Wir Menschen sind grösstenteils für die Ölverschmutzung in den Meeren verantwortlich. Laut einer Studie sind 94 Prozent der Verunreinigung Menschen-verursacht.
Selbst kleine Mengen Öl können grosse Auswirkungen auf die Ökosysteme der Meere haben.
Selbst kleine Mengen Öl können grosse Auswirkungen auf die Ökosysteme der Meere haben. - Ian MacDonald/dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Menschen sind für über 90 Prozent der Ölverschmutzung in Meeren verantwortlich.
  • Dies zeigt eine neue Studie, die im Fachmagazin «Science» publiziert wurde.
  • Erdöl richtet in den sensiblen Ökosystemen im Meer schwerwiegenden Schaden an.

Für die sensiblen Ökosysteme der Meere ist Erdöl enorm schädlich. Eine neue Studie zeigt nun: Der Grossteil der Ölverschmutzung ist auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen. Auf den Meeren treibende Ölverschmutzungen sind einer Studie zufolge zu einem weit grösseren Teil vom Menschen verursacht als bisher angenommen.

Mit etwa 94 Prozent sei die überwältigende Mehrheit auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen, etwa auf Freisetzungen aus Schiffen, Offshore-Förderanlagen oder Pipelines. Dies berichten Forschende im Fachmagazin «Science».

Fast eine halbe Million Ölteppiche

Zuvor sei für den Zeitraum 1990 bis 1999 geschätzt worden, dass etwa die Hälfte auf natürliche Lecks im Meeresboden zurückgehe. Der aktuellen Auswertung zufolge seien es aber nur rund sechs Prozent. Ein Grund sei vermutlich der in den vergangenen Jahrzehnten stark gestiegene Schiffsverkehr. Dies erläutert Ira Leifer vom Green-Tech-Unternehmen Bubbleology Research International in einem Kommentar zur Studie.

Ölpest
Angeschwemmtes Öl bei Huntington Beach in Kalifornien. - AFP

Die Forschenden von der Nanjing University in China hatten auf Satellitenbildern mehr als 450'000 Ölteppiche auf den Weltmeeren identifiziert. Die zwischen 2014 und 2019 erfassten Ölteppiche summierten sich demnach zu einer Gesamtfläche von 1,5 Millionen Quadratkilometern. Das ist mehr als die doppelte Fläche Frankreichs.

Die überwiegende Mehrheit der Verschmutzungen befand sich in einem Umkreis von 160 Kilometern von Küsten und entlang von Schifffahrtsrouten. Zu den stark betroffenen Meeresgebieten zählten die Javasee, das Südchinesische Meer und der Golf von Guinea.

So schädlich ist Erdöl für die Meere

Erdöl ist für die sensiblen Ökosysteme in den Meeren ein grosses Problem: Selbst eine kleine Menge kann schon grosse Auswirkungen auf Plankton haben, das eine Nahrungsgrundlage der Ozeane bildet. Andere Meerestiere wie Wale und Meeresschildkröten werden geschädigt, wenn sie beim Atmen mit dem Öl in Berührung kommen.

Für die Analyse hatte das Team mehr als eine halbe Million Bilder zweier Sentinel-Satelliten mithilfe künstlicher Intelligenz ausgewertet. Die Erdbeobachtungssatelliten tasten die Erdoberfläche aus rund 700 Kilometern Höhe ab: mit sogenanntem Synthetic Aperture Radar (SAR).

Satellitentechnologie biete eine Möglichkeit, die Ölverschmutzung der Meere besser zu überwachen. Dies gilt insbesondere in Gewässern, in denen eine Überwachung durch den Menschen bisher schwierig sei, erklärte Yongxue Liu.

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