In Mexiko sorgt die Erschiessung von zwei Jesuiten in ihrer Kirche und das Verschwinden ihrer Leichen für Entsetzen.
Auch Papst Franziskus verurteilte die Gewalttat
Auch Papst Franziskus verurteilte die Gewalttat - AFP

Die beiden Geistlichen wurden nach Behördenangaben zusammen mit einem Touristenführer getötet, der offenbar in ihrer Kirche in einem entlegenen Bergdorf im Bundesstaat Chihuahua Schutz gesucht hatte. Die mexikanische Bischofskonferenz sprach am Dienstag (Ortszeit) von einer «Tragödie», auch Papst Franziskus schaltete sich am Mittwoch ein.

«So viele Morde in Mexiko», prangerte das Oberhaupt der katholischen Kirche an, das selbst aus den Reihen der Jesuiten stammt, in einer Erklärung. Gewalt löse «keine Probleme, sondern steigert unnötiges Leiden». Papst Franziskus fügte hinzu, er sei «der von dieser Tragödie betroffenen katholischen Gemeinde im Leid und im Gebet nahe».

Die Gewalttat war am Montag in dem Dorf Cerocahui verübt worden. Es ist nicht weit von den bei Touristen beliebten Kupferschluchten entfernt.

Die mexikanische Bischofskonferenz forderte eine «schnelle Untersuchung» des Dreifach-Mordes und mehr Schutz für Kirchenvertreter, da es sich bei solchen Gewalttaten nicht um Einzelfälle handele. «Jeden Tag werden Männer und Frauen willkürlich getötet», beklagten die Bischöfe die Sicherheitslage in Mexiko.

Das mexikanische Sicherheitsministerium erklärte am Dienstagabend (Ortszeit), die Identität des mutmasslichen Täters sei bekannt. Nach ihm werde gefahndet.

Der Leiter der Jesuiten in Mexiko, Provinzial Luis Gerardo Moro Madrid, sagte unter Berufung auf einen dritten Geistlichen, der am Tatort anwesend war, die beiden Jesuiten seien offenbar eingeschritten, als der Schütze einen Mann bis in die Kirche verfolgt habe.

Madrid führte aus, nach der Ermordung der drei Männer habe der Angreifer gesagt: «Es tut mir leid, wir werden die Leichen mitnehmen.» Andere bewaffnete Männer hätten die Toten dann auf die Ladefläche eines Pickups gelegt und sie abgedeckt, dann seien sie mit ihnen davon gefahren.

Über die Berge im Bundesstaat Chihuahua verlaufen Schmuggelrouten mexikanischer Drogenbanden in die USA. Ordensleute in Mexiko versuchen häufig, zwischen Mitgliedern des organisierten Verbrechens und Einwohnern zu vermitteln.

Mexiko wird seit 2006 von einer Welle der Gewalt im Zusammenhang mit dem brutalen Vorgehen rivalisierender Drogenbanden erschüttert: Es wurden mehr als 340.000 Morde registriert, zehntausende Menschen gelten als vermisst.

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