Ukraine-Krieg: US-General stellt Rekruten auf Supermächte-Krieg ein
Gemäss dem höchsten US-General markiert der Ukraine-Krieg den Start eines neuen Zeitalters der Kriegsführung. Das Potenzial eines Supermacht-Konfliktes sei da.

Das Wichtigste in Kürze
- US-Generalstabschef Mark Milley sprach an der Abschlussfeier der US-Militärakademie.
- Er warnte seine angehenden Offiziere vor einem «Krieg zwischen Supermächten».
- Er glaubt, dass der Ukraine-Krieg nur der Anfang einer Reihe von Konflikten wird.
Am Samstag war es wieder soweit in der Nähe von New York: Während Tausende Kilometer entfernt der Ukraine-Krieg tobt, schlossen in der Militärakademie West Point über 1000 US-Offiziere ihre Ausbildung ab. Gratuliert wurde vom höchsten General der Streitkräfte, US-Generalstabschef Mark Milley, persönlich.
Milley nutzte die Gelegenheit bei einer Rede am Samstag auch für eine Warnung. Die Kadetten müssten sich auf einen potenziellen «Krieg der Supermächte» zwischen China, Russland und den USA einstellen, sagte er.
Höchster US-General: «Potenzieller Supermachts-Krieg»
Der Krieg der Zukunft werde die technischen Möglichkeiten ausreizen: «Ihr werdet gegen Panzer, Schiffe und Flugzeuge kämpfen, die von Robotern gesteuert werden», so der Irak- und Afghanistan-Veteran.
Der technologische Vorsprung der USA in der Kriegsführung sei mehrheitlich verschwunden. «Was einst nur den Vereinigten Staaten vorbehalten war, kann sich heute jedes Land kaufen, wenn es das nötige Geld hat.»

Das sei brandgefährlich: «Die heutige Welt, in die wir euch losschicken, hat darum das Potenzial eines grossen Konfliktes zwischen grossen Mächten. Und dieses Potenzial wird nicht kleiner, es steigt», warnte Milley.
Ukraine-Krieg: Der Anfang eines neuen Krieg-Zeitalters?
China und Russland würden heute die militärische Vormachtsstellung der USA «herausfordern». Beide Länder signalisierten zudem auch den Wunsch nach «globalen Eroberungen». Russland durch die Erweiterung seiner Landesgrenzen gegen Westen und China mit seinem ökonomischen und militärischen Wachstum.

Mit Blick auf den Ukraine-Krieg sagte der General: «Genau jetzt, in diesem Moment, passiert in Europa eine fundamentale Veränderung der Kriegsführung.»
Konflikte würden künftig vermehrt in Städten geführt werden, gesteuert aus der Ferne. Dies sei insbesondere sehr gefährlich für die Zivilbevölkerung, wie Butscha oder Mariupol klar gezeigt hätten.
Dass Putins Aggressionen in der Vergangenheit nicht beantwortet wurden, hätte ihn mutiger gemacht. Dies koste jetzt die Leben von Tausenden Menschen, erinnerte Milley seine Schützlinge. «Das Beste, was ihr tun könnt, um dieses Opfer zu ehren, ist für Frieden und gegen Tyrannei zu kämpfen.»