Reinhard Mey veröffentlicht sein 30. Studioalbum
Reinhard Mey veröffentlicht mit «Schatzhauser» sein 30. Studioalbum. 13 Lieder kreisen um Erinnerung, Trauer, Leben und Vergänglichkeit.

Reinhard Mey hat am 25. September 2026 sein 30. Studioalbum «Schatzhauser» veröffentlicht. Der 83-jährige Liedermacher blickt damit auf fast sechs Jahrzehnte musikalischer Arbeit zurück.
Wie der «Deutschlandfunk» berichtet, verzichtet Mey auf Arrangements und begleitet alle 13 Lieder selbst auf der Gitarre. Damit präsentiert sich das neue Album in einer bewusst reduzierten Besetzung.
Der Titel «Schatzhauser» verweist auf eine Figur aus Wilhelm Hauffs Märchenwelt. Inhaltlich beschäftigen sich die neuen Lieder mit Erinnerung, Vergänglichkeit und Fragen rund um das Leben.
Reinhard Mey: Ein altes Lied erlebt eine neue Renaissance
Zum Album gehört auch eine neue Aufnahme von «In meinem Garten». Das Lied war bereits Jahrzehnte alt, als es 2025 durch den Rapper Aykut Anhan, bekannt als Haftbefehl, erneut Aufmerksamkeit erhielt.
Wie der «Deutschlandfunk» schriebt, war das Lied in einer Netflix-Dokumentation über den Rapper zu hören. Anschliessend gelangte der Titel nach rund 50 Jahren erneut in die Charts und erreichte damit ein neues Publikum.
Reinhard Mey zeigte sich überrascht, dass Menschen das Lied kannten, die zuvor noch nie von ihm gehört hatten. Gegenüber der «FAZ» schilderte er zudem seine Reaktion auf die emotionale Begegnung des Rappers mit seinem alten Lied.
Trauer um seinen Sohn bleibt präsent
Ein zentraler Hintergrund der aktuellen Gespräche mit Reinhard Mey ist der Tod seines Sohnes Maximilian. Er starb im Mai 2014 im Alter von 32 Jahren nach einer verschleppten Lungenentzündung.
Wie der «Focus» berichtet, spricht Mey mehr als zwölf Jahre später erneut über diesen Verlust. Dabei beschreibt er sein Leben als von vielen Geschenken, aber auch von grossem Schmerz geprägt.
Reinhard Mey bezeichnet sich als bekennenden Agnostiker und sagt, er wisse nicht, was nach dem Tod komme. Die Vorstellung, seine Eltern und seinen Sohn wiederzusehen, empfindet er dennoch als tröstlich.
Mey spricht über die eigene Vergänglichkeit
Auch mit dem eigenen Tod setzt sich der 83-Jährige auseinander. Der «Focus» schreibt, dass Mey weiterhin eine kindliche Angst vor Dunkelheit und Nacht beschreibt.
Für seine letzte Ruhestätte hat der Liedermacher bereits konkrete Vorstellungen. Er möchte unter einem Baum beigesetzt werden, unter dem auch sein Sohn liegt.

Gleichzeitig betont Mey, dass er weiterlebt und weitermacht. Gegenüber dem «Focus» verweist er dabei unter anderem auf seine körperliche Verfassung und darauf, dass er weiterhin acht Kilometer läuft.
Musikwissenschaftler würdigt das neue Album
Das neue Werk wird auch von musikalischer Seite eingeordnet. Der Schweizer Komponist und Musikwissenschaftler Michael Schneider bezeichnete «Schatzhauser» laut dem «Deutschlandfunk» als «überzeugend und berührend».
Schneider hob zudem die besondere klangliche Zurückhaltung des Albums hervor. Er beschreibt es als musikalisch und textlich vielschichtiges Spätwerk.
Auch die «Rolling Stone» rückt die Verbindung von Trauer, Erinnerung, Hoffnung und Vergänglichkeit in den Mittelpunkt. Zugleich wird dort betont, dass Mey selbst nicht von einem Abschied ausgeht.












