Nach US-Zwischenwahlen: Gold legt zu, Dollar verliert
Der Goldpreis ist mit einer Schwäche des Dollar nach den US-Zwischenwahlen kräftig gestiegen. Nach der krachenden Niederlage der Republikanischen Partei von Präsident Donald Trump bei den Midterms geriet der Dollar zu allen anderen Währungen unter Druck.

Am Mittwoch sank «Greenback» auf 0,8159 Franken, nachdem er am Vorabend noch mehr als 0,82 Franken gekostet hatte. Der Euro kletterte auf 1,1261 Dollar nach unter 1,12 Dollar vor Beginn der Stimmenauszählungen in den USA.
Der Dollar steht seit dem frühen Morgen unter Verkaufsdruck. Die Verluste zeigen, dass die Börse vom Wahlergebnis in den USA überrascht wurde, wie Devisenexperte Volkmar Baur von der Commerzbank sagte. Er rechnet kurzfristig mit weiteren Verlusten beim Dollar.
Da Gold auf dem Weltmarkt in der Regel in Dollar gehandelt wird, macht die Kursschwäche das Edelmetall günstiger, was die Nachfrage verstärkt. An der Börse in London stieg der Preis für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) des Edelmetalls über die Marke von 4000 Dollar. Im Nachmittagshandel wurde Gold bei 4044 Dollar gehandelt und damit 2,9 Prozent höher als am Vortag.
Ende der vergangenen Woche war der Goldpreis noch auf ein Jahrestief bei 3870 Dollar gefallen. Trotz der jüngsten Gewinne ist er weit vom Rekordhoch entfernt, das zu Beginn des Jahres bei knapp 5600 Dollar erreicht worden war.
In einer Abrechnung mit der Politik von Trump haben die US-Wähler den Demokraten die volle Kontrolle über den Kongress übertragen. Trumps Republikaner haben ihre Mehrheit nicht nur im Abgeordnetenhaus, sondern auch im Senat verloren – was noch vor wenigen Monaten als kaum wahrscheinlich gegolten hatte.
Neben der Kursschwäche des Dollar wirken auch Rückgänge bei den Renditen von US-Staatsanleihen auf den Goldpreis. Gold, das keine Marktzinsen abwirft, wird für Anleger attraktiver, wenn die Renditen für Staatsanleihen fallen. Niedrigere Renditen sorgen in der Regel für eine stärkere Nachfrage.
Das Wahlergebnis in den USA kann nach Einschätzung von Beobachtern die finanzpolitische Agenda von Trump einschränken – was wiederum die Möglichkeiten für Kreditaufnahmen begrenzen dürfte. Daher sind die Renditen von US-Staatsanleihen gesunken.
«Mit Blick auf die Zukunft wird ein von den Demokraten kontrollierter Kongress der Trump-Regierung die meisten legislativen Wege versperren, was den Druck bei den jährlichen Haushaltsverhandlungen erhöht und die Fähigkeit der Regierung, ihre innenpolitische Agenda umzusetzen, erheblich einschränkt», schrieb die Rating-Agentur Scope.














