleiben, wenn es der erfolgreichen Mission dient.» Denn: «Der Abzug darf nicht darin enden, dass dort die falschen Kräfte die Oberhand gewinnen.»

    Schlussstrich unter Trump-Ära

    Biden zog mit seiner Rede einen Schlussstrich unter die Ära seines Vorgängers Donald Trump, in der die Beziehungen zwischen den USA und Europa auf einen Tiefpunkt gesackt waren.

    Donald Trump
    Auf Ex-US-Präsident Donald Trump. Bei The Trump Organization kommt weiterer Gegenwind auf ihn zu. - dpa

    Ein freies, wohlhabendes und friedliches Europa sei weiterhin ein Kerninteresse der Vereinigten Staaten. Anders als Trump bekannte sich Biden auch klar zur Nato: «Die Vereinigten Staaten sind unserer Nato-Allianz voll und ganz verpflichtet.»

    Bidens Vorgänger Donald Trump hatte internationale Verträge gekündigt, den Vorteil des eigenen Landes zur Maxime gemacht und Verbündete reihenweise verprellt. Auch das Verhältnis zu Deutschland wurde unter Trump zunehmend frostig. Der neue US-Präsident leitet nun einen Kurswechsel ein.

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