Joe Biden will als 46. US-Präsident sein Land nach der Amtszeit von Donald Trump wieder umkrempeln. Wichtige Themen: Corona, Rassismus und die Wirtschaft.
Joe Biden
Joe Biden will die USA nach Donald Trump wieder aufräumen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach der vierjährigen Amtszeit von Donald Trump will Joe Biden einige Dinge verändern.
  • Auf seinem Wahlprogramm stehen unter anderem das Coronavirus und der Rassismus in den USA.
  • Auch die gebeutelte US-Wirtschaft will der Demokrat wieder stärken.

Joe Biden ist der neue Präsident der USA. Nun stellt sich die Frage, wie will er sein Land in den nächsten vier oder sogar acht Jahren umkrempeln? Was sind die Ziele des 1942 geborenen Demokraten?

Gleich zu Beginn seiner Amtszeit im Januar möchte Biden einige von Donald Trumps Entscheidungen ändern. So soll unter anderem die Richtung der Corona-Politik gewechselt werden. Mit einer 12-köpfigen Corona-Task-Force will er unter anderem das Abstandhalten oder Maskentragen zum nationalen Standard machen.

Joe Biden kamala harris
Joe Biden und seine Vize-Präsidentin Kamala Harris stehen während des Parteitages der US-Demokraten auf der Bühne. - dpa

Generell will Joe Biden beim Thema Coronavirus stärker auf die Wissenschaftler hören. Sein Wahlkampfteam sprach zudem davon, allen US-Bürgern kostenlose Tests ermöglichen zu wollen.

Joe Biden will US-Wirtschaft ankurbeln

Als Nächstes will Joe Biden die von Corona schwer getroffene US-Wirtschaft wieder auf Kurs bringen. Dazu will er etwa die Industrie ankurbeln und in die Infrastruktur investieren. So soll unter anderem ein Konjunkturpaket durchgeboxt werden, bei dem die Demokraten bis zu 2,2 Billionen US-Doller ausgeben wollen.

Das Geld soll vor allem lokale Regierung, Arbeitslose und kleinere Unternehmen unterstützen. Auch soll unter Biden die Kinderbetreuung erschwinglicher und die Wohlstandschere zwischen ethnischen Gruppen reduziert werden.

Joe Biden Pariser Klimaabkommen
Joe Biden hat bereits auf Twitter angekündigt, dass die USA unter ihm dem Pariser Klimaabkommen wieder beitreten werden. - Twitter/@JoeBiden

Unabhängig von der Coronavirus-Krise will Biden den Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen rückgängig machen. Zudem soll ein umfassendes Programm zum Klimaschutz lanciert werden.

Der Demokrat will gemäss US-Medien auch wieder in die Weltgesundheitsorganisation WHO eintreten. Beides unterstreicht letztlich, dass Joe Biden auf multilaterale Organisationen setzt, während Trump diesen misstraute.

Biden will die Beziehungen zu den Verbündeten der USA wieder stärken. Denn die USA soll seiner Meinung nach wieder eine Führungsrolle in der Welt einnehmen.

Coronavirus - WHO
Die USA wollen im Moment keine Beiträge mehr an die WHO zahlen. (Archivbild) - dpa

Ein weiterer Schritt von Biden ist die Aufhebung der Einreisesperre für gewisse muslimische Länder. Auch andere harte Einwanderungsregeln, die von Trump durchgesetzt wurden, will der Demokrat wieder kippen.

Auch das «Deferred Action for Childhood Arrivals»-Programm soll wieder eingeführt werden. Dieses erlaubt es Menschen, die als Kinder illegal in die USA gekommen sind (sogenannte «Dreamers»), im Land zu bleiben.

Kampf gegen den Rassismus in den USA

Dies führt uns direkt zum nächsten Thema, das Joe Biden ein Dorn im Auge ist – der «systematische Rassismus». Da dies bereits ein zentraler Punkt in Bidens Wahlkampf war, erwarten die US-Wähler nun, dass den Worten auch Taten folgen.

Black Lives Matter
Der Tod von George Floyd hatte weltweit «Black Lives Matter»-Bewegung ausgelöst. (Archivbild) - Keystone

So soll Afroamerikanern und anderen Minderheiten etwa der Zugang zu erschwinglichen Wohnungen und Häusern erleichtert werden. Auch Gleichberechtigung und Gleichbehandlung in der Arbeitswelt sei eines von Joe Bidens Ziele. Hautfarbe, sexuelle Orientierung oder Religion sollen keine Rolle dabei spielen, was ein US-Bürger erreichen kann.

Und schliesslich soll auch das Polizeisystem transformiert werden: Der Würgegriff wird verboten und eine nationale Aufsichtskommission soll gegründet werden.

gefängnis usa
Das Hochsicherheitsgefängnis in Bishopville (USA). - Keystone

Zudem will Biden die Anzahl an Häftlingen (derzeit über 2 Millionen) in den USA reduzieren. Schwarze und andere Minderheiten sind hier überproportional vertreten. Der neue Fokus liegt nun stärker auf «Resozialisierung und Wiedereingliederung».

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