Trickst Donald Trump bei der Anzahl seiner toten Soldaten?
Widersprüchliche Opferzahlen des Pentagons zum Iran-Krieg sorgen in den USA für Empörung. Trickst Donald Trump bei den Zahlen etwa?

Das Wichtigste in Kürze
- Das Pentagon veröffentlichte widersprüchliche Opferzahlen zum Iran-Krieg.
- Kritiker werfen der US-Regierung vor, die Bilanz künstlich zu beschönigen.
- Besonders Angehörige verletzter Soldaten reagieren empört.
Das Pentagon veröffentlicht auf seiner Website regelmässig die Zahl der gefallenen und verwundeten US-Soldaten im Iran-Krieg. Doch die Art, wie diese Zahlen erhoben und dargestellt werden, sorgt in den USA für Aufruhr.
Besonders brisant: Die Zahl der Kriegstoten sank zeitweise von 18 auf 14 – und stieg kurz darauf wieder an. Gleichzeitig meldete das Verteidigungsministerium plötzlich mehr als 200 zusätzliche Verwundete.
Kritik an Regierung von Donald Trump
Kritiker werfen der Regierung von Präsident Donald Trump vor, die menschlichen Kosten des Krieges kleinzureden. Besonders die Familien betroffener Soldaten reagieren mit Unverständnis und Wut.
Das Verteidigungsministerium unter Pete Hegseth versuchte, die Verwirrung zu erklären. Man verwies auf zwei getrennte Statistiken für denselben Militärkonflikt.
Laut Verteidigungsministerium erfasst die Statistik zur Militäroperation «Epic Fury» die Opfer vom Kriegsbeginn bis zum ersten Waffenstillstand. Das heisst vom 28. Februar bis Ende April.
Die zweite Kategorie «Overseas Operations» zählt Tote und Verletzte seit dem Zusammenbruch der Waffenruhe am 7. Juli. Die vier zuletzt gefallenen Soldaten wurden dieser zweiten Kategorie zugeordnet.
Der republikanische Abgeordnete Thomas Massie übte scharfe Kritik an dieser Vorgehensweise. Er sprach von einer «absurden List», den Irankonflikt in zwei separate Kriege aufzuteilen. Damit werde versucht, die Gesamtbilanz der Gefallenen künstlich tief zu halten, so der Vorwurf.
Mittlerweile liegt die offizielle Zahl der Gefallenen laut Pentagon wieder bei 18.
Bei den Verwundeten hingegen gab es einen markanten Sprung: Das Ministerium meldete plötzlich 624 Verletzte. Das entspricht einem Anstieg von rund einem Drittel innerhalb kurzer Zeit. Eine klare Erklärung dafür gibt es nicht.
Schwere Hirnverletzungen gelten als «leicht verletzt»
Ein weiterer Punkt sorgt ebenfalls für Empörung. Einige Soldaten mit schweren Hirnverletzungen wurden nämlich offiziell lediglich als «leicht verletzt» eingestuft.
Angehörige dieser Betroffenen reagierten mit scharfer Kritik. Sie fühlen sich von der Regierung von Donald Trump im Stich gelassen.
Das Pentagon erklärte die Ungereimtheiten mit «vorübergehenden Datenstörungen». Pentagon-Sprecher Joel Valdez sprach von «technischen Fehlern», die zu den abweichenden Zahlen geführt hätten. Diese Erklärung überzeugt viele Kritiker nicht.
Die Debatte über die Opferzahlen ist kein neues Phänomen. Bereits in früheren US-Militäreinsätzen – etwa im Irak oder in Afghanistan – wurde die Regierung kritisiert. Zahlen zu Gefallenen und Verwundeten seien schon damals nicht vollständig oder verzögert kommuniziert worden.





















