Wird Hormus-Blockade zum Eigentor für Iran?
Laut einem Experten versuchen die Nachbarn des Irans, von der Strasse von Hormus unabhängig zu werden. Die Blockade könnte also zum Eigentor werden.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Blockade der Strasse von Hormus könnte für den Iran zu einem Eigentor werden.
- Ein Experte sagt, die Region versuche nun, vom Iran unabhängig zu werden.
- Saudi-Arabien und der Irak bauen ihre Pipelines aus.
Der Iran hat einen Trumpf in der Hand im Krieg gegen die USA: die Strasse von Hormus. Doch die Blockade der Meerenge könnte zum Eigentor werden, wie ein ehemaliger Sicherheitsberater zahlreicher US-Präsidenten bei «CNN» schreibt.
Brett McGurk diente jahrelang als Diplomat für die USA. Unter George W. Bush, Barack Obama, Donald Trump und Joe Biden hatte er Positionen im Sicherheitsbereich inne.

Rund 20 Prozent des Energie-Handels der Welt werden durch die Strasse von Hormus verschifft. Sie gilt als eine der wichtigsten «Lebensadern» der globalen Wirtschaft. Kuwait, Irak, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate schicken grosse Teile ihres Öls durch die Strasse von Hormus.
Lange wurde davon ausgegangen, dass die Meerenge auch im Falle eines Konflikts für den Handel offen bleibt. Während des zwölftägigen Krieges der USA gegen den Iran im Juni 2025 war das beispielsweise der Fall.
Doch im aktuellen Krieg sperrte der Iran die Strasse von Hormus. Mit Drohnen und Raketen werden auch immer wieder Schiffe, die dennoch durch die Meerenge fahren wollten, angegriffen.
Das Ziel des Irans ist es, Druck auf die USA und den Westen auszuüben. Langfristig will Teheran die Strasse von Hormus kontrollieren und Milliarden durch Mautgebühren einnehmen.

Doch die umliegenden Länder sind damit nicht einverstanden und planen Alternativen. «Es ist das erste Mal, dass sie ernsthaft in eine Zukunft investieren, in der die Meerenge nicht mehr unverzichtbar ist.» Dies schreibt Brett McGurk. «Die Energie-Karte wird neu gezeichnet, um Irans Einfluss über diesen Engpass zu verringern.»
Iran wird versuchen, Porjekte zu verzögern
Saudi-Arabien beispielsweise baut seine Ost-West-Pipeline, die fast vom Persischen Golf zum Roten Meer reicht, aus. Für mehrere Milliarden Dollar soll die Kapazität um bis zu 30 Prozent erhöht werden.
Der Irak will mithilfe von US-Firmen ebenfalls Milliarden investieren. Damit sollen kaum genutzte Pipelines renoviert werden. Dadurch soll Öl nicht mehr zum Persischen Golf, sondern nach Syrien oder in die Türkei gebracht werden. Von dort soll es über das Mittelmeer weiterverschifft werden.
Ex-Sicherheitsberater Brett McGurk gibt zu bedenken, dass all diese Projekte Zeit benötigen. Zudem wird der Iran mit Angriffen für Verzögerungen sorgen.
«Möglicherweise hat der Iran durch die Blockade seine Nachbarn dazu gebracht, eine Region aufzubauen, die nicht von ihm abhängig ist.» Dies schreibt McGurk. Dies würde zu einer Stärkung der Nachbarn, viele davon Verbündete des Westens, führen. Und dadurch zu mehr Einfluss der USA.

















