Trump setzt auf Kohle und investiert 700 Millionen Dollar
US-Präsident Donald Trump kündigt ein 700-Millionen-Dollar-Paket für die Kohleindustrie an – mit einem Notstandsgesetz aus dem Kalten Krieg als Grundlage.

US-Präsident Donald Trump hat 700 Millionen Dollar (etwa 551,9 Millionen Franken) für die amerikanische Kohleindustrie angekündigt. «Schöne, saubere Kohle» sei das Motto dahinter, wie die «Welt» berichtet.
Damit sollen Kraftwerke modernisiert, Bergwerke ausgebaut und ein Exporthafen nördlich von San Francisco errichtet werden. Zwei neue Kohlekraftwerke sollen laut Trump mit dem Geld ebenfalls entstehen.
Gut ein Dutzend bestehende Anlagen sowie 42 Kohleminen sollen vom Massnahmenpaket profitieren. Trump erklärte, dies sichere «mehr als 14'000 Arbeitsplätze», wie die «Welt» festhält.
Kalter-Krieg-Gesetz als Grundlage
Für die Investition beruft sich Trump auf den aus dem Jahr1950 sogenannten Defense Production Act. Dieses Notfallgesetz verleiht dem Präsidenten weitreichende Befugnisse über sicherheitsrelevante Industrien, wie der «Spiegel» erklärt.
Mehr als die Hälfte der Mittel ist für die Modernisierung von 13 Kraftwerken vorgesehen. Das berichtet das «Handelsblatt» unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Bloomberg, die als erste über die Pläne informiert hatte.
Weitere 185 Millionen Dollar (etwa 145,8 Millionen Franken) sollen Anlagen in den Bundesstaaten Alaska, Maryland und West Virginia bezuschussen. Für ein Kohleexportterminal in Nordkalifornien sind laut «Handelsblatt» 75 Millionen Dollar (etwa 59,1 Millionen Franken) eingeplant.
Trump: KI-Boom als Argument für Kohle
Die Trump-Regierung begründet ihren Kurs mit dem stark wachsenden Strombedarf für Rechenzentren der Künstlichen Intelligenz. Bereits im April 2025 hatte Trump Dekrete unterzeichnet, um den Kohleabbau «auf Hochtouren» zu bringen, berichtet der «Spiegel».

Damals wurde auch die geplante Schliessung mehrerer Kohlekraftwerke ausgesetzt. Der Kohleanteil an der US-Energieproduktion lag 2024 bei nur noch 15 Prozent.
Trump nutzte die Ankündigung auch für einen Seitenhieb gegen Europa. Windräder «brechen» und «töten Vögel», behauptete der Präsident, und bezeichnete Klimaschutz erneut als «Betrug».
















