Trump ignorierte Geheimdienste vor Iran-Krieg
Laut einem Bericht warnten die US-Geheimdienste Donald Trump vor dem Krieg vor den nun eingetretenen Szenarien. Der US-Präsident hörte aber nicht auf sie.

Das Wichtigste in Kürze
- Donald Trump fragte bei den Geheimdiensten, ob der Iran-Krieg eine gute Idee sei.
- Diese verneinten und warnten vor genau jenen Szenarien, die jetzt eingetreten sind.
- Der US-Präsident hörte aber auf die Befürworter des Krieges um Hegseth und Netanjahu.
Sechs Wochen lang werde der Iran-Krieg dauern, sagte Donald Trump kurz nach dem Beginn am 28. Februar. Mittlerweile sind mehr als sechs Monate vergangen. Die Kriegsziele sind nicht erreicht, ein Kriegsende in weiter Ferne.
Dafür ist die Strasse von Hormus blockiert, die Revolutionsgarde noch mächtiger. Im Regime gab es zwar personelle Änderungen, jedoch keinen Machtwechsel. Dafür sind die US-Munitionsbestände gefährlich niedrig, die Truppenmoral durchwachsen.
All das kommt nicht überraschend. Wie das «Wall Street Journal» berichtet, warnten die US-Geheimdienste den Präsidenten vor genau diesen Szenarien.
Demnach fragt Trump seine damalige Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard, ob ein grossangelegter Angriff auf den Iran eine gute Idee sei. Basierend auf den Informationen und Erkenntnissen ihrer Behörde verneinte Gabbard aber.
Die Geheimdienste rechneten für den Fall eines Angriffs mit der sofortigen Sperrung der Strasse von Hormus. Sie hielten es für wahrscheinlich, dass nach dem Tod des obersten Führers ein radikaleres Regime an die Macht kommt. Sie erwarteten Angriffe auf US-Basen und -Verbündete im Nahen Osten sowie schlechte Truppenmoral und sinkende Munitionsvorräte.
Kurz: Die US-Geheimdienste rechneten im Falle eines US-Angriffs auf den Iran mit all dem, was dann auch eingetreten ist.
Kriegsbefürworter verwiesen auf Krise im Iran
Doch Donald Trump fragte auch seinen Kriegsminister Pete Hegseth und dessen Pentagon sowie den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu. Und von dieser Seite hiess es laut dem Bericht, dass der Zeitpunkt für einen grossangelegten Angriff ideal wäre.

Denn der Iran befand sich in einer Krise. Neben schweren wirtschaftlichen Problemen gab es im Januar auch grosse Proteste gegen das Regime. Die Kriegs-Befürworter argumentierten, dass es der Moment sei, um die potentielle Gefahr des Irans ein für alle Mal auszuschalten.
Auf diese Seite hörte Donald Trump und begann zusammen mit Israel am 28. Februar den Krieg gegen den Iran.
Donald Trump: «Wollen nicht mit ihnen reden»
Eric Brewer von der Anti-Atomwaffen-NGO «Nuclear Threat Initiative» sagt, dass alle Konsequenzen vorhersehbar gewesen seien. «Das alles wurde vorhergesagt.»
Der Krieg sei ohne klares politisches Ziel begonnen worden. Und nun verfehle die Diplomatie es, ihn zu beenden. Zwischen den beiden Tatsachen könne man eine direkte Verbindung ziehen.
Immerhin scheint Donald Trump nun den Wechsel zu einem Wirtschaftskrieg geschafft zu haben. Er droht dem Iran und dessen Handelspartnern mit heftigen Sanktionen. Raketen und Drohnen flogen zuletzt kaum noch.
An Verhandlungen hat der US-Präsident aber kein Interesse. Am Donnerstag sagte er: «Wir wollen nicht mit ihnen reden. Wir versuchen nicht, uns mit ihnen zu treffen.»





















