Papst

    Trump verschärft Ton im Streit mit Papst Leo

    Esada Kunic
    Esada Kunic

    USA,

    Trump greift Papst Leo massiv an und nennt ihn «schrecklich» in der Aussenpolitik. Der US-Präsident lehnt eine Entschuldigung ab.

    Donald Trump papst
    Donald Trump wünscht dem Papst nach der Krebsdiagnose alles Gute. Der US-Präsident hatte das Kirchenoberhaupt zuvor mehrfach kritisiert. - keystone

    Papst Leo XIV. forderte am Samstag vor Gläubigen im Petersdom ein Ende der Kriege weltweit auf. Der erste US-amerikanische Papst rief zu Frieden und Versöhnung auf, wie der «Tagesspiegel» berichtet.

    «Genug des Krieges!», lautete sein Appell an die Regierenden der Welt. US-Präsident Donald Trump reagierte prompt mit einer heftigen Gegenattacke.

    Schaden Trumps Angriffe auf Papst Leo XIV. seinem Image als religiöser Politiker?

    Auf der Plattform Truth Social bezeichnete Trump den Papst als «schrecklich» in der Aussenpolitik. «Er liegt falsch», sagte Trump und lehnte jede Entschuldigung kategorisch ab.

    Trump wirft Papst Schwäche vor

    Trump schrieb, dass Leo XIV. als «sehr schwach» in Bezug auf Kriminalitätsbekämpfung handele. Der Präsident kritisierte, dass der Papst das iranische Atomwaffenprogramm dulde, schreibt «T-Online».

    Trump forderte, dass der Papst «gesunden Menschenverstand» einsetzen solle, wie der «Spiegel» schreibt. Besonders provokativ war Trumps Behauptung über die Papstwahl.

    «Wenn ich nicht im Weissen Haus wäre, wäre Leo nicht im Vatikan», schrieb Trump. Der Papst müsse «dankbar» sein für sein Amt überhaupt.

    Papst antwortet entschieden

    Papst Leo XIV. wies Trumps Kritik während seines Fluges nach Algerien zurück, berichtet der «Tagesspiegel». «Was ich sage, ist keineswegs als Angriff gemeint», erklärte das Oberhaupt der Katholiken.

    Der Pontifex betonte, er sei «kein Politiker» und wolle nur Brücken bauen. «Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung», sagte Leo XIV. mit klaren Worten.

    Der aus Chicago stammende Papst blieb bei seiner Botschaft zur Friedensförderung. Er kündigte an, sich weiterhin lautstark gegen Kriege auszusprechen.

    KI-Bild löst Empörung aus

    Trump postete nach seiner Tirade ein umstrittenes KI-generiertes Bild. Das Bild zeigte ihn in einem weissen Gewand als eine Art Heilsbringer, berichtet der «Tagesspiegel».

    Der Präsident löschte das Bild später nach massiver Kritik aus den eigenen Reihen. Nach Vorwürfen der Gotteslästerung musste Trump einlenken.

    Bereits Trump-nahe Kommentatoren kritisierten das Bild scharf als «ungeheuerliche Blasphemie». Selbst konservative Republikaner zeigten sich entgeistert.

    Breite kirchliche Kritik gegen Trump

    Der Vatikan-Offizielle Antonio Spadaro bezeichnete Trumps Attacke als «Deklaration der Ohnmacht». Wie das «Domradio» berichtet, schrieb Spadaro, dass die Macht versuche, die moralische Stimme des Papstes zu delegitimieren.

    «ZDFheute» zufolge äusserte sich auch die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kritisch. Sie nannte Trumps Worte gegenüber dem Papst «inakzeptabel».

    Trump Papst Leo XIV.
    Papst Leo XIV. wies Trumps Kritik zurück. «Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung.» - keystone

    Der Papst sei das Oberhaupt der katholischen Kirche. Es sei «richtig und normal, dass er zum Frieden aufruft und jede Form von Krieg verurteilt».

    Vance verteidigt Trump

    Vizepräsident JD Vance sprang Trump bei. Er forderte den Vatikan auf, sich aus Politik fernzuhalten.

    Wie «T-Online» berichtet, sagte Vance bei «Fox News», der Papst solle sich auf moralische Fragen beschränken. Die US-Politik müsse dem Präsidenten überlassen bleiben.

    Der Konflikt zeigt die Spannungen zwischen Washingtons Kriegskurs und dem Friedensappell des Vatikans. Leo XIV. hatte die US-Drohungen gegen den Iran als «wirklich inakzeptabel» kritisiert.

    Kommentare

    User #5647 (nicht angemeldet)

    Der ist doch verbittert, frustriert und zickig, weil nicht alle nach seiner Nase tanzen.

    User #4743 (nicht angemeldet)

    Wer liegt da falsch!? Wohl kaum Papst Leo, der unaufhörlich zu Friedensgesprächen und Dialog aufruft. Trump jedoch: Ständig Drohungen zu Vernichtungen, Erpressungen und Kampfansagen!!

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