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Schweiz entsendet zwei Helikopter nach Frankreich

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Bern,

Die schweren Waldbrände im Südwesten Frankreichs haben sich weiter ausgebreitet und den Grossraum Bordeaux erreicht.

Waldbrand Frankreich
Die Waldbrände in Frankreich breiten sich weiter aus. - keytone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die verheerenden Waldbrände in Frankreich breiten sich weiter aus.
  • Die Flammen kommen immer näher auf Bordeaux zu.
  • Mehr als 200’000 Menschen wurden im Département Gironde bereits in Sicherheit gebracht.

Der Waldbrand im Grossraum Bordeaux im Südwesten Frankreichs spitzt sich zu. Das Feuer ist nach Angaben von Bürgermeister Thomas Cazenave inzwischen rund 15 Kilometer von der Metropole entfernt.

Er sagte nach Angaben der Regionalzeitung «L'Indépendant», die Einwohnerinnen und Einwohner von Bordeaux bereiteten sich derzeit nicht auf eine Evakuierung vor. Zugleich betonte er, die Stadt sei darauf vorbereitet, auf jede mögliche Entwicklung zu reagieren.

Nach Angaben der Behörden wurden seit Mittwoch in der Gironde, dem Verwaltungsbezirk rund um Bordeaux, rund 220.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Der grösste Waldbrand der Region hat inzwischen rund 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört

Schweiz entsendet zwei Helikopter nach Frankreich

Die Schweiz hat Frankreich Unterstützung bei der Bekämpfung der Brände zugesagt. Auf ein Ersuchen des französischen Zivilschutzes hin sollen voraussichtlich zwei Super-Puma-Helikopter der Armee im Süden des Landes zum Einsatz kommen.

Die Unterstützung wird durch die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) und das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) koordiniert, wie die zuständigen Stellen am Sonntag mitteilten. Eine entsprechende Anfrage aus Frankreich war am Freitagabend eingegangen und wurde am Sonntag präzisiert.

Löscharbeiten
Die Schweiz unterstützt Frankreich bei den Löscharbeiten. - keystone

Der Abflug der beiden Helikopter sei für Dienstagmorgen vorgesehen. Ihr genauer Einsatzort im südfranzösischen Département Var werde derzeit noch mit den französischen Behörden abgestimmt. Ein kleines Team der Humanitären Hilfe des Bundes begleite das Armee-Detachement.

Neben den Helikoptern sind bereits Schweizer Feuerwehrleute in Frankreich im Einsatz. Seit Samstag unterstützen rund 30 Angehörige des Genfer Service d'incendie et de secours die Löscharbeiten an der Atlantikküste bei Bordeaux. Dieser Einsatz soll bis zum 1. August dauern.

Weitere Evakuierungen angeordnet

Der Brand in Frankreich bleibt schwer kontrollierbar. In der Nacht sei das Feuer in der Gironde wieder «äusserst heftig und unberechenbar» geworden, erklärte Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez auf der Plattform X.

Die Flammen hätten eigene Winde erzeugt und sich in Richtung des Grossraums Bordeaux bewegt. Zeitweise entwickelte sich ein sogenannter Pyrocumulonimbus – eine gewaltige Rauchwolke, die das Feuer weiter anfachen und seine Ausbreitung schwer vorhersehbar machen kann.

Wegen der anhaltenden Gefahr ordnete die Präfektur in der Nacht die vorsorgliche Evakuierung von 55.000 weiteren Menschen in mehreren Gemeinden westlich und südwestlich von Bordeaux an. Nach Angaben der Behörden wurden rund 140 Wohnhäuser zerstört.

Innenminister warnt vor langem Kampf gegen Feuer

Innenminister Nuñez warnte vor einem langwierigen Einsatz. «Das Feuer wird lange zu bekämpfen sein», sagte er in einem Interview mit «La Tribune Dimanche». Rund 2.500 Feuerwehrleute, unterstützt von etwa 1.500 Soldaten, kämpfen gegen die Flammen.

Zusätzlich kommen Löschflugzeuge und Hubschrauber zum Einsatz. Landwirte unterstützen die Einsatzkräfte mit Wasseranhängern und Verpflegung.

Parallel dauerten die Löscharbeiten in anderen Teilen Frankreichs an. Im Département Landes ist ein Feuer zwar besser unter Kontrolle, aber noch nicht gelöscht. An der Mittelmeerküste im südfranzösischen Var hat ein Brand bei Gros Bessillon rund 4.500 Hektar erfasst.

Rauch belastet Gesundheit und Verkehr

Die Folgen der Brände sind inzwischen auch im Alltag der Menschen spürbar. Dichter Rauch hat Teile der Départements Gironde und Landes verdunkelt. Die Behörden warnen vor gesundheitsschädlichen Stoffen wie Feinstaub, Kohlenmonoxid und Schwermetallen. In betroffenen Orten steigt die Nachfrage nach Atemmasken.

Waldbrand Frankreich
Die Flammen nähern sich Bordeaux. - keystone

Um Einsatzkräfte und Bevölkerung vor den giftigen Rauchschwaden zu schützen, wurden nach Angaben von Premierminister Sébastien Lecornu 1,5 Millionen FFP2-Masken in die Gironde gebracht.

Tour de France verkürzt

Auch der Verkehr war beeinträchtigt: Die Autobahn A63 zwischen Bordeaux und Spanien wurde auf rund 60 Kilometern gesperrt, der Bahnverkehr südlich von Bordeaux blieb bis auf weiteres unterbrochen.

TdF Waldbrand
Die Tour de France musste gekürzt werden. - keystone

Auch die letzte Etappe der Tour de France war von der angespannten Lage betroffen. Wegen der aussergewöhnlichen Mobilisierung von Sicherheitskräften wurde die Strecke zwischen Mantes-la-Ville und Paris am Sonntag von 133 auf 89 Kilometer verkürzt.

Ein Teil der Einsatzkräfte sollte in die von den Bränden betroffenen Gebiete, insbesondere in die Gironde, verlegt werden.

Mehrere Brände halten auch in Spanien in Atem

Auch in Spanien wüteten zahlreiche Waldbrände weiter. Besonders verheerend waren die Feuer in der Umgebung von Madrid sowie in den benachbarten Provinzen Ávila und Toledo, wo die Flammen insgesamt bereits rund 45.000 Hektar Wald- und Buschland zerstörten und mehrere Ortschaften bedrohten.

Grosse Sorgen bereitete auch ein Brand in der Provinz Castellón im Osten des Landes. Insgesamt waren in Spanien nach Angaben des Innenministeriums rund 120.000 Menschen von Evakuierungen oder Ausgangsbeschränkungen betroffen.

Warst du erst kürzlich in Bordeaux?

In den vergangenen Stunden gab es jedoch ermutigende Nachrichten. Vor allem in Madrid sowie in den angrenzenden Provinzen konnten die Einsatzkräfte in der Nacht dank niedrigerer Temperaturen, höherer Luftfeuchtigkeit und schwächerer Winde bedeutende Fortschritte erzielen.

Nach Angaben der Militärischen Nothilfeeinheit (UME) sind dort inzwischen alle Hauptfronten eingedämmt, auch wenn mehrere Brandherde aktiv bleiben. «Die kommenden Stunden bleiben sehr schwierig», sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez bei einem Besuch des zentralen Einsatzkommandos in Ávila. «Aber die Nacht ist sehr positiv verlaufen.»

Feuergefahr auch in Italien

Die Feuerwehr in Italien kämpft ebenfalls gegen zahlreiche Brände. Allerdings haben die Feuer längst nicht das Ausmass wie in Frankreich und Spanien. Betroffen sind insbesondere Regionen auf dem Festland im Süden sowie Italiens grösste Inseln Sizilien und Sardinien.

Auf Sardinien musste in der Umgebung der Inselhauptstadt Cagliari ein Altersheim evakuiert werden. Auf Sizilien bereitet Probleme, dass die Feuer durch den Wüstenwind Scirocco angefacht werden, der übers Mittelmeer aus Afrika kommt.

Kommentare

User #2378 (nicht angemeldet)

Haben wir genug Helis in der Schweiz, statt nur Kampfflugzeuge könnte das Sinn machen

User #6142 (nicht angemeldet)

Liefert die Schweiz die Helikopter gratis?

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