Trump begnadigt in Russland-Affäre verstrickten Ex-Sicherheitsberater Flynn

AFP
AFP

USA,

US-Präsident Donald Trump hat in seinen letzten Amtswochen seinen in die Russland-Affäre verstrickten früheren Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn begnadigt.

Michael Flynn
Michael Flynn - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • US-Demokraten werfen abgewähltem Präsidenten Machtmissbrauch vor.

Trump verkündete die «vollständige Begnadigung» Flynns am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter. Der Ex-General hatte sich schuldig bekannt, die US-Bundespolizei FBI über seine Kontakte zum früheren russischen Botschafter in den USA belogen zu haben. Die Demokraten des künftigen Präsidenten Joe Biden kritisierten Trumps Vorgehen umgehend scharf.

Der abgewählte Präsident schrieb am Mittwoch auf Twitter, es sei ihm «eine grosse Ehre», Flynns Begnadigung bekanntzugeben. «Glückwünsche an General Flynn und seine wunderbare Familie. Ich weiss, dass Ihr jetzt ein wahrhaft fantastisches Thanksgiving haben werdet.»

Zuletzt war darüber spekuliert worden, dass Trump Flynn in seinen letzten Amtswochen begnadigen könnte. Der Präsident hatte den 61-Jährigen in den vergangenen Jahren immer wieder vehement verteidigt.

Trumps erster Nationaler Sicherheitsberater hatte sich in der Vergangenheit zwei Mal schuldig bekannt, das FBI belogen zu haben. Flynn hatte im Dezember 2016 - zwischen Trumps Wahlsieg und Amtsantritt - mit dem damaligen russischen Botschafter über die Sanktionen gegen Russland gesprochen. Im Februar 2017 trat er deswegen nach nur rund drei Wochen im Amt als Sicherheitsberater zurück.

Später zog der Ex-General das Schuldbekenntnis zurück. Das vom Trump-Loyalisten Bill Barr geführte Justizministerium liess die Vorwürfe gegen Flynn fallen, der zuständige Richter setzte das Verfahren aber zunächst trotzdem fort.

Dass Trump Flynn nun begnadigte, sorgte bei den oppositionellen Demokraten für erboste Reaktionen. Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses, Adam Schiff, warf dem Präsidenten vor, seine Befugnis zu Begnadigungen «missbraucht» zu haben. Der Präsident belohne «Freunde und politische Verbündete» und schütze jene, die für ihn gelogen hätten.

Der Vorsitzende des Justizausschusses des Repräsentantenhauses, Jerrold Nadler, sprach von «Machtmissbrauch» und einer Untergrabung der Rechtsstaatlichkeit.

Dagegen erklärte die Sprecherin des Weissen Hauses, Kayleigh McEnany, die Begnadigung setze «der unerbittlichen politischen Verfolgung eines unschuldigen Mannes ein Ende». Flynn sei «Opfer» eines «koordinierten Versuchs, die Wahlen von 2016 umzukehren», geworden.

Trump hatte bereits im Juli seinem im Zuge der Russland-Affäre zu mehr als drei Jahren Gefängnis verurteilten langjährigen Berater Roger Stone die Haftstrafe erlassen. Beobachter erwarten, dass der Präsident bis zum Ende seiner Amtszeit am 20. Januar noch weitere Vertraute begnadigen könnte.

In der Russland-Affäre geht es um die mutmassliche russische Einmischung zugunsten Trumps in die US-Präsidentschaftswahl 2016 sowie den Verdacht, dass sich Mitarbeiter des Trump-Teams mit Moskau abgesprochen haben könnten. Sonderermittler Robert Mueller fand in seiner fast zweijährigen Untersuchung keine hinreichenden Belege für illegale Absprachen zwischen dem Trump-Team und Moskau. Vom Vorwurf der Justizbehinderung entlastete Mueller den Präsidenten aber explizit nicht.

Kommentare

Weiterlesen

xx
61 Interaktionen
An Schweizer Konzert
Donald Trump
2 Interaktionen
Doppelmoral

MEHR IN NEWS

Outback
1 Interaktionen
Alice Springs
FC Basel Daniel Stucki
1 Interaktionen
«Wird Wehmut da sein»
Gewalt Angriff Messer
Zürich

MEHR DONALD TRUMP

Donald Trump
26 Interaktionen
US-Gesetz
Donald Trump ICE
76 Interaktionen
Wie bitte?
Donald trump
146 Interaktionen
US-Gala-Schütze
Trump
76 Interaktionen
Laut Berichten

MEHR AUS USA

4 Interaktionen
Washington/Berlin
Sharon Stone
«Verdammt toll»
Kimi Antonelli Miami
4 Interaktionen
Kimi auf Pole
Iran-Krieg
174 Interaktionen
Hat wenig Hoffnung